Vielen Dank an alle Postkünstlerinnen, die zu ungewohnter Zeit am Samstag vormittag mit uns über die neue Frühlingspost-Aktion gesprochen haben, ihre Fragen und ihr Wissen rund um den Walzendruck mit eingebracht haben. Für alle, die nicht dabei waren, gibt es hier die Zusammenfassung unseres Treffens.
Technik – Walze
Als Walze/Träger eignen sich alle möglichen zylindrischen Gegenstände. Besonders wenn du kein Geld ausgeben möchtest, suche nach leeren Weinflaschen, Plastikbehältern (z.B. vom Buchbindeleim), Nudelhölzern oder Papprollen.
Im Baumarkt findest du HT-Rohre (Abwasserrohre) mit verschiedenen Durchmessern. Ebenso im Baumarkt gibt es Tapetenandruckwalzen, die du mit Klopapierrollen bestücken kannst. Auf den Klopapierrollen kannst du deine Moosgummi-Motive aufbringen.
Entscheide selbst, ob du eine dauerhafte Walze gestaltest, die du eventuell immer wieder verwenden kannst. Oder möchtest du doch lieber flexibel sein? Dann kannst du zum Beispiel eine Tapetenandruckwalze mit einer Klopapierrolle bestücken (doppelseitiges Klebeband), die sich immer wieder entfernen lässt. Du kannst also viele Motive mit der gleichen Walze drucken. Fotos von @Eva:
Beachte, dass du die Walze gut anfassen, einfärben und bewegen kannst. Lasse also einen Rand frei oder sogar einen Eingriff in die Rolle, um sie einfärben und drucken zu können. An gewissen Walzen sind bereits Griffe befestigt.
Je kleiner der Durchmesser deiner Walze, desto kleiner wird der Rapport (das sich wiederholende Muster). Das heißt auch, dass du mehrere Umrundungen brauchst, um ein Papier vollflächig zu drucken und eventuell mit Farbe nachtanken musst. Große Muster lassen sich besser mit großen Walzen verwirklichen.
Hat jemand Erfahrung mit Stempelgummi auf der Rolle? Stempelgummi hat eine gewisse Dicke. Wenn du magst, experimentiere damit. Hier ist eine große Walze vermutlich besser geeignet, da sie sich besser bekleben lässt.
Ist nur Walzendruck zulässig? Oder auch Schrift, Muster von Hand? Ja unser Thema ist der Walzendruck. Nachträglich wird unser Muster nicht mit Zeichnungen, Illustrationen, Handschrift, Collagen etc. ergänzt.
Ist Schrift gewalzt okay? Fühl dich frei. Schnitze gern Schrift, wenn du das möchtest.
Wie bekomme ich die Farbe auf die Walze? Es gibt Farbwalzen mit »Farbtank«, üblich ist dies bei Musterwalzen für Wände. Wenn du es einfach lösen möchtest: Du kannst die Farbe mit einem Schwämmchen auf die Walze tupfen. Glasscheiben eignen sich gut, um die Farbe anzumischen und sie mit einem Schwamm aufzunehmen. Eine andere Möglichkeit: Du kannst die Gel-Druckplatte gleichmäßig mit Farbe einwalzen und deine Musterwalze darauf abrollen, sodass die Farbe auf die Walze übertragen wird.
Wie bekomme ich die Walze wieder sauber? Kann ich sie überhaupt mehrfach verwenden? Ja, Walzen können viele Jahre halten und oft verwendet werden. Reinige die Walze nach dem Drucken mit einem feuchten Tuch. Alte Walzen, die schon eine Schicht getrocknete Acrylfarben haben, lassen sich auch vorsichtig unter Wasser reinigen.
Welcher Kleber hält gut, wenn Moosgummi geklebt werden soll? Verwende flüssigen Klebstoff und lass ihn etwas anziehen. Auch doppelseitiges Klebeband eignet sich gut. Tipp: Pattex – kleben statt bohren
Das Einbeziehen einer Gel-Druckplatte ist erlaubt. Sie erleichtert das Komponieren verschiedener Walzenmuster und ermöglicht künstlerische Vielfalt.
Motiv – Elemente
Geht es eher um abstrakte Muster oder mehr um Figuren und erkennbare Muster? Beides ist willkommen, einzeln oder in Kombination. Du kannst gern vier unterschiedliche Musterwelten gestalten. Du kannst die vier Elemente aber auch mit Strukturen und Farben gestalten. Vielleicht findest du einen Weg, ein Muster zu gestalten, welches sich in Kombination mit Farben und Strukturen an die Element anpasst?
Ist es wichtig, ob die Werke hinterher hochkant oder quer ausgerichtet sind? Da wir eher Muster gestalten – und keine Bilder – ist das Format frei. Die Ergebnisse sollten sich am Ende hoch- und querformatig weiterverarbeiten lassen.
Mit welchen Papieren kann ich sauber und klar drucken? Papiere mit glatten Oberflächen geben deinen Druck am klarsten wieder. Jedoch beachte, es geht in unserm Projekt nicht nur um saubere perfekte Drucke. Verwende auch gern bereits Papier mit Struktur, zum Beispiel Aquarellpapier oder Ingrespapier. Du kannst deine Bögen auch mit Gesso oder Acrylfarbe strukturreich grundieren. Weniger glatte Papiere sorgen für ungleichmäßige Drucke, die eventuell deine Aussagekraft der Elemente unterstreichen können. Für Trockenheit/Erde können raue unruhige Drucke für sich sprechen. Das Element Wasser lässt sich mit wässriger Farbe darstellen. Und vielleicht lässt sich die Luft gut mit unklaren und weniger sauber definierten Linien und Formen gestalten?
Was ist mit der Farbe des Untergrundes machbar? Soll er weiß sein oder irgendwie eingefärbt? Beides ist okay. Du kannst hellgrundige Papiere wählen. Es können auch bereits uni-farbige Papiere verwendet werden. Bitte verarbeite keine Papiere mit bereits fertigen Mustern und komplexen Farbgestaltungen.
Darf das Papier schon mit Farbe grundiert werden (ohne Walzentechnik)? Es ist schön, wenn du die Walze sehr experimentell einsetzt. Walzen ohne Muster eignen sich gut zum Einfärben des Untergrundes. Ja, zum Grundieren und Färben verwende gern einen Pinsel oder die Gel-Druckplatte, wenn du magst.
Welche Dicke sollte das Papier haben? Das Papier sollte reißfest sein, sodass es später gut weiterverarbeitet werden kann. Befühle das Papier und entscheide selbst. Nicht die Grammatur ist entscheidend, sondern die Qualität. Das Papier sollte geschmeidig sein und nicht brechen beim Falten.
Michaela hat dieses Video aufgenommen. Sie hat aus dem Projekt von 2018 einen Musterkatalog gestaltet. Siehst du, wie schön sich die Bögen blättern lassen? Solch stabile, ästhetische und wertigen Papiere stellen wir uns vor.
Farbe
Welche Farbe empfehlt ihr? Entscheide nach deinen persönlichen Vorlieben:
Acrylfarbe trocknet schnell und wasserfest. Gut geeignet, wenn du gern zügig arbeitest und nicht extra fixieren möchtest. Werkzeug und Rolle sollten zeitnah gereinigt werden, da sie sonst verkleben. Es sei denn, du verwendest einen Trocknungsverzögerer, den es im Fachhandel zu erwerben gibt.
Linoldruckfarbe trocknet langsam und lässt sich nach dem Durchtrocknen leicht mit Wasser wieder anlösen. Wenn du während des Druckens zwischendurch gern mal eine Pause machst, musst du dich nicht darum sorgen, dass deine Geräte eintrocknen. Linoldruckfarbe sollte nicht zu dick verarbeitet werden, da sonst die Trocknungszeiten des Werkes lange sein können. Druckbögen, die mit Linoldruckfarbe gestaltet wurden sollten fixiert (Haarspray oder gekauftes Fixierspray) werden, damit sie später nicht verschmieren.
Akua Druckfarbe am besten nur in Kombination mit Geldruck verwenden. Diese Farbe trocknet noch langsamer als Linoldruckfarbe und sollte daher nur sehr dünnschichtig verarbeitet werden. Schön ist, dass Akua Farbe Transparenzen zulässt und nach dem Trocknen wasserfest ist. Du kannst sie auf einer Glasscheibe auswalzen und mit einer Farbwalze auf die Gel-Druckplatte rollen. Nun kannst du deine gemusterte Walze über die Farbschicht auf der Gel-Druckplatte rollen. Deine Walze nimmt die Farbe auf und du kannst mit der Walze auf das Papier drucken. Ebenso kannst du das Muster, das deine Walze auf der Gel-Druckplatte hinterlässt direkt von der Gel-Druckplatte auf einen Bogen Papier drucken.
–> Bitte teile deiner Gruppe mit, mit welcher Farbe du gearbeitet hast und ob du eventuell bereits fixiert hast.
Versand, Verpackung und Signatur
Wie falten wir die Bögen? Dürfen sie gefaltet werden zum Versand? Wir haben das Format extra so gewählt, dass wir es nicht falten müssen. Unser Format passt in einen Großbrief-Umschlag, der bist zu 35,3 cm x 25 cm groß sein darf.
Großbriefumschläge mit Rückwand sind aber richtig teuer! Du kannst Umschläge ohne Rückwand kaufen und eine Rückwand selber bauen. Verwende alte Pappen zum Stabilisieren deiner Post, damit sie heil ankommt.
Weil es in der Adventspost so schön war, stellen wir dir eine kleine Vorlage zur Verfügung. Ein Etikett, das du ausdrucken, ausfüllen und auf die Rückseite deiner Werke kleben kannst. Dann wissen wir von wem das Werk ist, wie es heißt und wie es entstanden ist. Du bekommst die Vorlage zum Ausdrucken zusammen mit deiner Adressliste. Selbstverständlich kannst du auch eigene Vorlagen gestalten.
Packe deinen elementaren Walzen-Drucken gern ein paar persönliche Worte bei. Wir haben diesmal sehr kleine Gruppen, du kannst also kleine Briefe schreiben und dich mitteilen.
Organisatorisch – Termine und Anmeldung
Wer sind meine Ansprechpartnerinnen während des Projektes? Für alle Probleme und Fragen sind Michaela und Tabea die direkten Ansprechpartnerinnen! Maile uns an post@post-kunst-werk.de und wir antworten dir zeitnah!
Ich würde mir wünschen, dass unser Zoom Treff früher während der Anmeldephase stattfindet, damit ich die Eindrücke vom Zoom noch länger wirken lassen kann und noch Zeit habe, was auszuprobieren, bevor ich mich entscheide, ob ich dabei bin. Darauf gehen wir gern ein, indem wir das Protokoll zeitnaher verschicken und das Zoom-Meeting so planen, dass du danach noch etwas Zeit zum Entscheiden hast. Die Anmeldefrist zur aktuellen Frühlingspost haben wir bis Mittwoch, 18. Februar verlängert.
Was passiert danach? Werden die Werke gezeigt, die daraus entstanden sind? Während der Aktion zeigen viele Teilnehmende ihre Zwischenschritte und Erfahrungen auf Instagram oder unserem Padlet. Nach der Aktion gibt es eine Finissage (im Blog), Michaela und Tabea zeigen noch mal einige Ergebnisse und auch schon gestaltete Endergebnisse von uns oder von den Teilnehmenden. Manchmal gibt es in der fünf (dem neuen Kulturort in Rochlitz von Tabea) eine Ausstellung.
Was verpasse ich ohne Instagram? Wo findet denn der Austausch statt? Du brauchst nicht unbedingt Instagram, um bei unseren Aktionen mitzumachen. Viele tauschen sich über Instagram aus, weil Vernetzung dort sehr einfach geht. Wenn du ohne Instagram aktiv sein möchtest, dann schreibe Kommentare unter unseren Posts im Blog. Ebenso schön ist der direkte Austausch innerhalb deiner Gruppe. Schreibt euch E-Mail und kommuniziert miteinander. Ein öffentlicher und gleichzeitig geschützter Raum zum Austauschen ist unser Padlet. Verwende es gern und teile dich dort mit:
Ein Padelt ist eine Pinnwand auf der du deine Bilder und Bemerkungen posten kannst. Andere können auch auf dich reagieren. Dafür brauchst du keinen Account, es ist sehr einfach zu handeln. Hier findest du unser Padlet zur Frühlingspost. Nicht wundern, darauf findet sich auch noch die Frühlingspost aus dem letzten Jahr.
Bitte keine Klar-Adressen im Netz veröffentlichen oder vorab fertige Arbeiten zeigen.
Zeige sehr gern Teaser, Experimente und deine Freude am Gestalten auf Instagram und Co. Verlinke dich mit dem Post-Kunst-Werk.
Das Bedanken und die Rückmeldung, dass ein Brief angekommen ist, ist eine feine Geste, worüber sich viele sehr freuen. Beachte bitte, dass dies kein Zwang sein sollte. Wenn du unbedingt wissen möchtest, ob deine Post angekommen ist, dann frag ohne Vorwürfe nach.
Sollte dir etwas dazwischen kommen, besprechen dies bitte freundlich mit deiner Gruppe. Sie wird Verständnis für dich haben und ihr findet gemeinsam eine Lösung.
Deine Anmeldung ist bindend! Nimm dies bitte ernst, denn viele Kreative verlassen sich auf dich und möchten Freude an der Aktion haben. Besonders bei kleinen Gruppen, ist deine Gruppe traurig, wenn nichts kommt. Bitte ghoste niemanden! Melde dich bei deiner Gruppe, wenn du deinen Termin verschieben musst. Reagiere auf persönliche Anfragen. Auch wenn es dir unangenehm sein sollte, wenn du dich verspätest oder aufgeben musst. Du hast das Verständnis deiner Gruppe, wenn du sie freundlich informierst und emotional abholst.
In Notfällen, melde dich bei uns ab. Wir kümmern uns dann um den Rest.
Habt viel Spaß mit der Frühlingspost 2026 Michaela und Tabea
Im Wandel der Jahreszeiten gibt es stets Wiederholungen. Auf einen kalten Winter – mit einer engelsgleichen Adventspost – folgt ein Frühling mit einer neuen Aktion. Das Rad dreht sich weiter, einiges verändert sich, manches kommt wieder. Es gibt Techniken und Themen, die einfach und zeitlos sind und nach einer Neuauflage rufen. Wir betrachten unsere Postkunst Projekte als eine Art Menüfolge. Hast du nach etwas Süßem auch oft Hunger auf etwas Herzhaftes? Nach dem kleinteiligen Format im Advent haben wir Appetit auf ein größeres, freieres Projekt bekommen.
Vor nun mehr schon acht Jahren haben wir im Frühling große Papiere im Walzendruck bedruckt, jetzt machen wir es wieder, ähnlich und anders! In letzter Zeit hatten wir oft konkrete Motive, die illustrativ umgesetzt wurden. In der Frühlingspost freuen wir uns auf die Kraft der Elemente. Wir hinterlassen Spuren, suchen Muster und finden Ausdruck von Farbe.
Rundumdruck
Wir gestalten eine kleine Papierkollektion mit vier zusammengehörigen Bögen, je ein Bogen zu jedem Element: Feuer, Wasser, Erde, Luft. Ob es ein Nudelholz, eine Fusselrolle, der Pappkern einer Klopapierrolle, eine Linolwalze oder eine weiche Farbwalze ist, fühl dich frei. Mit Hilfe einer Walze oder Rolle bringen wir Strukturen und Motive in einer gleichmäßigen Wiederholung aufs Papier. Der Rhythmus der Walze erzeugt ein Muster. Organische Strukturen und Muster lassen sich perfekt im Walzendruck drucken … Wellen, Wolken, Erdkrusten, Flammen …
Wir nutzen die Möglichkeiten, die der Walzendruck mit sich bringt. Lasse dich auf Strukturen ein, die mit der Walze malerisch aufgetragen werden. Gerne kannst du auch die Feinheiten einer Geldruckplatte nutzen und darüber deine Walzenstrukturen aufs Papier bringen. Es muss nicht der perfekte Musterrapport sein, vielmehr der spielerische Umgang mit der Walze. Lässt sich die Walze in Wellen rollen oder wild bewegen? Drucke mehrfach übereinander und erzeuge dein Element mit Schichtungen von Farbe und Struktur.
Ebenso kannst du dich spielerisch auf einfache Formen und Muster einlassen. Aus einen einfachem Tropfen, wird ein Meer, Tropfen steigen in die Luft – und wechselst du die Farbe, lodert Feuer auf. Finde Unterschiede und Ähnlichkeiten in der Gestaltung deiner Elemente. Entscheide selbst wie komplex deine Formen und Muster werden. Dieses Prinzip lässt sich auch auf den Umgang mit Strukturen, also ohne konkrete illustrative Symbole, übertragen. Einige Strukturen bekommen vielleicht nur durch unterschiedliche Farben die Wirkung von Feuer oder Wasser.
Feuer, Wasser, Erde, Luft
Seit der Antike haben Menschen versucht, die Welt und ihre Zusammenhänge durch die vier Elemente zu erklären. Feuer, Wasser, Erde und Luft lassen sich den Jahreszeiten, Göttern, Emotionen, Farben, Charaktereigenschaften und Symbolen zuordnen. In der Kunst sind sie seit Jahrtausenden immer wieder Thema und Inspiration. Naturgewalten beeindrucken und beeinflussen uns immer noch und ganz besonders heute, wo der Klimawandel das Gleichgewicht auf der Erde durcheinander bringt.
Setze dich mit den Farben der Elemente auseinander, finde einen Farbklang für jedes Element, der jeweils in sich ruht und gut mit den anderen zusammen passt. Die vier farbigen Papiere spielen harmonisch zusammen und stellen jeweils das eine Element dar. Nutze nicht einfach nur Orange für Feuer und Blau für Wasser, sondern mische dir deine elementaren Farben selbst zusammen.
Wir vertrauen, ähnlich wie bei dem Landschaftsdruck, auf unser kreatives Schwarmverhalten und geben keine Leitfarben vor. Die Idee der Elemente beinhalten bereits einen farblichen Leitfaden, all unsere Arbeiten werden gewiss harmonisch zusammenpassen.
Papier und Farbe
Wir bedrucken randlos jeweils 4 Bögen in einem DIN A4 Überformat: 32 x 23 cm. Zum Verschicken eignet sich ein Großbrief-Umschlag. Das Papier sollte nicht zu dünn und auch kein Karton sein. 100–200 g/m2, damit die Bögen später für Collagen oder zum Buchbinden genutzt werden können. Arbeite gerne auf einem größeren Bogen, damit es freier und wilder wird und schneide den Bogen später auf das Endformat zu. Zum Beispiel kannst du einen Bogen 50 x 70 cm vierteln.
Nutze die Farben, mit denen du dich wohl fühlst. Das darf Acryl, Linolfarbe, Guache oder Akua-Druckfarbe sein. Bitte verwende keine Wandfarbe (wie damals 2018), die brüchig auftrocknet. Du kannst auch unterschiedliche Farben mischen und kombinieren. In diesem Projekt geht es nicht um Mixedmedia, wir erstellen keine Collagen, wir gestalten diesmal nicht mit Schrift und zeichnen nicht über den Druck. Es geht um puren Walzendruck!
Drumherum
Markiere und signiere deine Papiere auf der Rückseite leserlich mit einem Label oder Stempel, damit die Papiere auch später noch den Künstlerinnen zugeordnet werden können, wenn sie nicht mehr im Umschlag stecken. Es geht hier nicht um eine künstlerische Signatur (die kannst du extra daneben setzen), sondern um einen leserlichen Namen mit Vor- und Nachnamen.
Lege den vier Bögen einen persönlichen Gruß bei und erzähle, wie deine Elemente entstanden sind. Kombiniere für dein persönliches Studium oder für die Umschläge und Beibriefe die 4 Elemente, drucke übereinander und finde spannende Mischungen der Elemente. Verwende hierfür gern die Umschlag-Rückseite, damit die Post die Adresse gut lesen kann.
Aus der Papier-Kollektion kannst du später deine eigenen Werke schaffen, sortiere sie nach Elementen, binde damit Bücher ein, nutze die Papiere für Collagen, Karten, Mixed-Media-Projekte.
Das Prinzip
6 Teilnehmerinnen gestalten 6 x 4 Elementbögen und senden 5 Sets davon am Tag X per Post an die anderen Teilnehmerinnen des Projektes. So begleiten uns die schönen Briefe durch den Frühling.
Projektdaten
Format: 32 x 23 cm, randlos bedruckt Technik: Walzendruck (Walze selbstgemacht) Material: Papier (100–200 g/m2) Farbe: Vier Elemente Umfang: 6 x 4 Bögen Porto: innerhalb Deutschland Großbrief (1,80 €)
Zeitrahmen
Anmeldung: 09.–15.02.2026 Zoom-Meeting: Samstag, 14.02.2026, 10.00 Uhr Versenden der Listen: 22. Februar 2026 Projektdauer: 16. März bis 10. Mai 2026
In den letzten Wochen haben wir uns einen bunten Strauß Blumen gepflückt. Sie wuchsen direkt aus dem Briefkasten. Wir haben uns über wöchentliche, wunderschöne Briefumschläge und Schnittblumen gefreut. Heute beenden wir die Aktion mit der »Frühlingspost 2025 Finissage«. Wir sprechen über unsere eigenen Herangehensweisen und zeigen die ganze Pracht. Dankeschön für die vielen Sonderpöste, wir freuen uns immer sehr darüber!
Tabea: Das Gärtnern ist mir wichtig. Mein kleiner Garten wird nun ein Jahr alt. Als die Frühlingspost begann, schlief er noch, um so eifriger habe ich mich meinen Schnittblumen zugewandt. Da ich diesmal recht weit vorn auf der Liste stand, habe ich früh angefangen, Ideen zu sammeln. Einen gewissen Eindruck hatte ich vorher schon. Meine persönliche Herangehensweise und Ideenfindung im Skizzenbuch findest du HIER in meinem Blog. Ich hatte viel Freude dabei, dass Papier mit Tusche passend einzufärben. Und war begeistert von den Eigenschaften des Linoldruckpapiers, das hauchdünn und trotzdem sehr strapazierfähig ist.
Michaela: Diese Frühlingspost bot sich für uns beide an, so ganz in unserer jeweils eigenen Art und Weise zu arbeiten. Das sieht man auch an unseren Fotos, deine auf deinem lilafarbenen Tisch, meine auf dem grünen Arbeitsbrett. Meine Schnittblumen sind komplett in meiner Komfortzone gewachsen, Scherenschnitt in Grüntönen, so ganz meins. Ich habe hier schon in meinem Blog darüber geschrieben. Ich war, im Gegensatz zu dir, diesmal als letzte in meiner Gruppe dran. Zwar waren die eigentlichen Bögen schon im März fertig, aber das drumherum, die Umschläge und persönlichen Grüße habe ich erst Anfang Mai fertig gestellt.
Tabea: Für mich stand diesmal von Anfang an fest, dass ich ein Buch binden würde. Die japanische Bindung ist nicht meine Lieblingstechnik. Daher habe ich kaum Bücher dieser Art in meinem Regal stehen. Also dachte ich, perfekte Gelegenheit, mal eins zu binden! Aber es kam anders. Der Vielfalt zuliebe und weil ich zeigen wollte, dass es auch mit eher dünnen Papieren funktioniert, habe ich mich für die Waisenbindung entschieden.
Michaela: Mit der japanische Bindung hatten wir am Anfang geplant. Es ist auch nicht meine Lieblingsbindung, wenn ich in den Büchern noch zeichnen und schreiben will. Aber sie bietet sich sehr gut an, um fertige Seiten zusammen zu binden. Und auch besonders für dieses schmale Format, das an der kurzen Seite gebunden wird. Schauen wir uns aber erst mal die Entstehung deines Buches an, danach zeige ich mein japanisches Buch.
Tabea: Für die Deckel habe ich wunderschön gestaltete Umschläge der Teilnehmerinnen verwendet, in die ich Kartons zur Verstärkung eingelegt habe. Vier Löcher erschienen mir passend für eine gute Stabilität. Beim Lochen habe ich bemerkt, dass nun auch meine Beschriftungen erhalten bleiben. Viele Arbeiten waren nicht signiert, um zu wissen, welche Arbeit vom wem ist, habe ich die Namen mit Bleistift an den Rand geschrieben. Bei der japanischen Bindung wäre dies im Bund verschwunden. Das finde ich so toll an der Waisenbindung, die ganze Arbeit bleibt erhalten!
Michaela: Oh ja, das ist ein entscheidender Vorteil, da hast du vollkommen Recht. Bei mir ist irgendwann die Zuordnung verlorenen gegangen, das hätte ich mal vorher beachten sollen!
Tabea: Meine bunte und eher dicke Bindfaden-Sammlung war leider ungeeignet für das dünne Papier. Daher habe ich einen weißen, dünneren Faden gewählt und ihn im Tusche-Pinselwasser eingefärbt. Das war sehr beglückend! Der Faden hatte kaum Rückgrat, also habe ich ihn gewachst und er war perfekt!
Tabea: Beim Binden ist mir aufgefallen, dass die japanische Heftung vermutlich schneller von der Hand geht. Warst du schnell fertig Michaela? Die einzige Schnittblume, die ich verstärkt habe, ist meine eigene. Das Linoldruckpapier wiegt nur 45 g/qm. Für die Verstärkung habe ich einen Streifen aus meiner Frühlingspost 2025 ausgeschnitten. Passte farblich wie die Faust aufs Auge.
Michaela: Ja, ich war tatsächlich ziemlich schnell fertig. Ich habe mein Büchlein an einem Sonntag Abend während des Tatorts gebunden (der mir nicht in Erinnerung geblieben ist, war wohl nicht so spannend).
Tabea: Ein Regenbogen bunter Blumenwälzer ist es geworden! Das Gefühl beim ersten Blättern ist immer besonders! All die schönen Kombinationen, die ja eher zufällig aufeinandertreffen. Obwohl ich an der schmalen Seite gebunden habe, ist das Buch stabil und lässt sich gut handhaben. Der Vorteil ist, dass man die Seiten flach aufschlagen kann. Ich bin gespannt, wie das bei deinem Buch ist Michaela, zeig mal!
Michaela: Oh, ja, so schön, wie sich sich alles zusammen fügt. Textseiten und Bildseiten sind ja immer von anderen Postkünstlerinnen und trotzdem passt irgendwie alles zusammen. Ein wenig gehadert habe ich mit den Quer- und Hochformaten. Im Rückblick wäre es einfacher gewesen, wir hätten eine Richtung vorgegeben. So muss man das ganze Buch immer wieder einmal drehen. Aber das macht es auch spannend. Da ich mein Buch so nebenher auf dem Sofa gebunden habe, gibt es keine Fotos der Entstehung, nur des fertigen Werkes. Wir beide bekommen ja immer so viel Extrapost und es ist wieder ein dicker Wälzer geworden, ein wenig zu dick für die japanische Bindung. Man hätte die Bindung noch durch Papierstreifen ausgleichen können, aber dazu hatte ich keine Lust. So »schnabelt« das Buch, es springt also vorne auf, während die Bindung fest ist.
Tabea: Mir gefällt der handgemachte Look sehr! Es darf ruhig etwas schnabeln.
Michaela: Ich habe es mir einfach gemacht und gar keinen festen Deckel gebaut. Auf der Rückseite eine Graupappe und die Titelseite ist einfach mein eigenes Schnittblumen-Blatt. Ich habe auch alle Blätter nach Farben sortieren und jeweils bei 3 cm mit dem Falzbein gerillt, damit sie sich besser falten lassen.
Michaela: Das japanische Buch lässt sich natürlich nicht komplett aufschlagen, aber das finde ich nicht so schlimm, da wir es eigentlich ja auch eingeplant haben und auf den meisten Bögen Platz für die Bindung war, nur wenige Worte verschwinden in der Bindung.
Michaela: So genial, wie gut die Seiten jeweils zusammen passen, auch wenn man zwischendurch den Kopf drehen muss.
Tabea: Ja, das finde ich auch. Und interessant, ich habe Arbeiten aus den gleichen Serien, die sich in meinem Buch natürlich anders kombinieren. Deine japanische Bindung lässt sich wunderbar aufschlagen! Ist gewiss die stabilere Variante, da die Seiten fest verbunden sind. Bei mir schiebt es etwas beim Blättern. Aber absolut in einem Bereich, der okay ist. Also zwei Bindetechniken, die sich gut für die Frühlingspost eignen.
Michaela: Hinten habe ich noch zwei Taschen mit eingeheftet für diverse schöne Kleinigkeiten aus den Umschlägen.
Tabea: Deine Idee mit den Taschen habe ich gern übernommen. Ich vermute, wir haben die gleiche Quelle für diese transparenten Papiertaschen? Sie hatten das perfekte Format und ließen sich wunderbar einheften. Da die Blätter bei der Einzelblattbindung anders strapaziert werden, als bei der japanischen Bindung, habe ich die transparenten Papiertüten im Bund mit einem Streifen verstärkt. Ich habe die vielen kleinen kreativen, beschrifteten Beigaben aus den Briefen in die drei Taschen einsortiert. Auch schöne Ausschnitte aus Briefumschlägen, die mal wieder wunderschön beschriftet waren. Einige trugen kalligrafische Handschriften und waren bedruckt.
Michaela: Wir hatten einmal die gleiche Quelle an transparenten Umschlägen, aber meine sind schon lange aufgebraucht. Ich habe sie für als Wundertüten genutzt, die ich immer auf dem Papiermarkt verkaufe. Die Hüllen im Frühlingsbuch habe ich aus einem festen Transparentpapier gefaltet und zusammengeklebt.
Michaela: Am letzten Wochenende habe ich dann auch endlich einen Haufen Dankespost geschrieben und verschickt. Meine Schnittblumen-Muster sind ja gleichzeitig Entwürfe für Schablonen. Eine davon gibt es schon und mir der habe ich Postkarten bedruckt und mich damit für die viele Sonderpost bedankt. Das musste jetzt sein, sonst sind wir bald schon wieder mitten in der Sommerpost und es wird noch vergessen. Auch an dieser Stelle nochmal einen dicken Dank an alle, die mitgemacht haben
Tabea: Schön die Variationen in deiner Serie zu sehen. Und toll, dass du es zeitnah geschafft hast, Danke-Post zu gestalten und zu verschicken. Ich habe das geplant, bin aber noch nicht aktiv geworden. Ich wünsche mir, die Papierfärberei mit andern Farbtönen auszuprobieren.
Zeigt gern eure Bücher und Verarbeitungen auf Instagram und in euren Blogs! Wir sind gespannt. Danke, danke für eure rege Teilnahme! Die Sommerpost naht! Unser Konzept steht bereits und wir sind schon sehr eingenommen von dem neuen Thema. Wir freuen uns auf den Startschuss am 16. Juni, also weniger als in einem Monat!
Nach dem kalten dunklen Winter sehnen wir uns alle nach frischen Blumen in allen Farben. Wir lassen in diesem Frühjahr Blumen aus buntem Papier wachsen und finden die passenden Worte dazu. Am Ende haben alle ein buntes Blumenbuch.
Scherenschnitt-Collage, PaperCut, Blumenbuch
Wir lassen uns von den Frühlingsblumen inspirieren, erfinden Blumen, Blüten und Botanik. Wir gestalten mit Schere und Cutter, kleben blühende Collagen und verschicken sie mit der Frühlingspost. Du kannst einzelne Blüten, Vasen mit einem ganzen Blumenstrauß, wilde Blumenwiesen oder vollfächige Blumenmuster entwerfen und schneiden, ganz wie du magst. Phantasievoll, abstrakt, illustrativ, kleinteilig oder reduziert, finde deinen eigenen Weg. Die Schnittblumen zieren die Vorderseite deines Papiers.
Auf die Rückseite kommt Schnipsel-Poesie: Finde in Büchern, Zeitungen, Werbeflyern passende Worte und klebe Zeilen, Texte, Gedichte oder auch nur einzelne Worte dazu. Die Texte können lustig, seltsam, sinnvoll oder sinnfrei, poetisch oder aleatorischer Natur sein. Recherchiere gern unter dem Begriff Cut-up, wir haben unten tolle Inspirationen zusammengestellt.
Jedes Blatt deiner Serie kann ähnlich oder auch anders sein. Du kannst für jede Seite ein anderes Farbschema, andere Blumen, andere Worte finden oder du bleibst bei einem Konzept.
Das schmale Format kannst du im Quer- oder Hochformat bearbeiten, achte darauf, dass ein ca. 3 cm breiter Streifen an der schmalen Seite des Papiers frei bleibt, damit die Seiten später mit japanischer Bindung zusammen gefügt werden können.
Farbe
Finde deinen Blüten-Farbraum. Beschränke dich pro Bild auf eine Farbe: Blau, Rot, Gelb, Grün oder deine Lieblingsfarbe und gestalte deine Schnittblumen-Collage in diesem Spektrum. Alle Töne, Abstufungen deiner Farbe ob hell, dunkelt, warm, kalt sind willkommen. Dazu ist auch ein kleiner Kontrast erlaubt (der im Farbkreis gegenüber liegt), werde aber bitte nicht zu bunt. Da alle mit unterschiedlichen Farben spielen, ergeben die Arbeiten zusammen dann einen bunten Strauß.
Technik und Material
Du kannst deine Papiere selbst einfärben, bedrucken und/oder bemalen. Oder du findest in deinem Papiervorrat oder in Zeitschriften die passenden Farbschnipsel. Auch gekaufte farbige Papiere kannst du benutzen, gerne auch Transparent- oder Blumenseiden-Papiere. Daraus schneidest du Blumen und Blüten und klebst sie auf ein farbiges Papier. Dafür kannst du Falt-Techniken benutzen oder jedes Blütenblatt einzeln schneiden, finde deine Schnitt-Technik.
Die Blumen und Blüten müssen nicht vollflächig angeklebt werden. Finde auch hier deine Technik. Übereinander, überlappend, nebeneinander, versetzt, flatternd, transparent, raschelnd … beschäftige dich mit den Möglichkeiten, Eigenschaften und Wirkungen der unterschiedlichen Papiere. Sie können hauchdünn sein oder griffig fest. Beachte bitte, dass dein Blumenblatt nicht zu steif oder zu dick wird, bitte keine 3-D Blumen oder Pop-Ups.
Wir schneiden mit der Hand, ein Plotter ist diesmal nicht erlaubt.
Format, Auflage und Signatur
Wir nutzen ein schmales Format 15 x 29,7 cm. Achte bitte darauf, dass keine wichtigen Infos in den 3 cm Rand gelangen. Den Rand kalkuliere bitte an der Seite, die 15 cm breit ist. Damit es Überraschungen beim Blättern gibt, gestalten wir das Blatt beidseitig. Auf die Rückseite kommt der Klebetext. Wir gestalten Blumenblätter in einer Auflage von 8 Stück. Signiere dein Werk gern mit Bleistift auf der Rückseite. Infos über deine Gruppe und das Datum sind auch okay.
Organisiere dir gern Sonderpost, dann hast du mehr zum Blättern.
Das Prinzip
Wir gestalten Kunstwerke in einer Auflage von 8 Stück. Jede Teilnehmerin deiner Gruppe erhält 1 Exemplar und ein Schnittblumen-Blatt behältst du für dich. Am Ende hat jede Teilnehmerin einen kleinen Blumenstrauß. Das Format eignet sich prima zum Binden eines Blumenbuches in japanischer Bindung. Und wer weiß, vielleicht fällt euch noch etwas anderes ein. Wir freuen uns auf eure kreativen Ideen!
Projektdaten
Technik: Schnittblumen und Schnipselpoesie Motiv: Blumen, Blüten Format: 15 x 29,7 cm quer oder hoch Auflage: 8 Blätter Rand: Beachte einen 3 cm Rand an der schmalen Seite des Blattes Farbkonzept: Such dir einen Farbraum: Blau, Rot, Gelb, Grün oder … Papier: Gekauft oder selbstgemustert, unterschiedliche Grammaturen, nicht zu dick
Zeitrahmen
Anmeldung: 10.2.2025 bis 17.2.2025 Zoom-Meeting: 16.2.2025 um 19.00 Uhr Listen verschicken bis: 23.2.2025 Start: 17.3.2025 Ende: 11.5.2025
Schon wieder ist eine Post-Kunst-Aktion vollendet. Der Frühlingspost-Kreis schließt sich. Wir haben gewischt und gekratzt, gescrapt und geschmiert. Wir haben Farbklänge und Farbkreise erfunden und erhalten. Jetzt sind die ersten sommerlichen Tage da und es ist Zeit für unsere traditionelle Finissage zwischen Ost und West.
Michaela: All die bunten Scrapeart-Werke, die in meinem Briefkasten gelandet sind, habe ich einmal im Kreis sortiert, so eine bunte Vielfalt. Das war wirklich ein farbenfroher Frühling. Alle Farben waren dabei, besonders viele kräftig knallige Töne und Neonfarben leuchten aus zwischen den Papieren hervor. Das zarte Neapelgelb-Grün, das einen gemeinsamen Rahmen bilden sollte, kommt nur am Rande vor. Mir schien, das war nicht gerade die Lieblingsfarbe der meisten Postkünstlerinnen. Magst du Neapelgelb-Grün?
Tabea: Ich dachte anfangs, ich könnte Neapelgelb-Grün vielleicht genau so liebgewinnen wie den Sanften Morgentau. Aber das ist nicht eingetroffen. Ich habe mit Tusche gearbeitet und die gemischte Version von Neapelgelb-Grün war sehr zart. Es ließ sich zu rasch von andere Farben verdrängen. Es wollte einfach keinen Raum einnehmen. Trotzdem tauch es auf jedem meiner Blätter auf. Manchmal nur als Kleckse.
Michaela: Wir dachten, das ist ein einfaches Thema, einfach etwas mit Farbe spielen. Aber so einfach war es wohl doch nicht für einige, wenn wir die Reaktionen richtig deuten. Klebeband und Papier zickten, zu viel Farbe, zu viel Schmiererei? Tja, so ist das wohl in der Kunst. Wenn es etwas besonders einfach aussieht, ist es besonders schwer. Leichtigkeit und Einfachheit brauchen Übung und Sicherheit.
Tabea: Ich bin froh, dass sich meine Kombination aus hochwertigem Aquarellpapier und Tesa-Klebeband sehr gut benommen hat. Obwohl ich sehr feucht gearbeitet habe und die Tusche nur so floss, hat das Klebeband standgehalten. Meistens jedenfalls. Zum Beispiel habe ich recht schnell bemerkt, dass ich das Klebeband nicht zu fest an das Papier drücken darf. Es ließ sich dann nämlich später nicht ohne Papierschaden wieder abnehmen. Es ist mir anfangs schwergefallen, dem eher locker auf das Papier geklebte Tesa zu vertrauen.
Michaela: Mir hat das Wischen in frühen Frühjahr viel Spaß gemacht. Ein paar Wochen konnte ich mich gut damit beschäftigen, habe auch meinen Müllerin Club ansteckt und wie wild wurden die Wischer und Rakel geschwungen. Allerdings war bei mir dann realtiv schnell der Schwung wieder weg. Meine Erfahrungen habe ich in diesem Blogpost geteilt. Die Technik ist ein toller Effekt, eine Spielerei, aber ich glaube kaum, dass ich sie in Zukunft oft einsetzen werde. Vielleicht, um Restfarbe aufzubrauchen und Hintergründe zu gestalten, aber weniger zur Gestaltung. Wie geht es dir damit, Tabea? Deine Erfahrungen sind ja noch viel frischer.
Tabea: Die Scrape-Art Technik mit eher festeren Farbe hat mich nicht gereizt, ich bin meinen Lieblingsfarben treu geblieben. Von Anfang an schwebte mir etwas einer Nass in Nass Technik vor. Und das ist ja mein Element. Ich denke, wenn man eine Technik mit der eigenen Technik kombinieren kann, dann eröffnen sich mehr Möglichkeiten. Ein paar Ideen hätte ich noch, aber ich weiß nicht, ob ich dazu mal komme.
Tabea: Die Effekte, die entstanden, haben mir sehr gefallen. Ganz einfache Formen, die durch den kleinen Rakel entstanden, haben sich im Wasser auf dem Papier entfaltet.
MIchaela: Oh ja, da gibt es ganz viele Möglichkeiten, der Farbe Schwung zu verleihen. Ich mag die unterschiedlichen Ansätze. Vom dickem Farbauftrag mit plastischen Kanten über glatte dünne Farbflächen bis hin zu zarten fast trockenen Schwungen… in dieser Frühlingspost war alles dabei.
Die Beigaben und Karten zu der Postkunst sind immer so schön!
Michaela: Am liebsten würde ich jetzt die Dreiklänge auseinander nehmen, die Bilder alle miteinander mischen und nach Farben sortieren. So ganz traue ich mich das noch nicht. Jetzt habe ich zunächst alle Werke in eine Kiste gepackt. Wie sieht es bei dir aus? Hast du Pläne?
Tabea: Mir geht es ähnlich. Ich trau mich nicht, die Umschläge von den Werken zu trennen. Gehören die Dreiklänge zusammen oder darf ich sie auseinander nehmen? Würde ich sie jemals wieder zusammen bekommen? Wäre das schlimm? Vielleicht wird es bei mir ein schlichtes Bündel? Ich müsste mich dann nicht für eine Reihenfolge entscheiden. Und bekommt deine Schachtel noch eine Scrape-Art Verkleidung?
Michaela: Ja, auf jeden Fall. Die Umschläge werde ich dafür nutzen und die Schachtel darin einkleiden. Vielleicht baue ich auch noch eine passende Kiste genau für die Post, mal schauen.
Und wie gehts jetzt weiter? Gestern habe ich einen Haufen Dankekarten an all diejenigen verschickt, die mir Sonderpost geschickt haben und sage auch hier nochmal herzlichen Dank für eure eifrige Teilnahme an dieser Aktion. Dann steht bald die Sommerpost vor der Tür. Wir haben da schon eine Idee, die wir gerade austüfteln, nicht wahr? Tüfteln müsst ihr in diesem Sommer auch, weniger mit Farbe schmieren, falls euch das beruhigt. Aber mehr verraten wir jetzt noch nicht. …
Tabea: Oh ja, das Sommerpost Konzept steht und ich freue mich drauf! Ich habe meine drei Sonderpöste bereits verlost und verschickt. Aber da ich nicht dazu kam, die Verlosung zu posten, sind die drei Teilnehmerinnen gewiss sehr überrascht über meine Post. Heute bekam ich eine Mail von einer Gewinnerin und sie hatte sich schon gefragt, ob mir ein Fehler unterlaufen ist.
Vielen lieben Dank an alle Teilnehmerinnen der Frühlingspost! Wir sehen uns bei der Sommerpost wieder! Genau in einem Monat, am 17. Juni geht es los, wir freuen uns!