Gudrun: Wie meine Sommerpost entstanden ist …


Fotos © Gudrun Peters


Heute zeigen wir die Werke einer »bloglosen Sommerpostlerin«, wie sie sich selbst nannte, die erstmal ein Gläschen Wein brauchte, als sie das diesjährige Thema gelesen hatte. Wir freuen uns über die tiefen Einblicke, Danke, dass du dich dada-durchringen konntest! Nun lassen wir Gudrun mit ihren eigenen Worten erzählen:

Liebe reise-träumende Postkunstwerkerinnen,

sie ist vollbracht; meine erste Teilnahme am Postkunstwerk. Ich wollte unbedingt mal mitmachen, war ganz gespannt auf das Thema, und als es schließlich verkündet wurde, ging die (Vor)freude doch lieber erst mal in den Keller.

Collage auf 15 x 15, möglichst noch Mixed Media und ein bisschen DADA; das wollte erst mal mit ´nem Gläschen Wein wohl überlegt sein. Nun denn, mein Wille siegte, also Anmeldung. Meine Grundidee stand fest (Landkarte als Hintergrund, weißes Gesicht). Von welchen Reisen ich träume, weiß ich auch. Das Wichtigste an Material hatte ich. Also noch Windrosen-Stempel geschnitzt und Schnipsel finden. Eine Regel setzte ich mir: Nix kopieren außer den weißen Gesichtern; es sollte Originale verklebt werden. Wo ich war (Wartezimmer, Frisör, Arbeit, Verwandte), durchforstete ich also sämtliche Druckerzeugnisse und bat zusätzlich um mehr. Dann galt es zu arrangieren, Farben zu probieren und DADA zu machen. Was dabei herausgekommen ist, seht Ihr jetzt. Mein DADA sind die gestempelten Worte, allesamt Anagramme von TRAUMREISE.

Mein Resümee: Es war anspruchsvoller und schwieriger als gedacht, auch weil ich das künstlerische Niveau der Postkunstwerke nicht ganz einschätzen kann. Außerdem finde ich die Zeitspanne bis zum ersten Versandtermin recht sportlich.

Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Wenn Euch meine Träume nicht gefallen, kann ich nix ändern. Ich kann nur hoffen, Idee und Umsetzung genügen Euch und dieser Aktion.

Ich hab die Teilnahme letztendlich nicht bereut, denn ohne Thema und Termin dümple ich oft dahin, und ich wäre in derselben Zeit bestimmt nicht so kreativ gewesen. Dabei sind das doch immer meine Auszeiten vom Alltag. Aber irgendwie brauche ich einen Anreiz, eine Idee von außen….

Nun bin ich ganz gespannt auf Eure Traumreisen  und auf den abschließenden Bilderreigen auf der Homepage (Ich hab´s nicht so mit sozialen Netzwerken, Blogs u.ä.,).

Schon jetzt DANKE für Eure Beiträge.

Vielleicht habe ich ja noch einmal Kontakt mit der einen oder anderen von Euch bei einer zukünftigen Postkunst.

Bis denne . Gudrun

Kristina: Wie meine Sommerpost entstanden ist …


Fotos © Kristina Eberler


Heute zeigen wir euch die Traumreisen von Kristina, die sich mutig an die »Collage als Kreativtechnik« traute: extra für die Sommerpost! Ein Schnipsel ist ein Schnipsel hat sie sich gedacht – besteht nicht eh alles aus Schnipseln im Leben? Doch lest, was Kristina aus Gruppe 11 selbst dazu schreibt:

Hallo, ich habe auch einen Blogbeitrag für Euch und die weite Welt!

Von alten und neuen Comfortzonen …

Die Collage und ich, wir waren keine Freunde. Ich habe es wirklich probiert. Mit Schere und Leim … Dann las ich Collage, 8 Stück. Nöööö, dachte ich oder auch mein innerer Kritiker. Doch raus aus der Comfortzone und angemeldet, ein Sommer ohne schöne Post ging ja erst recht nicht.

Frei nach Bob Plast: Acrylbinder besorgen, Papier zerreißen (eigene +einfarbige Papiere und Illustrierte) und los. Recht meditativ und immer wieder überraschend. War eine Stelle nicht schön, dann den nächsten Schnipsel einfach drauf, auch wenn es trocken war. Spachtel/Acrylbinder schnell und ohne konkreten Plan arbeiten. Rein in die nächste Comfortzone. Es war schön entspannend und ohne den sonstigen Collagen-, wie kriege ich da Spannung rein-, Hilfe, es klebt an meinen Fingern- Stress!

Dann noch Karten und Briefumschläge, mit den nicht enden wollenden Schnipseln gestaltet. Einige noch mit in den Briefumschlag, fertig war mein Beitrag.

Ganz schön Garten lastig, dachte ich zwischendurch. Man sollte vielleicht doch keine Landlust zerreisen? Lach. Aber es passt zu mir und auch eine Traumreise fängt vor der eigenen Tür an und da liegt mein großer Garten. Und der ist auch eine Reise, Stück für Stück, weit außerhalb aller Comfortzonen.

Meiner Gruppe schrieb ich: „Einen traumhaften Sommer mit vielen großen und kleinen Reisen und sei es nur an den nächsten See. Auch eine Traumreise besteht aus vielen kleinen Teilen für mich, …!“

Beim Kartenschreiben malte ich meine Vogelsilhouetten. Dann war klar, was für ein Stempel als verbindendes Element auf alle Collagen soll. Manche bekamen noch vorhandene verpasst. (Stempelfarbe auf Acrylbinder trocknet leider nur sehr langsam, habe ich gelernt.)

Eine Traumreise ist für mich nicht perfekt durchgeplant, lässt Raum, riskiert, überrascht, macht glücklich und ist oft fast zu angefüllt.

Einen herzlichen Dank an Michaela und Tabea von Postkunstwerk, es ist wieder ein Fest. Viel Freude meiner Gruppe!

So, jetzt lehn ich mich in meinem Bürostuhl zurück und freu mich auf  eure Post. Gar nicht so schlecht auf Platz eins!

Mit vielen sommerlichen Grüßen
Kristina aus der Uckermark

Martina: Wie meine Sommerpost entstanden ist …


Fotos © Martina Schadt


Es freut uns sehr, dass einige der blogfreien Postkünstlerinnen ihre Werke hier im Post-Kunst-Werk zeigen möchten. Wer Lust darauf hat, schickt uns eine Mail mit Bild und Text. Die Fotos am Besten gleich in guter Qualität, 800 bis 1000 Pixel Bildbreite sind optimal. Neulich erhielt ich eine Mail von Martina mit ihren schönen blaugründigen Bildern, die sie aufwändig aufbereitet hat. Martina schreibt:

Liebe PostKünstlerinnen,

hier wie versprochen die ganze Galerie meiner Traumreise Collagen und Karten. Ich hoffe sie sind mittlerweile bei allen eingetroffen und bedanke mich nochmal ausdrücklich für die begeisterten und motivierenden Rückmeldungen.

»Über den Wolken muss die Freiheit grenzenlos sein«, schon als Kind habe ich davon geträumt, fliegen zu können. Meine Traumreise geht in die Lüfte- frei wie ein Vogel.

Für die Collagen habe ich 1,5 mm starke Siebdruckpappe verwendet, die ich mit Leinwandgewebe beklebt und mit Acrylfarbe grundiert habe. Aus meinem gesammelten Papiervorrat (Frühlingspostschnipsel, Katalogseiten, Reste aus anderen Projekten, Kopien von alten Quittungen, Unterlegpapiere, Geschenkpapierschnipsel, etc) die Landschaft gestaltet und die Vögel aus diversen Zeitschriften zusammengesucht. Die Hintergründe der Karten sind mit einer Gelplatte, über die meine Frühlingspostwalze gerollt ist, gestaltet.

Wünsche euch allen einen tollen Sommer mit traumhaft schöner Post.

Herzliche Grüße,
Martina

Heike: Wie meine Sommerpost entstanden ist …


Fotos © Heike Diederich


Heike macht zum ersten Mal bei der Postkunst mit. Schon länger beobachtet sie das Post-Kunst-Werk und hat sich zum Sommer spontan angemeldet. Ihre Lieblingstechniken sind Aquarell und Pastelkreide. Und obwohl sie von sich aus meint, von Collagen habe sie keine Ahnung, macht sie sich ans Werk. Heute stellt sie ihre Traumcollagen vor …

Heike schreibt:

Ich bin total begeistert! Die Aktion hat so viel Spaß gemacht. Da ich keinen Blog habe schicke ich Euch Fotos von meinen Karten.

Es war nicht einfach für mich und ich habe lange nachgedacht, wie ich eine Collage zu dem Thema Traumreise gestalten kann. Ich habe kleine Skizzen aus meinem Skizzenbuch kopiert und damit kleine Szenen am Meer gestaltet.

Himmel in Aquarell gemalt, passendes Papier für Meer und Sand ausgesucht und Wörter gestempelt, die für mich einen Traumurlaub auf Fuerteventura bedeuten. Umschläge habe ich aus wunderschönem Papier mit Muscheln und Meerestrieren gefaltet.  Hoffe es gefällt den anderen Teilnehmerinnen in meiner Gruppe.

Meine Post ist schon verschickt. Auch an Euch! 🙂 Als kleines Dankeschön.

Freue mich schon auf die neue Aktion.
Ganz liebe Grüße
Heike Diederich

114 PostkünstlerInnen sei Dank …

… ist uns ein postkunst- und collagenreicher Sommer sicher! Unsere Anmeldung ist abgeschlossen und sagenhafte 113 Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer begleiten uns in 14 Gruppen durch die Sommerpost 2018. Wir freuen uns sehr über euer Interesse! Während die meisten das gerade hippe Collagen Thema begrüßen oder gar ersehnen, gab es auch Anmeldungen mit zurückhaltenden Kommentaren. Also mutige Anmeldungen, offen dem gegenüber, was da kommen mag. Und stellt euch vor, das ist in Ordnung! Es gibt Zeiten, da wirft man sich in den Fluss einer Technik, die einem gerade naheliegt und dann gibt es Zeiten, in denen nimmt man eine Herausforderung an. Damit verbunden, Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung durch Verlassen der Komfortzone. Ich gehöre dazu!

Mein erstes Aktiv werden in Sache Collage, das war damals bei einem Blogger Treffen in Köln – genauer: Nippes City. Wir hatten in der Kleinen Fabrik ein wunderschönes, kreatives und kommunikatives Beisammensein. Einige Frauen, mit denen ich bereits seit Jahren eine virtuelle Freundschaft pflegte, sah ich zum ersten Mal. Das war sehr aufregend und auch mal wichtig. Hände schütteln und jemanden beim Reden in die Augen blicken, ist einfach was anderes als zu kommentieren, liken und mailen.

Es wurden Koffer voller Collagenmaterial mitgebracht.

Auf dem ersten Blick (in den Koffer) – für ein ungeschultes Auge – eine wilde Sammlung mit allem Möglichen. Doch ist das so? Ich kam mit leichtem Gepäck angereist und durfte mich bei den Papiersammlungen der Damen bedienen. Schwer viel es mir, weil es eben nicht einfach eine »wilde« Sammlung war, sondern eine »persönliche« Sammlung. Nicht meine Sammlungen. Wenn sie auch sehr ansehnlich und einladend leuchteten und lockten, die Schnipsel.

Katrin grundiert ihr Trägermaterial vorher mit Leim

Die eine arbeitet gern mit Drucksachen aus einem anderen Jahrzehnt und die andere steht auf Buchstaben, Handschriften, Schnittmuster oder Landkarten.

Arbeitsplatz von Miss Herzfrisch

Die eine bevorzugt es, mit fertigen/illustrativen Figuren zu hantieren, während sich die andere lieber ihre Figuren aus selbst gemusterten Mögen schneidet.

Wer werkelt hier wohl? Bitte melden ;o)
Vertraut mit der Technik, füllen sich ganze Künstlerbücher – hier von Michaela

Und was ist dein Ding? Hast du es schon? Suchst du es noch? Ich freue mich übrigens sehr, dass endlich die Fotografie Einzug in die Postkunst hält. Mit dieser können wir nämlich zwei Dinge sehr gut verbinden, einmal das Arbeiten mit konkreten Figuren, Landschaften, Menschen, Tieren, Dingen und zum anderen auch, dass es etwas Eigenes ist. Kein Fundstück aus einem alten Buch oder Magazin und somit kein Material mit fremden Urheber. Unsere Traumreise aus unseren Fotografien. Auch eine Reise für den eigenen Stil.

Erprobt haben wir die Collage bereits in der Frühlingsboten Aktion mit dem Haupt Verlag. Um mich auf diese mir bisher fremde Technik vorzubereiten, habe ich mir die Collagengrundlage selber ermustert. Für mich hat sich gezeigt, dass ich mich wohler fühle, mit eigenen Papieren zu collagieren. Begonnen habe ich so mit mir zwei nahestehenden Techniken … und das zeige ich euch in einem anderen Post …

Bis dahin . eure Tabea