Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Noch nicht, noch können wir schöne Herbsttage im goldenen Oktober genießen. Gleichzeitig wollen wir euch aber schon einladen auf ein gemütliches Heißgetränk in der Adventszeit, und starten mit der Adventspost, damit die Zeit bleibt für diesen ganz besonderen Adventskalender. Also, schnappt euch eine schöne Tasse Tee und wir erzählen, worum es in diesem Jahr geht. Los gehts:
Motiv: Tasse
Was gibt es in der kalten Jahreszeit angenehmeres, als ein warmes Getränk in einer schönen Tasse. Ob Kakao mit Sahne, Tee aller Geschmacksrichtungen oder Kaffee in allen Varianten, eigentlich steht im Winter doch immer eine Tasse auf dem Tisch, an der wir uns wärmen können. Die Tasse oder den Becher setzen wir in diesem Advent in Szene, wir können sie dekorieren, mit Mustern verzieren, mit der Form spielen. Die Grundform kann beliebig variieren, ob mit oder ohne Henkel, mit oder ohne Untertasse, bauchig oder gerade, schlank oder breit, dickwandige Keramik oder zartes Porzellan.
Natürlich kannst du die Tasse auch füllen, vielleicht enthält sie ein Geschenk oder deine liebsten Stifte und Pinsel, du kannst sie auch stapeln, es muss nicht nur eine sein. Deine Gestaltung darf weihnachtlich sein, muss sie aber nicht, damit sie auch über die Adventszeit hinaus an der Wand hängen kann. Am Ende der Adventszeit haben wir dann eine Edition von 24 Sammeltassen, die alle unterschiedlich sein werden, aber trotzdem zusammen passen.
Technik: Reduktionsdruck
Mit Linolschnitt oder Stempeldruck haben viele unserer Postkünstlerinnen schon gute Erfahrungen gemacht. In diesem Advent wagen wir uns an die Technik der »Verlorenen Platte«, auch Reduktionsdruck genannt.
Einige haben Respekt vor dem Reduktionsdruck, er scheint ihnen technisch schwer nachzuvollziehen. Mehrfarbige Drucke mit nur einem Druckstock herzustellen wirkt kompliziert, erfordert seltsames Umdenken und zum Schluss droht die Zerstörung der mühsam geschnitzten Druckplatte. So schlimm ist es aber gar nicht! Vielmehr ermöglicht diese Technik ungeahnte Möglichkeiten in einer limitierten Auflage. Wir wollen euch mit dieser Aktion die Angst vor der verlorenen Form nehmen und euch ermutigen, es auszuprobieren. Die Adventspost eignet sich in besonderem Maße dafür, da wir hier sowieso in Serie gehen und mindestens 24 Drucke erstellen.
Um euch den Einstieg in diese Technik einfach zu gestalten, haben wir uns ein besonderes Konzept ausgedacht. Minimalistisch und trotzdem mit Eskalationspotenzial. Und zwar konzentrieren wir uns auf nur zwei Farben und somit auch nur auf zwei Druckvorgänge mit einer Druckplatte. Das erleichtert das Einfühlen in den logischen Aufbau des Motivs.
Welchen Druckstock ihr verwendet, ob Stempelplatte, Linol oder gar Holz, ist euch überlassen. Nutzt das Material, mit dem ihr euch am wohlsten fühlt. Weitere Infos dazu gibt es gewiss im »Schwarmwissen«, das wir als Blog-Post nach dem Zoom-Call veröffentlichen.
Farbe: Warmes Grau als Grundlage
Wir erstellen zweifarbige Drucke und geben euch den Farbton der ersten Druckschicht vor, die zweite Farbe wählt ihr selbst. So stellen wir sicher, dass alle Tassen zusammen gehören. Als Grundlage nehmen wir ein helles warmes Grau. Der erste Druck darf nicht zu dunkel sein, muss sich aber deutlich vom weißen Papier abheben. Denn eigentlich drucken wir mit dem ersten Druck weiß. Die Motive, die du von deiner Druckplatte weggeschnitzt hast, erscheinen auf dem Papier weiß. Die Elemente, die drucken, sind die, die du auf der Platte stehen gelassen hast. Auf dem Papier erscheinen sie in unserem warmen Grau.
Was ist ein warmes Grau? Das ist eine perfekte Frage und Diskussionsgrundlage für unser Zoom-Meeting! Doch eines ist klar, unsere warmen Grautöne werden sich leicht voneinander unterscheiden. Denn es steht offen, ob die mit Akua Farbe, Linoldruckfarbe, Stempelfarbe oder anderen Farben druckst. Hier freuen wir uns auf Experimente und individuelle Lösungen.
Suche dir eine Farbe für den zweiten Druck aus, die dir gefällt. Liebst du es im Advent eher winterlich oder lieber weihnachtlich? Wir sind gespannt auf eure eigene Wahl der zweiten Farbe im Druckprozess!
Druck: Von Hell nach Dunkel
An zwei kleinen Beispieltassen zeigen wir hier das Prinzip des Reduktionsdrucks:
Tassenskizze übertragenErster SchnittErster Druck
Erster Zustand: Alles, was weiß bleiben soll, wird im ersten Schritt aus der Platte herausgeschnitten. Das muss noch nicht die Form der Tasse sein, sondern eher Lichtpunkte, Muster auf der Tasse oder im Hintergrund. Dieser erste Zustand wird in einem hellen warmgrau gedruckt, das du selbst mischst. Von diesem ersten Zustand, der oft noch sehr nichtssagend aussieht, werden mindestens 30 Drucke gemacht, damit später beim zweiten Druckvorgang auch ein paar Fehldrucke passieren dürfen, denn später können wir nicht mehr zum ersten Zustand zurück.
Zweiter Zustand:
Zweiter SchnittZweiter Druck
Jetzt schneidest du alles aus der Platte heraus, was hellgrau bleiben soll, denn diese Bereiche des ersten Drucks werden dann nicht mehr überdruckt und behalten die erste Farbe. Da wir uns auf zwei Farben beschränken, sollte in diesem Zustand die Form der Tasse sichtbar werden. Das kann eine Kontur oder eine Fläche sein, der Hintergrund, die Negativ- oder die Positiv-Form der Tasse, viele Varianten sind möglich. Im Beispiel oben ist die Tasse herausgeschnitten, im Beispiel unten der Hintergrund. Du suchst dir eine dunklere Farbe, die einen guten Kontrast zum hellen Grau bildet. Das kann schwarz sein, ein dunkles Blau, dunkles Grün, Rot oder auch der gleiche warme Grauton in einer dunkleren Abstufung. Du musst nicht alle Drucke in der gleichen Farbe drucken, Varianten sind möglich und machen deine Edition ganz besonders. Damit die beiden Drucke einigermaßen passgenau übereinander gedruckt werden, empfehlen wir, eine Anlagepappe zu bauen.
Variante: Erster DruckZweiter SchnittZweiter Druck
Noch mehr Zustände? Müssen nicht sein. Wenn du es dir zutraust, du vielleicht schon Erfahrung mit der Technik hast, darfst du auch noch weiter schnitzen und eine dritte oder vierte Farbe drucken. Dafür muss der Druck aber von Anfang an in mehreren Schichten geplant werden. Zwei Farben reichen voll und ganz aus.
Format, Auflage und Signatur
Mit dieser Adventspost kommen wir wieder zurück zum klassischen Postkarten-Format, aber wir verschicken im geschlossenen Umschlag. Denn so kann der Effekt eines Adventskalenders besser wirken. Briefe, die zu früh in deinem Briefkasten landen, kannst du anhand der Nummer bis zum richtigen Zeitpunkt aufbewahren. Die Überraschung bleibt!
Auf der Vorderseite platziere deine Tasse im Hochformat. Du musst nicht direkt auf den Postkarten-Karton drucken, der Druck kann auch aufgeklebt werden. Signiere deine Drucke auf der Vorderseite mit der Auflage, zum Beispiel: 1/24 … 24/24 oder 1/32 – 32/32 (deine Auflagenhöhe steht hinter dem /). Auf der Rückseite bringst du Infos über dich unter: Vor- und Nachname, Datum, Titel, Kontakt. Und verrate uns gern, was sich in deiner Tasse befindet, erzähle die Geschichte deiner Tasse.
Wir haben für dich eine Vorlage für die Rückseite gestaltet, die du gern nutzen kannst. Wir schicken sie dir als PDF mit der Adressliste. Du kannst sie ausdrucken, ausschneiden und auf die Rückseite kleben. Fülle die Zeilen bitte mit deiner Handschrift selbst aus, verwende hier keine Computerschrift. Oder du machst dir deine eigene Vorlage mit deinen Worten und Einteilungen. Du kannst dir auch gern einen Stempel gestalten oder andere Techniken entwickeln.
Das Prinzip
Für die Adventspost 2026 gestalten wir Reduktionsdrucke im Postkartenformat in einer Auflage von 24 Stück. 23 davon schicken wir in Briefumschlägen an die Teilnehmerinnen der Gruppe. Du verschickst die 23 Briefe an einem Tag. Der Tag, an dem deine Post bei den anderen im Briefkasten liegen sollte, entnimmst du der Liste, die wir dir zumailen werden. Am Ende hat jede Teilnehmerin ganz viele Tassen im Schrank und nur eine verloren! Aus vielen kreativen und unikaten Tassen-Drucken können später ein großes Tassen-Poster oder ein Tassen-Büchlein werden.
Projektdaten
Technik: Reduktionsdruck Auflage: 24 Stück Format: DIN A6 (105 x 148 mm) im Hochformat, im Briefumschlag verschicken Papier: Griffig, hochwertig, stabil Motiv: Tasse Farbe: Warmes Grau + eigene Farbe Umfang: Porto 23 x 0,95 Euro (kann sich durch Auslandspost und Gewicht erhöhen)
Zeitrahmen
Anmeldung: 12.10 bis 19.10.2026 Zoom-Meeting: Sonntag, 18.10.2026 um 18 Uhr (LINK) Listen verschicken bis: 27.10.2026 Start: 1.12. Ende: 24.12.2026
Für mehr Zusammenhalt in unserer Post-Kunst-Community
Veränderung liegt in der Luft! Wir haben uns etwas Schönes und Neues für unsere Steady-Unterstützerinnen der Pakete »Wertbrief« und »Kulturpaket« ausgedacht: Wir treffen uns einmal Monat online in der Post-Kunst-Werkstatt, um gemeinsam kreativ zu sein. Wenn gerade eine Aktion ansteht, können wir die Technik, Farbe oder das Motiv bearbeiten. Michaela und ich zeigen euch unsere Erfahrungen, unterstützen euch beim Machen und wir klären Fragen. Wir lernen uns kennen und schaffen einen konkreten Raum, in dem wir regelmäßig aktiv und kreativ sind.
Wir haben mal wieder im alten Post-Kunst-Koffer gewühlt, der auch den Titel unseres Buches »Schöne Post« schmückt. In ihm steckt alles rund um die Postkunst. Auch alte Dankeskarten. Im Laufe der Zeit haben wir das Post-Kunst-Werk immer weiter entwickelt. So wie jetzt mit unserer neuen Werkstatt.
Rund ums Jahr kreativ sein
Und das Schöne, die Post-Kunst-Werkstatt öffnet künftig einmal im Monat, auch wenn gerade keine Aktion läuft. Wir gestalten schöne Post, geraten ins Schreiben, entwerfen Umschläge, lernen Drucktechniken, verarbeiten alte Aktionen. Michaela und ich bringen Projekte und Themen mit, dir wir euch in der Post-Kunst-Werkstatt präsentieren.
Notiert euch schon mal unsere Termine: Donnerstag, 5. November 2026, 19 bis 20 Uhr Donnerstag, 1o. Dezember 2026, 19 bis 20 Uhr
Du kannst an dem Abend nicht? Wir nehmen unser Zoom-Meeting auf und stellen den Link zur Verfügung. So kannst du auch Teilhaben, wenn du zum Termin keine Zeit hast. Wir besprechen gern mit euch darüber, ob Wochentag und Uhrzeit in Zukunft für euch passend sind.
Keine Post-Kunst-Werkstatt für die »Postkarte«?
Das Angebot gilt für diejenigen Steady-Mitglieder, die uns mit dem Abo »Wertbrief« und »Kulturpaket« unterstützen. Aber warum eigentlich nicht für unser Einsteiger-Paket bei Steady, die »Postkarte«? Wir möchten mit dem 4 Euro Paket eine niedrigschwellige Möglichkeit anbieten, an unseren Projekten teilzunehmen. Und zwar allen! Wir möchten nicht staffeln, nach dem Motto: Wer weniger Geld zur Verfügung hat, darf nur an einem Projekt teilnehmen, wer etwas mehr gibt, darf dann an zwei Projekten teilnehmen usw. Somit ist im kleinsten Paket schon richtig viel enthalten, nämlich die Teilnahme an allen drei Postkunst-Aktionen!
Da das 4 Euro Paket aber unser Post-Kunst-Werk finanziell nicht alleine stemmen kann, gibt es noch zwei weitere Pakete. Und wir sind dankbar, dass sich so viele von euch das wertschätzen und sich darauf einlassen! Die Post-Kunst-Werkstatt ist ein Extra für euch und wir sind uns sicher, unsere Community rückt in der Werkstatt noch etwas dichter beisammen!
Wir freuen und auf unser erstes gemeinsames Treffen im November. Michaela und Tabea
Warme und frische Tage wechseln sich gerade ab, die Kastanien und Nüsse fallen von den Bäumen und an den Straßenrändern liegt vertrocknetes Laub. Auch ein gutes Zeichen dafür, dass der Sommer sich neigt, ist, das wir bereits am Konzept für die Adventspost sitzen. Wochenlang haben wir uns über Sommerkarten gefreut. Persönliche Landschaften, Wege, Orte und Ausdrucksweisen. Heute möchten wir die Sommerpost 2026 mit einer Finissage abschließen, diesmal sogar mit bewegten Bildern!
Michaela: Wir beide grüßen heute nicht aus Bergisch Gladbach und Rochlitz, sondern aus dem Sommerpostweg in Erfindingen! Es gab unter den Landkarten des Sommers so einige, die die Postkunst selbst oder die kreative Reise zum Thema gemacht haben. Das hat mich sehr gerührt. Inga hat die Landkarte der Sommerpost und eine ganze Geschichte dazu erfunden. Die Sommerpost-Aktionen der letzten Jahre sind als eigene Orte dargestellt. Wir beide wohnen in Erfindingen, mein Müllerin Art Studio und Tabeas Fünf sind detailgetreu dargestellt, davor im Ideengarten wachsen unsere Projekte. So witzig!
Auch in Sabines Landkarte des Sommers gibt es einen Postkunstweg! Bevor ich jetzt weitere Details der unterschiedlichen Karten im Foto zeige, die ich bekomme habe, zeig mal deine Post, Tabea!
Tabea: Ja, dass Inga die fünf – unser Kulturort in Rochlitz – so perfekt dargestellt hat, finde ich sehr beeindruckend! Und schön so dicht neben dir zu hausen, Michaela! Ich habe Freude entwickelt kleine, entspannte Videos auf Instagram zu posten. Und heute habe ich spontan die Kamera von hochkant auf quer gestellt. So ist ein Film entstanden, der besser hier in den Blog passt, als auf Instagram. Ich stelle die Post vor, die ich von euch erhalten habe. Insbesondere 6 schöne Pöste im Detail. Schaut gern mal rein:
Michaela: So schön, dir beim Auspacken zuzuschauen. Einige dieser Landkarten sind auch bei mir angekommen, aber einige kannte ich tatsächlich noch nicht. Ich war wirklich beeindruckt von der Vielfalt und der komplett unterschiedlichen Herangehensweise der Postkünstlerinnen. Einige – so wie ich auch – haben eine echte Karte ihrer direkten Umgebung gestaltet. Während ich euch auf eine Radtour zwischen Kölner und Altenberger Dom mitnehme, radeln wir mit Susanne durch den Südschwarzwald.
Mit Maike reisen wir in ihre Heimatstadt Solingen und natürlich sind die Schriftzüge der kuriosen Ortsnamen nicht geschrieben sondern mit handgeschnitzten Stempeln gedruckt. Ich habe die Stempelchen im Original gesehen, einfach unglaublich!
Andere haben ihre Lieblingsreiseziele oder einfach nur das Reisen an sich thematisiert. Die wunderschöne Fernweh-Karte von Carmen seht ihr auch im Video:
Andere erinnern sich mit den Karten an liebe Menschen oder nehmen Abschied, sehr emotional.
Sogar ein Würfelspiel wurde erfunden mit einer ausführlichen Spielanleitung, erzählt als Märchen von Spitzdachhausen. Natürlich ist die Karte auch in Spitzdach-Faltung gefaltet.
Überhaupt das Thema Faltungen! Viele haben die Turkish Map aufgegriffen, die das Haus ergibt, aber in ganz unterschiedlichen Varianten, mit oder ohne Umschlag oder Banderolen. Es gibt quadratische, schmale, Zick-Zack oder Wickelfalze, Leporellos, sogar ein Schiff ist dabei! Aber alle lassen sich wieder auf das offene DinA3 Format auffalten und als Ganzes betrachten.
Sehr beeindruckend fand ich auch die vorletzte Landkarte von einer anderen Michaela, die mich aus der Schweiz erreichte. Sie hat das Wetter dieses Sommer zum Thema. Mit vielen schönen Farbklecksen! Wie bist du es diesmal angegangen, Tabea?
Tabea: Die Wetter-Kleckskarte finde ich auch sehr beeindruckend. Ich habe diesmal von Anfang an meine Gedanken und Ideen zum Thema Sommerlandkarte in meinem Skizzenbuch bearbeitet. Dazu gibt es auch Reels auf Instagram. Ich hatte Freude daran, in viele Richtungen zu gestalten – ohne Druck alles realisieren zu wollen. Die Entwürfe, die ich dann umgesetzt habe, habe ich noch nicht vorgestellt, das wird in den nächsten Tagen folgen. Hier ein paar Einblicke in mein Skizzenbuch:
Die Entwürfe (rechts in der Mitte) erinnerten mich an unsere Landschaft im Frühling. Ich mag es, wenn sich bei mir die Themen der Aktionen wiederholen und ergänzen.Natürlich entstanden auch Skizzen, die versuchten, eins meiner Lieblingsmotove »Falter« für die Landkarte als Windrose einzusetzen. Ich überlegte sogar eine Weile, ob es eine komplette Falterkarte werden soll.Hier finden sich Elemente aus unserer Walzenpost wieder. Die Elemente scheinen hervorragend für eine Landkarte geeignet. Dafür habe ich die Motive im Skizzenbuch etwas erweitert.
Michaela: So schön, wie sich die unterschiedlichen Aktionen verbinden und weiterwachsen. Ich bin jetzt mal so frech und nutze unsere beiden Landkarten als Fotohintergrund. Da sieht man schon ein Stückchen deiner Insel!
Meine Landkarten-Sammlung wohnt noch ganz bodenständig in einem Schuber. Hast du schon eine Idee, wie du deine Karten aufbewahrst?
Tabea: Deine Kiste passt ja perfekt! Ich habe mir ein ähnliches Behältnis aus veganem Leder gestaltet. Mein Wellenmuster durfte noch mal zur Geltung kommen. Mit der Nähmaschine habe ich vier Nähte gesetzt für einen Boden, das ging schnell. Eigentlich wollte ich es dann noch umstülpen, so, dass das Schwarze Muster nach außen zeigt. Jedoch was das Material sehr widerspenstig und ich wollte es nicht anfeuchten zum Umstülpen. Also habe ich nachgegeben und das blaue Meer darf sich zeigen. Passt vielleicht sogar besser, als die Nachtwellen.
Zum Abschluss bedanken wir uns wie immer ganz herzlich bei allen Postkünstlerinnen, dafür, dass ihr euch auf diese Reise mit uns begeben habt und die Herausforderung angenommen habt. Vielleicht habt ihr dadurch unbekannte Dinge entdeckt, eine neue Technik, eine neue Lieblingsfarbe? Vielleicht seid ihr inspiriert zu Reisen oder anderen kreativen Ansätzen, all das steckt in dieser Sommerpost. Wir bleiben dran und werden euch schon ganz bald die Adventspost vorstellen, denn Weihnachten kommt ja immer so plötzlich!
Schön, dass sich einige die Zeit genommen haben und unser Zoom-Meeting mit ihren Fragen und Ideen bereichert haben! Hier findest du die Zusammenfassung unserer Gespräche. Alle weiteren Infos findest du im Konzept.
Unsere Einführungsfrage im Chat des Zoom-Meetings lautete: »Was darf aus eurer Sicht auf keiner Landkarte fehlen?« Hier sind einige eurer Antworten:
Meine Handschrift und Lila • Mein Glücksort • Wasser • Zuhause • Kompass • Topografie, Orientierung, Bezüge von Orten • Windrose • Grün und Hunderunde • Höhenlinien • Sehnsuchtsorte • Wald • Inseln • Legende
Papier
Wird das Papier beidseitig bearbeitet? Unser Schwerpunkt liegt auf der Landkarten-Seite. Wenn du möchtest, kannst du die Rückseite miteinbeziehen, sie einfärben oder bemustern. Entscheide selbst, wie aufwändig du die Rückseite gestaltest!
Welche Papiere eignen sich NICHT? Papiere die schnell reißen und keine Feuchtigkeit vertragen (im Falle deine Technik erfordert dies). Es gibt Bütten- und Aquarellpapiere, die nach dem Falzen am Falz leicht aufreißen. Dies ist für eine Landkarte ungünstig. Teste dein Papier, bevor du in Serie gehst!
Kann man auch eine Original-Landkarte verwenden, statt weißem Papier? Ja, das kannst du gerne!
Können auch Stoffelemente und Nähen auf Papier verwendet werden? Fühl dich frei! Ja!
Was genau ist Universalpapier? Im künstlerischen Bereich ist Universalpapier ein vielseitig einsetzbares Papier. Es verträgt aufgrund seiner Eigenschaften sowohl trockene als auch feuchte Verarbeitungstechniken. Universalpapier kann man unter diesem Namen kaufen, zum Beispiel N° 5 von Gerstaecker (160 g/qm). Der Hersteller gibt eine Empfehlung mit, wofür du das entsprechende Papier verwenden kannst.
Wie viel Gramm soll das Papier haben? Das liegt zum einen an Qualität/Eigenschaft des Papiers und zum anderen daran, mit welcher Technik du gestalten möchtest. Das Papier sollte so stabil sein, dass es gefalzt und geknickt werden kann, ohne das es reißt. In der Regel verwenden man für feuchte Techniken (Drucken, aquarellieren, Untergründe mit Acryl, etc.) etwas stärkere Papiere. Es ist auch möglich besonders widerstandsfähige Papiere zu wählen:
Besondere Papiere Im Meeting wurden Satogami Papier, Tyvek Papier, Vorsatzpapier und Kraftpapier als robuste Papiere genannt, die nicht so leicht reißen. Beschäftige dich gern mit dem Thema Papier! Und achte darauf, dass du es deiner Technik entsprechend auswählst. Du musst nicht zwingend viel Geld ausgeben oder extra etwas bestellen. Auch mit Farben, Grundierungen oder Versiegelungen kannst du deine Landkarte schützen und stabil gestalten:
Farben und Grundieren
Mit welchen Farben kann man Tyvek bearbeiten? Acryl geht gut.
Was ist mit Gesso? So wie es unterschiedliche Papiere gibt, gibt es auch bei Gesso unterschiedliche Qualitäten und Eigenschaften. Es ist dafür gedacht, Papiere zu grundieren und sie für das künstlerische Arbeiten vorzubereiten. Mit Gesso kannst du Strukturen einarbeiten. Es sollte keine zu dicke Schicht entstehen, teste, ob die Gessoschicht im getrockneten Zustand gut zu knicken und falten ist.
Kleben und Versiegeln
Acrylmedium (Matt Medium) gibt eine schöne Oberfläche zum Kleben von Papierteilen Mattes Acrylmedium ist ein Bindemittel und Malmedium, das beim Collagieren sowohl als Kleber als auch als Versiegelung und Oberflächenfinish verwendet werden kann. Quasi statt Klebestift und Co. Die Schichten werden gut verklebt und lösen sich beim Falten der Karte später nicht wieder auf. Es gibt viele Produkte im Künstlerbedarf. Achte auf den Glanzgrad (matt, seidenmatt, glänzend) und auf die Konsistenz (Fluid, Medium Body, Gel). Es gibt gelige Produkte, die Struktur ermöglichen oder auf Fluids, die sehr dünnflüssig sind. Wenn du deine Landkarte nicht so dick gestalten möchtest, ist Fluid eine gute Wahl.
Welches Fluid könnt ihr empfehlen? Liquitex als matt medium • boesner Eigenmarke ist auch gut • Fluid Matte Medium von Golden • Amsterdam Gel Medium Matt • Acrylbinder glänzend
Motiv und Thema
Wie seht ihr das, wenn ein Grundskizze 6-mal kopiert wird und dann weiterverarbeitet wird? Entscheidest du dich für eine sehr detailreiche Landkarte mit eigenen Zeichnungen? Dann ist es okay, wenn du deine Grundlage selbst vervielfältigst und eventuell schwarz-weiß ausdruckst. Danach kannst du sie kolorieren oder in anderen Techniken künstlerisch weiterverarbeiten. Achte bitte darauf, dass wir keinen fertigen Entwurf abfotografieren und ihn 6-mal ausdrucken. Es sollen Unikate entstehen! Statt eine ganze Karte auszudrucken, kannst du auch Vignetten gestalten und collagieren.
Die größte Herausforderung für mich ist, in Serie zu gehen … sollen alle Karten gleich sein? Deine Landkarten müssen nicht identisch sein! Du kannst sogar grundverschiedene Karte gestalten, was natürlich aufwändig ist. Möchtest du in Serie gehen, ist es okay, wenn Collage-Material und Farbigkeit voneinander abweichen. Das ist das Schöne daran! Jede Karte ist ein Original!
Kann ich nach dem Falten noch Pop-up Elemente einbringen? Wir freuen uns auf deine eigenen Ideen und Techniken!
Buchtipps
• Das Geheimnis deines Ortes von Susanne Fischer Rizzi • Helen Cann, Maps! (Instagram @helencannmaps) • Map Art Lab. 52 exciting art explorations • Hand Drawn Map Association, (Instagram @Hand.maps) • Jill K. Berry, Personal Geografies. Explorations in Mixed Media Mapmaking
Landkarten Spielerei
SWZPLN (https://swzpln.de) ist ein kostenloser Online-Generator für Schwarzpläne (Nolli-Pläne) und einfache Stadtkarten. Du gibst einen Ort oder Kartenausschnitt an und bekommst daraus einen grafisch reduzierten Plan mit Gebäuden, Straßen, Grünflächen, Gewässern usw. auf Basis von OpenStreetMap-Daten. Vielleicht inspiriert dich diese Spielerei? Wenn es in deinem Browser nicht klappt, teste es auf einem anderen, zum Beispiel Firefox.
Ablauf
Woran sehe ich, dass eine Anmeldung geklappt hat? Du hast deine Adresse und Daten eingetragen und auf okay geklickt? Dann siehst du danach eine Bestätigung im Browser. Außerdem bekommst du eine Mail als Bestätigung. Wenn du das nicht erhältst, melde dich bitte bei uns!
Wieso ist »die Woche« wichtig? Info für unsere neuen Mitglieder: Auf der Liste der Sommerpost stehen mindestens 6 Teilnehmende. Vor jedem Namen findest du eine Zahl, das ist die Kalenderwoche, in der die Person ihre Post an die anderen verschickt. Und zwar so, dass sie auch in der Woche in den Briefkästen der anderen landet. Du steckst alle 5 Briefe gleichzeitig in den Briefkasten.
Was kann ich noch beachten?
Bitte keine Klar-Adressen im Netz veröffentlichen oder vorab fertige Arbeiten zeigen.
Zeige sehr gern Teaser, Experimente und deine Freude am Gestalten auf Instagram und Co. Verlinke dich mit dem Post-Kunst-Werk.
Das Bedanken und die Rückmeldung, dass ein Brief angekommen ist, ist eine feine Geste, worüber sich viele sehr freuen. Beachte bitte, dass dies kein Zwang sein sollte. Wenn du unbedingt wissen möchtest, ob deine Post angekommen ist, dann frag ohne Vorwürfe nach.
Sollte dir etwas dazwischen kommen, besprechen dies bitte freundlich mit deiner Gruppe. Sie wird Verständnis für dich haben und ihr findet gemeinsam eine Lösung.
Deine Anmeldung ist bindend! Nimm dies bitte ernst, denn viele Kreative verlassen sich auf dich und möchten Freude an der Aktion haben. Besonders bei kleinen Gruppen, ist deine Gruppe traurig, wenn nichts kommt. Bitte ghoste niemanden! Melde dich bei deiner Gruppe, wenn du deinen Termin verschieben musst. Reagiere auf persönliche Anfragen. Auch wenn es dir unangenehm sein sollte, wenn du dich verspätest oder aufgeben musst. Du hast das Verständnis deiner Gruppe, wenn du sie freundlich informierst und emotional abholst.
In Notfällen, melde dich bei uns ab. Wir kümmern uns dann um den Rest.
Wir wünschen dir viel Freude an der Sommerpost! Kreative Grüße von Michaela und Tabea
Herzlich willkommen auf der Reise zur Sommerpost 2026. Während wir uns heute fast nur noch von Navigationssystemen und Google Maps durch die Welt leiten lassen, wollen wir in diesem Sommer zurück mit dem Finger auf die Landkarte. Landkarten, Atlanten, Stadtpläne sind faszinierend. Sie erklären die Welt, zeigen Wege, Landschaften, Orte und Zusammenhänge, stellen Berge, Wasser, topografische Gegebenheiten und Besonderheiten dar. Linien zeichnen Höhen, Meerestiefen, Breiten- und Längengrade und modellieren die Landschaft. Die Welt wird vereinfacht, symbolisiert und auf die zweidimensionale Ebene reduziert. Farben zeigen an, wie tief das Meer, wie hoch das Gebirge, wie dicht besiedelt die Stadt ist. Legenden erklären mit einfachen Symbolen die Welt.
»Landkarten sind abstrakt und gleichzeitig konkret – und bieten bei aller vermessenden Objektivität doch kein Abbild der Wirklichkeit, sondern eine kühne Interpretation« Judith Schalansky, Atlas der abgelegenen Inseln
Gestalte deine eigene Landkarte
Entwirf deine Sommer-Landkarte! Magst du uns den Plan deines Wohnortes mit allen Lieblingsorten im Sommer zeigen? Oder hast du einen Reisetipp mit speziellen Insidertipps, die du auf einer Karte darstellen kannst? Vielleicht erfindest du ein Land, das es nur in deiner Vorstellung gibt – mit eigenen Gesetzen und Geschichten. Wie wäre es, du entwirfst eine Landkarte deiner Sommer-Gefühle?
Wie klein oder groß dein Ausschnitt des Ortes, Wohnviertel, Stadt oder Kontinent ist, und ob deine Emotions-Gebiete Fragmente oder ganze Welten sind, das ist dir überlassen. Auch, ob deine Karte klassisch lesbar ist mit Häusern, Wäldern und Flüssen oder eher aus Farbwelten, grafischen Mustern und geheimen Zeichen besteht, steht dir frei.
Es geht nicht um die genaue grafische oder illustrative Darstellung, es geht um das Spiel mit dem Medium Landkarte. So darfst du alte Landkarten als Grundlage nehmen, oder du arbeitest auf einem leeren Blatt, auf dem deine Landschaft mit deiner Technik entsteht. Unsere Landkarten sind Unikate!
Entwickle die eigene Sprache deiner Landkarte, vermesse deine eigene Welt und beschäftige dich mit inneren und/oder äußeren Landschaften. Wie du diese Spuren auf dem Papier verortest und wie viele der Gestaltungselemente du verwendest, bleibt dir überlassen. Du kannst die bekannten kartografischen Elemente aufgreifen, verändern oder neue erfinden. Du kannst komplex arbeiten oder minimalistisch.
Technik und Material
Wir geben bei dieser Sommerpost keine Technik vor. Wir sind offen für alles und für den Mix aus allem. Du kannst zum Beispiel:
ein Stempelset mit wiederkehrenden Elementen gestalten und damit deine Landkarte stempeln. Häuser, Bäume, Strukturen für Berge, Wasser, etc.
auf einer alten Landkarte arbeiten, sie übermalen, darauf zeichnen und drucken.
eigene Musterpapiere gestalten, malen, wischen, Gelliprint und daraus Landschafts-Collagen kleben.
Schablonen schneiden für Flächen oder sich wiederholende Strukturen.
Oder du zeichnest die komplette Karte selbst. Je nach Aufwand wäre es auch möglich, mit Kopien zu arbeiten, die koloriert werden.
Collagen aus Landkarten, Texten, Fotos und Zeichnungen kleben.
Mit Buchstaben-Stempeln arbeiten.
Übermalungen, Schichtungen, Handschrift sind ausdrücklich erlaubt und erwünscht.
Format und Faltung:
Wir gehen von einem Papier im Format DIN A3 aus und überlassen dir, wie dein Plan gefaltet wird. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten und Anregungen. Auf unserem Pinterest-Board findest du komplexe und einfache Inspirationen. Das gefaltete Endformat kann variieren, z.B. DIN A5 oder DIN A6 oder ein freies eigenes Format, dass sich aus deinem Faltschema ergibt.
Wir freuen uns über Landkarten mit Umschlag, Banderole oder einer Verpackung. Diese kannst du nach deinen Vorstellungen gestalten und Beschriften. Lasst uns die Tradition beibehalten mit einem Etikett (oder auch einer direkten Beschriftung) Name, Datum, Technik und eventuell Titel der Arbeit festzuhalten. So kann man dir deine Karte auch später noch zuordnen. Eine Etikett-Vorlage für die Sommerpost schicken wir dir mit der Liste per Mail zu.
Da die gefalteten Landkarten unterschiedliche Formate haben werden, kannst du die Sommerpost in einer Box, einem Schuber oder einer selbstgebauten Kiste sammeln.
Papier
Das Papier ist unser Träger für verschiedene Techniken und sollte entsprechend belastbar sein. Universalpapier lässt sich feucht bearbeiten, es eignet sich zum Collagieren, Bedrucken und zum Falten. Aquarell- und Büttenpapiere sollten überprüft werden: Ist es dünn genug, um mehrfach gefaltet zu werden? Und lässt es sich falten ohne am Falz aufzureißen? Eine gefaltete Landkarte wird eventuell mehrfach aufgeklappt und wieder zusammengelegt, daher sollte das Papier nicht zu dünn oder zu empfindlich sein – jedoch auch nicht zu dick und sperrig oder gar reißfreudig.
Solltest du dich für eine Collagetechnik entscheiden, beachte, dass die Schichten gut miteinander verklebt sind. Sie dürfen sich an den Falzen nicht wieder ablösen. Prima wäre, die Arbeit am Ende mit einer Schicht fluid Medium zu bestreichen (Details besprechen wir im Zoom-Meeting), quasi als »Schlussanstrich«, um alles robust miteinander zu verbinden.
Freie Farbwahl
Bei dieser Postkunst Aktion machen wir dir wieder keine farblichen Vorgaben. Deine Landkarte kann reduziert schwarz weiß oder intensiv farbig sein. Entscheide selbst, ob du minimalistisch oder sehr komplex gestalten möchtest. Farbe eignet sich sehr gut, um sowohl Informationen über deine Orte zu visualisieren, als auch um Gefühle auszudrücken.
Das Prinzip
Wir gestalten Kunstwerke in einer Auflage von 6 Stück. Jede Teilnehmerin deiner Gruppe erhält 1 Exemplar und eine Landkarte behältst du für dich. Am Ende kannst du mit den anderen Teilnehmerinnen deiner Gruppe durch ihre Welt reisen. Du hast eine kleine Sammlung besonderer Landkarten.
Projektdaten
Technik: frei Farbkonzept: frei Motiv: Landkarte Papier: Universalpapier faltbar Papierformat: offen DIN A3 Hoch- oder Querformat Gefaltetes Enformat: nach Belieben Auflage: 6
Zeitrahmen
Anmeldung: 15.6. bis 21.6.2026 Zoom-Meeting: 18.6.2026 um 19 Uhr Listen verschicken bis: 28.6.2026 Start: 27.7.2026 Ende: 6.9.2026