Sommerpost 2022

Hallo im Sommer, liebe Postfreundinnen, gerade erst haben wir die letzten Gedankengarten-Büchlein erhalten und blättern noch durch die zauberhaften Seiten. Da haben wir gar keine Lust, den Garten zu verlassen. Also, lasst uns draußen bleiben, Blätter und Blüten bestaunen, Muster und Strukturen finden, die Natur festhalten und bündeln.

Die Anmeldung zur Sommerpost ist abgeschlossen.
Die Listen verschicken wir spätestens bis zum 3. Juni 2022.
Ab dem 18. Juli 2022 landen dann die ersten Sommerbündel in den Briefkästen.


Sommerbündel: Pflanzendrucke in Sepia & Indigo


Pflanzendruck

In diesem Sommer wollen wir euch die Möglichkeit geben, ganz unterschiedliche Techniken auszuprobieren, um Blätter und Blüten abzubilden. Blattstrukturen, Blütenformen, Gräserlinien: Die Natur bietet die allerschönsten Motive. Es gibt so viele Techniken diese festzuhalten, ohne zu zeichnen oder zu fotografieren. Vielleicht wolltet ihr schon immer echten Ecoprint ausprobieren? Dann ist das die Gelegenheit. Oder ihr nutzt die Kraft der Sonne für Cyanotypie und Sonnendruck. Ebenso gut könnt ihr die Pflanzen im Direktdruck oder über die Gelliplate abbilden, sucht euren Weg und testet aus, auf Papier und Stoff.

Du kannst dir eine oder mehrere Techniken aussuchen und experimentieren, vielleicht mischst du auch die Techniken oder erfindest deine eigene? Ob du einen Spaziergang machst und Inspirationen sammelst, um sie Zuhause am Arbeitstisch zu bearbeiten oder ob du gleich in der Natur loslegst, mit dem Drucken und Gestalten, das sei dir überlassen. Binde den Sommer mit ein in dein Tun und lass die Natur für dich arbeiten. Erlaube dir den Sommerflow und lass dich treiben.

Wichtig ist uns bei diesem Projekt der direkte Umgang mit den Pflanzen. Es geht nicht um Abstraktion oder illustrative Interpretationen von Blumen und Gräsern.


Sepia & Indigo

Beim Ecoprint kommt die Farbe aus Blatt und Blüte, das Papier oder der Stoff wird gebeizt, die Beize bestimmt die Farbstimmung mit. Die Ergebnisse finden sich in einem Spektrum von Sepia und Brauntönen, mal mehr rötlich, mal gelblicher. Nennen wir es Naturbunt! Die klassische Cyanotypie funktioniert nur in Indigoblau. Damit die anderen Techniken, bei denen du die Farbe selbst bestimmen kannst, zu diesen Naturdrucken passt, bewegen wir uns auch hier in diesem Farbraum zwischen Indigo und Sepia. Also kein knalliges Grün, Pink oder Rot! Wir freuen uns auf einen farblichen gemeinsamen Nenner, denn alle Arbeiten werden am Ende gut zusammenpassen.


Material und Format

Das Format legen wir diesmal nicht so genau fest. Mach dir keinen Kopf und fühl dich frei. Wir bewegen uns zwischen kleinen Quadraten 10 x 10 cm und einem DIN A4 Bogen, sämtliche Zwischengrößen sind willkommen. Schaut einfach, was für euch passt und mixt gerne groß und klein im offenen oder geschlossenem Format. Wählt schöne Papiere oder Stoffe als Basis für euer Tun. Verzichtet auf bereits gemusterte/bedruckte Grundlagen und meidet Plastik. Verwendet gerne weiße, naturweiße oder bereits in natürlichen Farben (im Sinne unseres Farbspektrums) getöntes Ausgangsmaterial: federleicht, rustikal, glatt, bütten, kompakt, transparent, gewebt, geschöpft, fransig. Entscheidet selbst, ob ihr ein- oder beidseitig arbeitet.

 
Sommerbündel

Am Ende habt ihr einen großen Stapel Drucke in unterschiedlichen Formaten, den ihr zu 7 schönen gemischten Bündeln schnürt und jeweils an die Teilnehmer.innen eurer Postkunst-Gruppe schickt. Es sollten mindestens 5 Papiere/Stoffe pro Bündel verarbeitet werden. Wir vermuten, ihr werdet eskalieren, mehr ist also erlaubt. Ein Fundus an Material, aus dem jede ihre eigenen Kreationen schaffen kann, ob gemischte Stoff-Papier-Büchlein, kleine Patchwork-Projekte, Collagen und vieles mehr. Ausdruck des Sommers!


Das Prinzip

7 Teilnehmerinnen gestalten 7 Sommerbündel und senden 6 davon an Tag X per Post an die anderen Teilnehmerinnen auf der Liste. So hat am Ende jede eine fulminante Auswahl an sommerlich floralen Musterbögen für die private Weiterverarbeitung.


Projektdaten

Format: zwischen 10 x 10 cm und Din A4 (offen oder geschlossen)
Technik: Pflanzendruck, Ecoprint, Sonnendruck, Cyanotypie …
Thema: Sommerbündel
Farbe: Sepia & Indigo
Material: Stoff und Papier Umfang: 5+ mal Teilnehmer.innen
Porto: 7 x 1,00 Euro oder je nach Aufwand 1,65 Euro (bis 500 g)
(je nach Aufwand, kann sich durch Teilnehmer.innen aus dem Ausland erhöhen)


Zeitrahmen

Anmeldung: 20. bis 26.6.2022
Listen verschicken bis: 3.7.2022
Start: 18.7.2022


Anmeldung
Du kannst dich über diesen Link bei Google Forms anmelden. Falls du dich bei Google nicht anmelden willst, kannst du uns auch ausnahmsweise eine Email mit allen Daten schicken an: post@post-kunst-werk.de. (Vorname Name, Straße Nr, PLZ Ort, Land, Email, Instagram, Blog….)


Inspiration

Pflanzendruck – Unser Pinterestboard

Ecoprint: Der Farbstoff der Pflanzen selbst zaubert sich auf den Druckstoff. Beizen und Kochen und das Wissen darüber, welche Blätter gerne ihre Farbe abgeben und welche nicht, ist eine kleine Wissenschaft. Ein tolles Sommerexperiment. Die Experten in Ecoprint sind Brunhilde Scheidmeyer und Fritz Jeromin. Viele Infos findet ihr im Jeromin Blog und alle Materialien in ihrem Shop. Hier gehts zu den Workshops. Sehr interessant: Mein Zaubergarten und Erfahrungen von edelART

Blätterzauberberei – Michaela Müller


Cyanotypie: Der Untergrund wird mit einer lichtempfindlichen Lösung bestrichen und trocknen gelassen. Auf diesen beschichteten Grund wird dann ein Motiv gelegt und UV-Licht ausgesetzt. Nach dem Belichten wird das Motiv abgenommen und die Reste der Lösung ausgewaschen. Das Motiv ist nun fest auf dem Stoff oder dem Papier.

Basisanleitung – Jeromin


Sonnendruck oder Wärmedruck: Stoff oder Papier wird angefeuchtet und mit hochpigmentierter Farbe eingestrichten, die gepressten, aber nicht zu trocknen Pflanzen werden darauf gelegt. Alles trocknet in der Sonne an einem windstillen Ort. Pigmente wandern unter den abgedeckten Stellen in die schon trockenen Bereiche, dadurch entsteht ein Negativbild. Es eignen sich Seidenmalfarben, flüssige Acrylfarben, Tuschen.

Bunte Sonnendrucke – Michaela Müller


Direktdruck: Die Pflanze selbst ist der Druckstock. Die Blätter werden dünn mit Farbe bestrichen und direkt auf Papier oder Stoff abgedruckt. Der Druck kann mit den Händen ausgeübt werden, aber auch mit Hilfe einer Druckpresse. Es eignet sich Linoldruck, Acryl- oder Tiefdruckfarbe auf Papier, Textildruckfarbe für Stoffe.

Naturselbstdruck – wikipedia


Gellidruck: Monotypie mit Hilfe der Gelantineplatte haben wir bei der letzten Adventspost ausgiebig gemacht. Auf der weichen Druckplatte wird die Farbe dünn ausgerollt, die leicht gepressten Pflanzen aufgelegt, ein Papier darüber und mit den Händen durchgedruckt. Der erste Druck bildet die Negativform der Blättter ab, im zweiten Druck bilden sich die feinen Strukturen ab. Es eignet sich Acrylfarbe (lieber langsam trocknende), super Ergebnisse mit AKUA Intaglio Ink, Linoldruckfarbe auf Papier, Textildruckfarbe für Stoffe.

Monotypien mit Gräsern – Gerda Lipski

Frühlingspost Finissage 2022

Unserer erste Postkunst Aktion des Jahres ist vorbei. Zum Abschluss möchten wir noch mal so richtig in der Frühlingspost versinken und schwärmen. Es war eine besondere Aktion, denn unsere Steady Mitglieder haben zum ersten Mal mitbestimmt, wie wir dieses Projekt gestalten. Es war schön, euch miteinzubeziehen und sich auf etwas Neues einzulassen. Toll, es haben sich 246 Kreative auf unser Thema »Gedankengarten« eingelassen. Die Rahmenbedingungen waren nicht leicht, immerhin wollte ein kleines Büchlein gefüllt werden und das mit einem so persönlichem Thema!

Riwa @riwafarbwelten

Tabea: Gerade habe ich alle Gedankengärten, die mich erreicht haben, in ein kleines altes Schränkchen gepackt. Die Maße der Regale sind wie maßgeschneidert für die Leporello-Büchlein. Wie man an den Buchrücken erkennen kann, Grün dominiert und ist für viele DER Farbraum, um das Thema Gedankengarten zu visualisieren.

An dieser Stelle möchte ich mich noch mal herzlich bedanken für all die lieben Sonderpöste! Es war wieder sehr schön zu sehen, wie sich eure Arbeiten entwickelt haben, was ihr über Social-Media geteilt und geteasert habt und welche Gespräche entstanden sind.

Michaela: Ja, ich bedanke mich auch von ganzem Herzen und bin immer ganz beseelt, wenn ich fast täglich wunderschöne Umschläge aus dem Kasten hole und das Auspacken zelebriere. Die Post sichten und in Ruhe auspacken, mache ich übrigens am liebsten in der Mittagspause im Garten. Und ich muss dir direkt wiedersprechen, Tabea, in meiner Sammlung ist auch ganz viel lila-blau, auch wenn mein eigener Gedankengarten grün ist, guck mal:

Tabea: Ja, du hast Recht, ein bisschen Blau-Lila ist auch dabei, zu meiner Freude. Eine Augenweide allein die Buchrücken zu untersuchen. All die unterschiedlichen Bindetechniken und Farben im Anschnitt! Diese Entscheidung ist übrigens in unserem Steady-Mitglieder-Zoom-Meeting gefallen. Das die Leporellos frei entfaltbar sein sollen, sich jedoch jede Teilnehmerin individuell Bindetechnik und Schließmechanismus ausdenken kann. Michaela, wo hast du deine Post abgelegt? Und hast du schon eine Idee, wie du sie archivierst?

Michaela: So ein tolles Schränkchen habe ich nicht. Bei mir wohnen die Büchlein zunächst in einer Pappkiste, die ich mit Frühlingspapier beklebt habe. Mit Abschluss der Aktion werde ich sie mit ins Studio nehmen und dort ausstellen. Meine Kursteilnehmerinnen freuen sich immer zwischendurch die Postkunst-Schätze zu sichten. Vielleicht bekommen die Büchlein auch noch ein neues Zuhause, das ich auch an die Wand hängen kann, wie das Bücherhaus aus der Frühlingspost 2017, weißt du noch?

Tabea: Das finde ich narürlich besonders toll, wenn die Bücher in deinem Studio landen und von deinen Kursteilnehmerinnen noch gewürdigt werden können! Zumal diese Post was besonderes war.

Auch wenn die Post nun mal von Tauben gebracht wird und der Vogel ein schönes Symbol für den Frühling ist, gab es noch einen anderen Grund, dass Vögel und Tauben in diesem Jahr so präsent waren. Die globalen Ereignisse haben uns beschäftigt. Es war unmöglich, sich nicht entsprechend zu fühlen und zu äußern. Für viele Teilnehmerinnen war es anfangs nicht leicht, in die Kreativität einzutauchen. Es schien zu banal eigene künstlerische Gedanken zu visualisieren, während wir in Gedanken bei den vielen Menschen waren, bei denen es um so viel mehr ging, nämlich um ihr Leben, ihre Kultur, ihre Städte. In einigen Arbeiten sehen wir die Auseinandersetzung mit diesen Themen. Es gibt Friedenstauben, Friedenswünsche und Arbeiten, die die Thematik transformieren. Es ist gut, dass wir da so unterschiedlich herangehen und am Ende jede von uns den eigenen Weg gefunden hat.

Gestaltung von Geli Czerny @Geli1o1

Michaela: Oh ja, das hat uns alle sehr beschäft und beschwert. Bei vielen schimmerten die schweren Gedanken durch. Annette hat es sehr schön gelöst, zunächst die Begriffe, die ihr durch den Kopf gingen aufgedruckt und mit schönen kraftvollen Blumen übermalt. Eine tolle Lösung, sich auseinandersetzen und die Gedanken in eine andere Richtung drehen!

Foto: @buntistschön

Michaela: Komplett verzaubert hat mich auch die Umsetzung von Angelika mit gestempelten Friedenstauben.

Gedankenklang im Gedankengarten, passt ja auch zu gut!

Tabea: Vögel waren schon mal Thema bei der Postkunst, eben weil sie ein Symbol für Freiheit sind und sich wunderbar für das grafische und illustrative Arbeiten eignen. Der Freiheitsgedanke passte sehr gut zum Thema »Gedankengarten«. Und die gefundenen Motive fanden sich dann auch auf den Umschlägen wieder. Die Umschläge wurden so schön beschriftet und in vielen Leporellos konnten sich die Buchstaben fein entwickeln. Der beste Weg sich mit Schrift auseinanderzusetzen, ist, Schrift inhaltlich passend anzuwenden.

Lea Theimer @kreativ.kiste

Michaela: Ja, die Schrift war ein großes Thema, das war ja dein Wunsch! Hast du die tollen Büchlein von Ela gesehen, die nur mit den Namen und Schrift gespielt hat? In diesem Blogpost hat sie ausführlich darüber berichtet. Ich liebe mein kleines M-Büchlein!

Foto: papiergemetzel

Ich glaube, diese Postkunst ist deswegen so besonders gelungen, weil alle in ihrer Lieblingstechnik arbeiten konnten. So gibt es das ganze Spektrum von Holzschnitt, Aquarell, Gelliprint über Collage bis hin zur Batik. Aus der Komfortzone haben wir die Teilnehmerinnen nur dann gelockt, wenn es darum ging, die Bücher mit Inhalt zu füllen, was vielen leicht fiel und andere stärker herausgefordert hat.

Michaela: Bei mir liegen die Umschläge jetzt auf einem Haufen. Ich werde sie als Collagematerial verwenden. Sehr praktisch ist dafür der #smallartfinder von Angela, der in ihrem wunderschönen Päckchen lag. Ihre Schachtel habe die beiliegenden Briefe und Karten dieser Aktion gepackt und werde sie mit den Büchlein archivieren.

Michaela: Meine eigenen Kräuter-Büchlein hatte ich ja letzte Woche schon auf meinem Blog gezeigt. Für mich war die Arbeit daran wirklich eine runde Sache. Wie ist es bei dir gelaufen?

Tabea: Ich bin aufgeblüht und eskaliert.

Tabea: Mit den Farben zu arbeiten und sie zu schichten, zu kämmen und zu kombinieren hat für mich therapeutische Qualitäten. Es war am Ende etwas viel, da meine Bücher sehr narrativ sind und jede Menge Tuschezeichnungen entstanden sind. Es war schön, ein paar Figuren aus meinen Tagebüchern herauszulassen. Ich habe geschrieben, getuscht und gekleckst. In Serie arbeite ich sehr gern und jedes Heft hat seinen eigenen Charme, trotz gleicher Geschichte. Ich glaube, es ist mir noch nie so schwergefallen, sie in die Post zugeben. Auch aus Furcht, sie könnten auf Postwegen verloren gehen. Sind sie aber zum Glück nicht.

Tabea: Ich bemerke gerade, in der ersten Reihe oben bei meinen Titeln kann man gut die Entwicklung der Kalligrafie erkennen. Ich gestalte sehr aus dem Bauch heraus und verändere innerhalb der Serie manche Dinge so lange, bis sie rund sind. Es war richtig die Technik frei zulassen, wie du es oben beschrieben hast, Michaela. Besonders bei einem so persönlichen Thema.

Michaela: Und wie gehts weiter? Nach der Frühlingspost ist vor der Sommerpost. Diese beiden Aktionen liegen zeitlich nah beiander und wir sind natürlich schon mittendrin in der Planung. Nur als kleiner Teaser: Wir bleiben im Garten!

Zeigt uns gern auf Instagram, was ihr mit eurer Gartensammlung nun macht.

Wir melden uns dann bei euch, wenn es weiter geht und wünschen euch bis dahin alles Gute

Michaela und Tabea

Frühlingspost Linkliste

246 Postkünstlerinnen in 35 Gruppen haben ihre Listen mit etwas Verspätung erhalten und die Gedankengärten können wachsen. In diesen Tagen sind unsere Gedanken natürlich bei den Menschen in der Ukraine und wir können nicht unbeschwert in diese Frühlingspost starten. Vielleicht kann aber das gestalterische Tun uns vom Verzweifeln abhalten und uns ein wenig Freude und Frieden in diese Zeit bringen. Aus Solidarität haben wir die Farben des Frühlings geändert.

Hier in dieser List könnt ihre eure Vorbereitungen, euren Prozess, eure Werkzeuge, eure Palletten und Inspirationen zeigen. Auch gerne auf Instagram unter #frühlingspost2022  #postkunstwerkblog  #cgedankengarten. Aber zeigt noch nicht zuviel, um die Überraschung nicht zu verderben, bevor die Post bei den Empfängerinnen angekommen ist.

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter

Frühlingspost 2022

Herzlich willkommen zur Frühlingspost 2022! Die Luft erwärmt sich bald, die Geäste der Bäume werden sich füllen und aus dem Erdboden sprießen schon die ersten Knospen. Wir können aufatmen, unsere dicken Klamotten ablegen und durch die immer bunter werdenden Gärten ziehen. Wir tanken auf und freuen uns auf das Konzept unserer Frühlingspost: Zeigt her eure Gedankengärten!

Gedankengarten – Einblatt Faltbuch

Gedankengarten
Wandel durch deinen persönlichen Garten, sprich mit uns durch Blumen und Augenweiden, bearbeite dein kreatives Erdreich. Entfalte deine Gedanken: vage, zart oder konrekt, laut oder leise, wort- und erlebnisreich, verdichtet, langsam buchstabiert. Bewährte Mittel, um unsere Gedanken zu visualisieren sind Buchstaben, Formen, Farben, Zeichnungen, Striche, Eindrücke. Das darf poetisch, humorvoll oder unscharf sein. Fühl dich frei, unzensiert und unkritisch. Worte sprießen, Buchstaben erblühen, Striche ranken, Punkte reifen. Lasst uns an diesem Projekt gemeinsam wachsen.

Ein Blatt in Mixed Media
Wir bearbeiten große Papierbögen und lassen Farbflächen und Strukturen wachsen. Alles ist erlaubt: Pinseln, Spachteln, Wischen, Tupfen, Mustern, Schicht für Schicht mit deinen Lieblingsfarben. Wir mixen die Medien und können Papiere collagieren (Text und Bild), Handschrift spielen lassen (wähle schöne Schreibgeräte), Schichten aufbringen und eine schöne Hintergrund-Krume vorbereiten. Bearbeite deinen Acker mit den Händen, walke, fühle, sprenkle, nehme ihn ein und entfalte deine Sinne. Betrachte den Papierbogen wie ein großes Feld auf das später etwas gepflanzt wird.

Faltbuch
Ein Blatt wird ein Buch. Die fertig grundierten und gestalteten großen Papierbogen falten und schneiden wir so, dass aus jedem Bogen ein Lepporello-Buch entsteht. Ganz ohne Binden, optional mit Buchdeckel-Konstruktion. Der Bogen wird nach dem Schema oben vorgefaltet, eingeschnitten und im Zick-Zack gefaltet. Die Eck-Seiten (in der Illu unten Dunkelgrün) dürfen zusammengeklebt werden. So entsteht ein Büchlein im Hochformat mit 16 Seiten.

Nach dem Falten machen wir uns an die Details unserer Gedankengärten. Die gefalteten Seiten zeigen Ausschnitte des Hintergrundes. Spiele mit dem Zufall und gehe auf die Strukturen, Farben, und Bilder deiner kleinen Seiten ein. Es ist schon etwas da, ergänze es mit Buchstaben, Wörtern, Sätzen und lass deine Gedanken lesbar werden. Ob gefunden oder selbst gedichtet, Schnipsel oder Handschrift, einzelne Worte oder ganze Sätze: fülle die Seiten mit deinem freien Feinsinn. Du kannst dazu gern illustrativ arbeiten und deine Gefühle, Eingebungen, Ideen und Geistesblitze mit Zeichnung, Collage, Stempel und eigenen Schablonenmotiven ergänzen. Am Ende kannst du durch deine Gedankengärten blättern. 7 Büchlein entstehen in Serie, jedes wird einzigartig sein.

Im Zoom-Meeting haben wir angeregt diskutiert und einige Eckpunkt der Frühlingspost gemeinsam beschlossen:

Format
Aus einem A3 Blatt wird ein Büchlein in A7

Zusätzliche Buchdeckel
Das Leporello-Buch darf zusätzlich gestärkt werden. Entweder durch Buchdeckel, die an die erste und letzte Seite geklebt werden, durch einen Faltumschlag oder durch Bändchen. (Oder was dir sonst noch einfällt)

Buchrücken bleibt frei!
Das ist uns sehr wichtig: Für welchen Umschlag du dich auch entscheidest, der Leporello soll weiterhin auffaltbar sein.

Rückseite
Die hintere Seite des Leporello-Buches muss nicht ausgestaltet werden. Sie kann jedoch farbig grundiert werden, das sieht nett aus und stabilisiert zusätzlich.

Im Zoom-Meeting haben wir uns ermutigt die eigene Handschrift einzusetzen:

Wähle gute Werkzeuge. Verzichte auf Kugelschreiber und Filzer und bringe deine Handschrift mit Feder, Pinsel und Tusche auf eine künstlerische Ebene.

Lass dir Zeit und schreib achtsam und bewusst.
Habe einen wohlwollenden Blick auf dich und deine Handschrift.
Handlettering und Kalligrafie sind nicht nötig.
Nutze die Einfachheit der eigenen Schrift, um Gedanken in Buchstaben, Wörter, Sätze zu bringen.

Das Prinzip
7 Teilnehmerinnen gestalten 7 Faltbücher und senden 6 Bücher am Tag X per Post an die anderen Teilnehmerinnen auf der Liste. So hat am Ende jede eine Kleingartenanlage unterschiedlichster Gedankenwelten.

Projektdaten
Offenes Format Din A3 (42 x 29,7 cm)
Endformat: Din A7 (7,4 x 10,5 cm)
Technik: Mixed Media und Faltung
Thema: Gedankengarten
Farbe: frei
Material: Papier 120 bis 200 g/qm
Umfang: 7
Porto: 7 x 1,65 Euro (bis 500 g)
(je nach Aufwand, kann sich durch Teilnehmer aus dem Ausland erhöhen)

Zeitrahmen
Anmeldung: 14. bis 20.2.2021
Listen verschicken bis: 27.2.2021
Start: 21.3.2021

Anmeldung
Die Anmeldung ist abgeschlossen!

Inspiration

Unser Pinterest Board

Instagram:
#concertinasketchbook
Lydia Rink @_lydiarink_
Mari Emily Bohley @maribohley
Sandra Pearce @sandy_p09
https://www.sandrapearce.com.au/artists-books.html

You Tube:
Lydia Rink: How to create a simple collage book
Michelle Walker Art:
Artist Book Made From A Single Sheet
Flip Through of Artist Books Made From A Single Sheet

Adventspost-Finissage 2021

Hallo 2022. Da sind wir schon wieder in einem neuen Jahr gelandet. Ein erneuter leiser Start in ein weiteres ungewisses Jahr. Starten wir mit vertrauten Ritualen und blicken zurück auf die vergangenen Adventspost, die uns den Dezember erwärmt hat. Tradionell feiern wir die Finissage unserer Aktion mit einem Spaziergang zwischen West und Ost. Mittlerweile wandern wir zwischen Bergisch Gladbach nach Rochlitz hin und her.

Michaela: Da habe ich mir was eingebrockt mit dieser Adventspost, denn schließlich habe ich auf Rot bestanden. So ganz außerhalb meiner Farbvorlieben leuchtet es mir nun in meiner Küche entgegen. Beim Drucken meiner Karten hat es mir viel Freude gemacht, mich aus meiner Komfortzone zu bewegen. In meiner Küche ist mir diese rote Tapete fast zu heftig. Vielleicht auch, weil sie so monochrom ist. Aber sie ist ja nur temporär. Wie kommst du mit dem Rot klar?

Tabea: Es freut mich, dass so viele Teilnehmerinnen begeistert vom Rot sind. Denn das war ja auch unser Ziel, zu erahnen, was unsere Postkünstlerinnen sich wünschen. Mir persönlich hat die Auseinandersetzung auf dem Papier Freude bereitet. Allerdings habe ich dann nach einer Weile sehnsuchtsvoll in Richtung Lila geäugt. Einige meiner GraFische sind nicht ganz im geforderten Spektrum gelandet, die habe ich als Sonderpost verschickt.

Michaela: Ja, da schwimmt dein lila Sonderfisch an meiner Wand rechts am Rand. Wenn ich nach Hause komme und Licht brennt, strahlt das Rot bis auf die Straße, es leuchtet heller als der Weihnachtsbaum. Immerhin gab es an diesen Weihnachtstagen wieder Besuch, der die Karten bewundern konnte. Besucher mussten gar nicht reinkommen, konnten vor dem Fenster stehen bleiben und staunen.
Jedes Jahr um diese Zeit zeige ich meine Wand und immer wieder wirkt sie so anders. Bei dir ist sowieso alles anders, dieses Jahr. Hat in deiner neuen Wohnung die Postkunst schon einen Platz gefunden?

Tabea: Deine Wand ist beeindruckend toll! Ich hätte auch gerne so eine Fläche! Ich muss mich noch finden in der neuen Wohnung. Aus Gewohnheit habe ich mir die Karten nun auf meine Fensterbank gelegt.

Michaela: Schon Mitte Dezember war meine Wand voll, das lag an den vielen Sonderpösten und auch am Maxi-Postkarten-Format. Ich habe anders als im letzten Jahr nicht eine zweite Postkunst-Wand eröffnet, sondern eine Postkunst-Kiste, in der ich die weiteren Karten sammelte und ab und zu auch austauschte.

Tabea: Deine Magnetwand eignet sich super dafür! Die Karten werden nicht durch Klebestreifen oder Nadeln verletzt. Und so viele Karten, wie wir beide erhalten, passen auch auf keine Leine. Aber ein so großer Kühlschrank hat in meiner neuen Küche einfach keinen Platz, ich hoffe, bis zum nächsten Advent habe ich eine Bühne für die Postkunst installiert.

Michaela: Anders als der Farbton war mir sowohl die Gelliprint-Technik als auch die graFische Gestaltung so gar nicht fremd, das war beides ganz innerhalb meiner Komfortzone. Aber so ging es längst nicht allen Teilnehmerinnen. Für viele war Gelliprint neu und ich bin sehr froh, dass wir diese einfache und spielerische Drucktechnik weiter bekannt machen konnten. Die Vielfalt der Karten spiegelt alle Facetten der Technik wider, Vielschichtigkeit, Experimentierfreude, Strukturen, Zufallseffekte und gezielte grafische Gestaltungen mithilfe von Schablonen und Stempeln.
Die Entstehung meiner Karten hatte ich schon vor Weihnachten auf meinem Blog gezeigt. Wie sind deine Fische entstanden, magst du mal erzählen?

Tabea: Zuerst habe ich sehr grafisch mit Schablonen in schlichten Formen gearbeitet, das war mein Wunsch. Ich merkte jedoch schnell, dass ich zur Zeit keine Kompetenz im Arbeiten mit links-rechts-negativ-postitiv frei habe. Ich habe mir immer wieder die falschen Flächen zugedruckt, da ich die Wirkung meiner Schablonen fehleingeschätzt habe. Nach einer Weile hat sich eine gewisse Fischform entwickelt und ich hatten den Wunsch mit Pinsel direkt auf die Druckplatte zu zeichnen. So entstand meine Fischserie, mit der ich am Ende sehr zufrieden war. Wie immer war es dann schwer, die Serie auseinanderzunehmen und einzeln zu verschicken.

Michaela: Oh ja, in Serie wirken die Drucke immer am allerbesten!

Tabea: Das Abtauchen in die Farben mit Strukturen, Schichten und Klecksen begeistert mich immer wieder. Die Bandbreite der Möglichkeiten von Rot habe ich voll ausgeschöpft. Wobei ich sehr nach Gefühl direkt auf der Gelli-Platte mischen musste, denn den Farbton konnte ich wegen der gelben Farbe meiner selbstgemachten Druckplatte nicht mehr erkennen. Ich habe mit den Akua Farben gedruckt, die du mir geschenkt hat. Sie sind wirklich sehr fein und lassen sich schön zart, transparent in Schichten Drucken. Den Fisch und einige Läusekammfurchen habe ich mit deckender Linoldruckfarbe gedruckt.

Michaela: Ja, da hast du Recht, so toll die Druckfarben sind, die Mischung kann man auf der Gelliplate schlecht beurteilen. Das ging mir auf meiner Platte ähnlich.

Wie immer sind oft die Rückseiten der Karten genauso schön wie die Vorderseiten. Deshalb ist es fast zu schade, die Karten nur aufzuhängen und von vorn zu betrachten. Besonders fasziniert hat mich die Kunstmarke der Schweizer Post, die Heidi hier so passend gestaltet hat.

Tabea: Ja das stimmt, ich muss also eine Glaswand in meiner neuen Wohnung einziehen, damit die Post von allen Seiten zu bewundern ist.

Michaela: In den letzten Dezembertagen tauchten auf Instagram schon die ersten fertig gebundenen Büchlein auf und Bärbel schickte uns Bilder von ihrem Buch, für das sie die Karten gefaltet hat. Ich bekam erst einen dicken Schreck, aber der Rücken kann wirklich entzücken.

Bärbels Adventsbuch, koptisch gebunden mit gefalzen Karten.
Gundis Adventspostwälzer mit »Waisenbindung«

Michaela: Schaut mal, wie Gundi und Elvira ihre Bücher in deiner Waisenbindung gebunden haben, da hat sich die mühsame Anleitung in »Schöne Post« doch schon gelohnt.

Tabea: Oh ja, das freut mich sehr! So ein roter graFischer Kaltalog ist doch eine Augenweide. Schön, dass einzelne Postkarten ein Buch ergeben können! Ich habe es ja auch schon mal gewagt, so ein Buch aus reichlich zu vielen Karten zu binden, ich nannte den Wäzer dann »Sternenschwarte« (war damals auch eine Adventspost).

Elviras Adventsbuch. Schaut mal das Video dazu an.


Michaela: Ich werde meine Karten nicht zu einem Buch binden, es müssten mindestens drei Bücher werden. Ich werde sie einfach in dieser Kiste wohnen lassen, da kann ich sie immer wieder in die Hand nehmen und von allen Seiten bewundern. Besser noch, ich nehme sie mit ins Studio und lasse zukünftige Kursteilnehmerinnen darin blättern. Eine wunderbare Inspirationsquelle für Gelliprint-Workshops, wenn sie denn in diesem Jahr wieder stattfinden werden.

Tabea: Da bekommt die Bezeichnung »Ansichtskarte« eine neue Bedeutung, wenn sie sogar in deinen analogen Kursen inspireiren dürfen. Ich finde, das ist eine tolle Idee!

Übrigens war das jetzt die 10. Adventspost, das haben wir gar nicht mitbekommen. Und wie gehts weiter? Auch wenn das Planen in vielen Bereichen noch schwer fällt, Postkunst-Pläne können wir machen. 2022 wird ein neues Postkunst-Jahr, die Termine haben wir für unsere Steady Unterstützerinnen schon veröffentlicht. Wir freuen uns auf ganz viel Ausstausch in unserer Community und haben uns vorgenommen, euch dieses Jahr noch aktiver in die Postkunst mit einzubeziehen. Lasst euch überraschen. Wenn ihr uns über Steady unterstützt, werdet ihr bald erfahren, wie es laufen wird.

Liebe Grüße von Michaela und Tabea