Herzlich willkommen im neuen Jahr! Wir beenden unser Projekt mit unserer traditionellen Adventpost Finissage. Das Konzept zur diesjährigen Postkunst findest du hinter diesem Link. Wir schauen heute zurück auf unsere Engelschar, die wir im Advent gesammelt haben. 24 Tage lang hatten wir Engelspost im Briefkasten. Wie schön, dass wir uns für Briefumschläge entschieden haben! So konnten wir den Adventskalender-Effekt noch mehr genießen. Wenn sich mal die Post stapelte, konnten wir sie sortieren und am richtigen Tag öffnen.
Tabea: Meine Magnetwand hat sich dieses Jahr sehr bewährt! Alle ATC-Engelchen fanden ihren Platz. Über 24 Tage sammelten sich immer mehr Lichtboten, die aus ganz Deutschland – und sogar einigen fernen Ländern – herbeigeflogen kamen.
Michaela: So schön, dass es bei dir jetzt auch eine Magnetwand gibt. Meine Küchenwand gehört ja traditionell zur Adventspost dazu, das erzähle ich jedes Jahr um diese Zeit. Das kleine ATC-Format passte perfekt, so dass ich in diesem Jahr nicht die ganze Wand abräumen musste oder gar noch ausweichen musste auf andere Räume.
Tabea: Anfangs bewahrte ich die Umschläge auch an der Magnetwand auf, doch rasch wurde es zu eng. Wirklich sehr praktisch waren dieses Jahr die Umschläge! Das Geheimnis konnte bis zum richtigen Tag bewahrt werden. Danke, für all die Sonderpöstchen, die ihr mir geschickt habt! Ich habe bündelweise Post aus dem Kasten in meine gute Stube getragen und sortiert.
Michaela: Auch von mir ein ganz herzlicher Dank für die viele wunderbare Post. Durch die Umschläge war es dieses Jahr ein richtiger Überraschungs-Adventskalender. Scheinbar nicht dein einziger… oder waren die Päckchen für deine Kinder?
Tabea: Ja, das sind nicht meine, sondern die der Jungs. Die mögen auch noch kleine Überraschungen. Die Magnetwand mit den Engeln hat noch andere vorweihnachtliche Rituale angezogen. So eine adventliche Ecke in der Wohnung hatten wir so auch noch nicht und es hat sich recht feierlich angefühlt.
Tabea: Obwohl wir im Advent in einer Auflage von mindestens 24 Stück gearbeitet haben, waren die Umschläge wieder wunderschön gestaltet! Einige sind Kunstwerke mit schöner Handschrift, Stempeln, Drucken und Zeichnungen. Ich mag diesen grafischen Schneemann mit 2-Hut:
Tabea: So liebevoll gepackte Briefe! Es gab, neben den Engel-Karten, viele kleine Überraschungen: persönliche Worte und Wünsche, Arbeitsberichte, gestaltete Kärtchen und Verzierungen, schöne Geschenkpapiere und Musterbanderolen. Es hat Freude bereitet, die Post zu öffnen und ich habe mich sehr beschenkt gefühlt! Hier habe ich für euch ein paar Augenweiden zusammengestellt:
Michaela: Oh ja, die schönen Verpackungen waren ganz besondere Geschenke an jedem Tag im Dezember. Ich habe es morgens als erstes bei Kerzenlicht immer zelebriert, die jeweilige Karte auszupacken.
Tabea: Werfen wir einen genaueren Blick auf die Engel. Das Motiv war weit gefasst, wir suchten nicht ausschließlich den christlichen Engel. Willkommen waren alle Engelskreaturen, selbsterdacht oder aus anderen Kulturen stammend. Die künstlerischen Interpretationen gehen von klassischen, illustrativen Engeln, bis hin zu sehr abstrakten, eigensinnigen Wesen. Komplexe und detailreiche Drucke finden sich neben intuitiven Mark Making Lösungen. Denn unser Spektrum ließ dies zu, der Mixed-Print wurde vielseitig und ideenreich angewandt und das Nachtblau hat alle Drucke miteinander verbunden.
Michaela: Und es waren wirklich alle Drucktechniken dabei! Die Freiheit der Möglichkeiten konnte jede Teilnehmerin in ihrer Lieblingstechnik ausleben. So gab es natürlich gestempeltes von Frau Gäbel mit einer ganz besonderen Rückseite. Überhaupt sind die Rückseiten ja teilweise Kunstwerke für sich, und auch wenn sie schlicht sind, helfen sie immer bei der Zuordnung, was bei anderen Aktionen manchmal schwierig war.
Michaela: Ich selbst habe mich bei meinen Engeln gefragt, ob sie Gesichter haben sollten und mich dagegen entschieden (den Blogpost über meine Lichtwesen findet ihr hier). Dann war ich ganz entzückt, welche netten Engelgesichter mich täglich anstrahlten, während andere Engel sehr abstrakt und frei gestaltet waren.
Tabea: Vor ein paar Tagen habe ich meine Engel abgenommen, gebündelt und in die fünf getragen. Warum nur? Wir haben etwas sehr Besonderes mit der Schar vor. Sie ist zu schön und mächtig für die Schublade. Später mehr darüber, jetzt möchte ich wissen, was du mit deiner Sammlung angestellt hast, Michaela?
Michaela: Meine Engelwand in der Küche ist noch komplett, die Engel dürfen noch etwas hängen bleiben und den Januar begleiten. Ich habe die Umschläge, Karten und Zugaben in einer Schachtel gesammelt. Als ich diese Woche alles einmal durchgeschaut habe, hat es mich gepackt und ich habe an einem Abend die schönsten Stücke der Umschläge ausgeschnitten, Briefmarken abgelöst und Teile der Verpackungen und Karten zerschnipselt.
Michaela: Eigentlich hatte ich vor, eine neue Schachtel passend für die Karten zu bauen und mit den Schnipseln zu bekleben. Aber die fertige Stülpschachtel, die ich zum Zwischenlagern benutzt hatte, passte auch sehr gut, besonders da der untere Teil mit einem goldenen Papier bezogen ist. So habe ich die schönsten Schnipsel auf dem Deckel der Box zu einer Collage zusammengeklebt. Schau mal, diese besonderen Details: Ein gestickter Stern, ein goldenes Siegel!
Tabea: Toll, manchmal gestaltet sich das Interim um – in die Dauerbehausung. Finde ich schön, dass du die Beiwerke und Umschläge auch untergebracht hast. Da liegt bei mir ein hoher Stapel auf dem Tisch und ich haben noch keine konkrete Idee dafür.
Michaela: Auch von innen habe ich den Deckel der Schachtel beklebt. Dort fanden Briefmarken und weitere Engelschnipsel ihren Platz. Aus Österreich und der Schweiz kamen ja noch sehr schöne Briefmarken. Während es in Dänemark ja gar keinen Briefversand mehr gibt, werden die deutschen Marken auch immer hässlicher. Die Weihnachtsmarken waren ja sogar KI-generiert. Ich habe mich bei der Post geweigert, sie zu kaufen und wurde ausgelacht. Da lobe ich mir die kreative Idee mit dem Portocode rechts. Werden Briefmarken bald so aussehen? Und wie lange werden wir noch analoge Post verschicken?
Tabea: Schon als Kind fand ich Briefmarken magisch! Es ist so schade, dass sie kurz vor dem Aus stehen! Du hast recht, die Marken werden von Jahr zu Jahr glanzloser, da ist ein handgeschriebener Code mit Verzierung vielleicht die bessere Lösung. Allerdings würde ich sie trotzdem vermissen, die Briefmarken mit den fransigen Rändern und den Stempeln. Da muss ich mir wohl ein paar eigene Ziermarken anfertigen.
Michaela: Jetzt möchte ich aber auch wissen, was mit deinen Engeln in deinen schönen neuen Räumen passiert? Erzähl mal!
Tabea: Ja, ich spreche auch gern von Räumen, aber im Grunde ist er nur einer. Er ist gut eingeteilt, sodass sich im hinteren Bereich ein zweiter Bereich eröffnet. Das ist schön, um den Raum für Veranstaltungen zu gliedern. Ich habe unsere Engel erst mal auf den Tisch gelegt und in 10er-Häufchen sortiert. Es sind ungefähr 80 Stück.
Tabea: Ich hatte die Idee, eine Engel-Ausstellung zu machen. Katrin, meine Mitstreiterin in der »fünf«, hatte ich gleich auf meiner Seite. Die Motive sind so wunderschön! Also habe ich spontan die meisten Rahmen von den Wänden genommen und die Werke (die damals im kalligrafischen Workshop entstanden sind) herausgeräumt. Ein schöner, großer Rahmen eignet sich besonders gut. Ich habe die Engel schon mal in seine Nähe gebracht. Wir haben unsere Rahmen in Trödelläden erworben, sie sind sehr schön alt und haben Charme. Die Rahmenrückseite ist so passend, dass ich dachte, ich hänge ihn falsch herum auf. Aber nun ja, mag sein, das ändert sich noch, denn hinter Glas wären sie geschützter.
Wie viele Engel in den einen Rahmen kommen und wie viele Rahmen durch die Adventspost gefüllt werden könnten, das steht noch nicht fest. Da fällt mir ein, einige schöne Umschläge könnten wir auch ausstellen! Katrin und ich ergänzen die Ausstellung durch eigene Engelwerke. Ich habe viele Entwürfe, die durch die Vorarbeiten zu meiner Postkunst entstanden sind.
Meine eigene Herangehensweise zu meinen TabEngeln werde ich noch posten. Ich vermute, in der kommenden Woche.
Michaela: Ach wie schön, ich muss unbedingt endlich mal nach Rochlitz kommen. Übrigens: Ich könnte mir vorstellen, dass wir unsere Adventspost in den nächsten Jahren immer im ATC-Format machen. Das Sammelkarten-Prinzip passt so schön in den Advent und hat sich doch wirklich bewährt. Was meinst du? Und dann werden wir uns schon ganz bald mit der nächsten Postkunst-Aktion beschäftigen. Der Frühling will geplant werden und wir wollen die analoge Post genießen, solange es noch möglich ist!
Tabea: Hui! »Immer ATC«? Mal sehen, ich dachte auch, das Format ist sehr perfekt für die Adventspost. Den Briefumschlag würde ich gern beibehalten für den Dezember! Warten wir ab, bis Weihnachten wieder vor der Tür steht. Gerade bin ich froh, dass es hinter uns liegt. Ich bin gespannt, was uns für den Frühling einfällt. In diesem Moment bin ich noch ahnungslos.
Vielen Dank für eure rege Teilnahme und auch für den freundschaftlichen Austausch auf allen Kanälen. Kreative Grüße und bis bald • Tabea und Michaela
Der Sommer 2025 war eine Reise durch unterschiedlichste Landschaften, ans Meer, in die Berge, zu Leuchtürmen und Sonnenuntergängen. Jetzt sind die letzten Sommerpöste verschickt und angekommen und damit ist der Sommer auch kalendarisch vorbei. Zeit für uns, zurück zu blicken und noch einmal durch die Landschaften zu reisen. Wie gewohnt reisen wir dabei von Ost nach West, aber nicht nur von Bergisch Gladbach nach Rochlitz, dieses Jahr geht es auch nach Köln.
Michaela: Am letzten Freitag habe ich Christine @buntpapierfabrik in Köln besucht. Sie hatte Besuch von ihrer Freundin Gabi @esser_gabi, die auch schon lange bei der Postkunst mitmacht. Die beiden treffen sich regelmäßig, um gemeinsam an den Post-Kunst-Themen zu arbeiten. Für das Treffen hatten sie sich die Verarbeitung der Sommerpost vorgenommen. Ich durfte diesmal dabei sein und habe meine komplette Sammlung von mehr als 40 Drucken mitgenommen. So wurde unser Treffen eine kleine Finissage in Christines Wohnzimmer.
Tabea: Ich freue mich sehr über diese etwas größere Finissage-Runde! Ebenso freue ich mich über die Fotos, auf denen ich immer wieder neue Interpretationen von Landschaften entdecke, obwohl das Projekt ja nun zu Ende ist. Es wurden ja bereits viele Ansichten auf Instagram geteilt und trotzdem habe ich noch nicht alle gesehen.
Michaela: Christine und Gabi hatten sich vorher im Künstlerbedarf Karton in langen Streifen zugeschnitten, um es zu Leporellos zu falten und die Drucke darauf zu kleben.
Michaela: Wir alle haben unsere Lieblinge in der Sammlung, hier zeigt Christine ihre liebsten Drucke von Franziska @ziskasch und Carmen @mein_wintergartenatelier. Der grüne Irland-Druck von Carmen ist auch mein absoluter Liebling in der ganzen Aktion und nicht nur, weil ich in diesem Sommer in Irland war.
Michaela: Christine und Gabi haben ihre Leporellos doppelseitig bestückt und am nächsten Tag die Deckel dazu beklebt. Christine zeigt hier ihr fertiges Faltbuch im Video. Gabis Finissage könnt ihr hier sehen. Leider habe ich vergessen, ein Foto von den beiden zu machen, nur ihre Hände sind zu sehen.
Michaela: Zunächst lagen alle Drucke, die zuvor bei mir zuhause und im Studio an der Wand hingen, auf Christines Fußboden und ich habe nach Farben und Motiven sortiert. Wir waren uns alle einig, dass diese Aktion ganz besonders gelungen ist. Die Drucke sind alle unterschiedlich, passen aber doch alle so gut zusammen. Hast du auch einen Lieblingsdruck?
Tabea: Ja! Diese Aktion war wunderbar! Ich habe mich so gefreut, wie aktiv und individuell die Teilnehmerinnen gestaltet haben! Was die Farbigkeit betrifft, muss ich euch recht geben. Das dachte ich auch, beim Anblick meiner Sammlung. Es war schön, in dieser Aktion keine Farbvorgaben zu haben. Durch den Fokus auf gewisse Motive, wie Strand (Gelb, Blau), Berg- und Wiesenlandschaft (Grün, Blau) harmoniert alles wunderbar miteinander. Hier ein paar meiner Lieblingsdrucke:
Drucke von oben links bis unten rechts: Stephanie @farben_papier_stifte, Watraud @wdeplazes, Christine @Christine_buntpapierfabrikund Carmen @mein_wintergartenatelier
Tabea: Ich habe – kurz bevor ich meine eigene Post verschickt habe – alle Blicke durchgeblättert und die zur Seite gelegt, die mich besonders angesprochen haben. Diesen Künstlerinnen habe ich Sonderpost geschickt. Sonst verlose ich meine Sonderpost, diesmal hatte ich Lust und Laune bewusst zu antworten. Was spricht mich bei den Drucken an? Ich folge da keinem bestimmten Muster und die Drucke entsprechen auch nicht meinem farblichen Beuteschema. Es sind Arbeiten, die individuell sind, besonders in der Zusammenstellung und Kombination von Farbe und Abstraktion. Mutige Farben oder Ton in Ton, klare Flächen oder gebrochene Flächen, Minimalistisch oder detailreich, grobe Einteilungen oder filigrane, …
Tabea: Ich liebe die Strukturen, die durch den Druck entstehen – gern tauche ich in die Details ein. Besonders beeindruckend finde ich diesen Druck von Nadine @nahanssen. Das Neon-Magenta ist so mutig und obwohl es eine Signalfarbe ist, gestaltet sie hier einen sanft-fulminanten Sonnenuntergang. Verträumter habe ich eine Neonfarbe bisher noch nie im Einsatz gesehen:
Tabea: Auch das Spiel von Positiv und Negativ ist – trotz minimalistischer Stilmittel – sehr gelungen. Besonders die Kombination dieser beiden Drucke gefällt mir. Links ist Nadines Druck und rechts Waltrauds. Farbtechnisch stehen sie zwar deutlich im Kontrast, aber inhaltlich treffen sie für mich eine ähnliche Sprache und Stimmung. Der Duktus, die Strichstärken, Bildaufbau und Ausdruck passen perfekt zueinander. Die beiden Blicke unterhalten sich sanftdiesig miteinander. Ich wäre gern an beiden Orten, um eine Weile Luft in die Landschaft zu starren.
Tabea: Zurück zu deiner Sammlung, Michaela. Ich finde die Leporello-Idee sehr schön! Allerdings frage ich mich gerade, wie man das mit 40 Arbeiten macht.
Michaela: Da ich so viel mehr Drucke zusammenbringen musste, habe ich mich dafür entschieden, die einzelnen Drucke nur mit gefalzten Papierstreifen zu Leporellos zusammen zu fügen und daraus drei Faltbücher zu machen. Dann ging es ans falzen und kleben. Mit diesem Stapel bin ich dann nach Hause geradelt, eine sonnige Spätsommer-Radtour am Rhein entlang, in Gedanken noch in den sommerlichen Landschaften der Drucke.
Tabea: Das Faltbuch sieht sehr schön aus im Profil! Eine schöne Idee mit den Streifen, da bleiben die Rückseiten frei. Die unterschiedlichen Papierqualitäten und -farben kommen gut zur Geltung. Bei mir stehen die Namen der Künstlerinnen auf der Rückseite. Was hast du mit den Drucken auf dünnem Papier gemacht? Ich denke da an mein Linoldruckpapier, welches wirklich hauchdünn ist.
Michaela: Teilweise habe ich eine dickere Pappe hinter die dünnen Papiere geklebt, damit sie nicht verknicken. Aber durch die Pappstreifen bleiben sie auch so recht stabil. Am Sonntag habe ich dann für meine drei Faltbücher die Deckel gestaltet. Die Umschläge der Sommerpost boten reichlich Collagematerial dafür:
Michaela: Mit einem eingebauten Bindeband kann ich die Faltbücher verschließen. Zwei der Bücher haben hinten einen Umschlag mit Beigaben, Briefen und netten Kleinkram, die einfach dazu gehören.
Tabea: Deine Titel-Collagen mit den »Sommerpost« Schriftzügen der Umschläge finde ich richtig toll! Ich habe mir ein paar schöne Umschläge zur Seite gelegt für eventuelle Buchdeckel. Werde ich dem diesjährigen Trend zum Leporello folgen? Vermutlich, wo ich jetzt so viele Inspirationen dazu habe. Ist schon sehr fesch! Und auf jeden Fall wäre das ein würdevoller Abschluss für den Stapel an Puzzledrucken, die gerade noch neben mir liegen.
Michaela: Die Leporellos haben den Vorteil, dass man durch den Sommer blättern oder auch die gesammelten Werke nebeneinander aufstellen kann, um zusammen die wunderbare Landschaft zu bewundern, die wir alle gemeinsam gedruckt haben.
Tabea: In letzter Zeit habe ich eher Bücher gebunden. Da freue ich mich, dass ich nun mal eine andere Archivierungsmethode anwenden kann. Vermutlich wird es auch ein Leporello, oder eben mehrere, damit man sie auch gut händeln kann. Übrigens habe ich auf meinem Schreibtisch noch ein paar Stapel aus den älteren Postkunst Aktionen liegen. Bei meiner noch immer aktuellen Aufräum-Aktion fanden sich so einige noch nicht verarbeitete Post-Sammlungen. Das sind schöne Projekte für den Winter! Eindeutig ist es viel schöner, wenn die Post eine Form bekommt und nicht als wildes Bündel leben muss.
Tabea: Ich poste heute über meine Herangehensweise für die Sommerpost. Komm gern vorbei und schau dich um! Ich führe durch meine Skizzenbücher und zeige meine intuitive Annäherung an eine vierteilige Druckplatte.
Das war ein schöner Sommer! Danke, dass so viele Postkünstlerinnen aktiv und kreativ waren und für eine gemeinschaftliche Stimmung gesorgt haben! Teilt eure Ergebnisse, Bindungen, Archivierungen und Sammlungen gern auf Social Media. Wir freuen uns über jedes Werk und über jeden persönlichen Blick!
Nun gehen wir in eine kleine Herbst-Pause und begrüßen euch dann bald zu Adventspost. Für unseren postalischen Adventskalender gibt es schon ein paar Ideen. Wir sind selbst noch gespannt, wie unser diesjähriges Konzept aussehen wird.
In den letzten Wochen haben wir uns einen bunten Strauß Blumen gepflückt. Sie wuchsen direkt aus dem Briefkasten. Wir haben uns über wöchentliche, wunderschöne Briefumschläge und Schnittblumen gefreut. Heute beenden wir die Aktion mit der »Frühlingspost 2025 Finissage«. Wir sprechen über unsere eigenen Herangehensweisen und zeigen die ganze Pracht. Dankeschön für die vielen Sonderpöste, wir freuen uns immer sehr darüber!
Tabea: Das Gärtnern ist mir wichtig. Mein kleiner Garten wird nun ein Jahr alt. Als die Frühlingspost begann, schlief er noch, um so eifriger habe ich mich meinen Schnittblumen zugewandt. Da ich diesmal recht weit vorn auf der Liste stand, habe ich früh angefangen, Ideen zu sammeln. Einen gewissen Eindruck hatte ich vorher schon. Meine persönliche Herangehensweise und Ideenfindung im Skizzenbuch findest du HIER in meinem Blog. Ich hatte viel Freude dabei, dass Papier mit Tusche passend einzufärben. Und war begeistert von den Eigenschaften des Linoldruckpapiers, das hauchdünn und trotzdem sehr strapazierfähig ist.
Michaela: Diese Frühlingspost bot sich für uns beide an, so ganz in unserer jeweils eigenen Art und Weise zu arbeiten. Das sieht man auch an unseren Fotos, deine auf deinem lilafarbenen Tisch, meine auf dem grünen Arbeitsbrett. Meine Schnittblumen sind komplett in meiner Komfortzone gewachsen, Scherenschnitt in Grüntönen, so ganz meins. Ich habe hier schon in meinem Blog darüber geschrieben. Ich war, im Gegensatz zu dir, diesmal als letzte in meiner Gruppe dran. Zwar waren die eigentlichen Bögen schon im März fertig, aber das drumherum, die Umschläge und persönlichen Grüße habe ich erst Anfang Mai fertig gestellt.
Tabea: Für mich stand diesmal von Anfang an fest, dass ich ein Buch binden würde. Die japanische Bindung ist nicht meine Lieblingstechnik. Daher habe ich kaum Bücher dieser Art in meinem Regal stehen. Also dachte ich, perfekte Gelegenheit, mal eins zu binden! Aber es kam anders. Der Vielfalt zuliebe und weil ich zeigen wollte, dass es auch mit eher dünnen Papieren funktioniert, habe ich mich für die Waisenbindung entschieden.
Michaela: Mit der japanische Bindung hatten wir am Anfang geplant. Es ist auch nicht meine Lieblingsbindung, wenn ich in den Büchern noch zeichnen und schreiben will. Aber sie bietet sich sehr gut an, um fertige Seiten zusammen zu binden. Und auch besonders für dieses schmale Format, das an der kurzen Seite gebunden wird. Schauen wir uns aber erst mal die Entstehung deines Buches an, danach zeige ich mein japanisches Buch.
Tabea: Für die Deckel habe ich wunderschön gestaltete Umschläge der Teilnehmerinnen verwendet, in die ich Kartons zur Verstärkung eingelegt habe. Vier Löcher erschienen mir passend für eine gute Stabilität. Beim Lochen habe ich bemerkt, dass nun auch meine Beschriftungen erhalten bleiben. Viele Arbeiten waren nicht signiert, um zu wissen, welche Arbeit vom wem ist, habe ich die Namen mit Bleistift an den Rand geschrieben. Bei der japanischen Bindung wäre dies im Bund verschwunden. Das finde ich so toll an der Waisenbindung, die ganze Arbeit bleibt erhalten!
Michaela: Oh ja, das ist ein entscheidender Vorteil, da hast du vollkommen Recht. Bei mir ist irgendwann die Zuordnung verlorenen gegangen, das hätte ich mal vorher beachten sollen!
Tabea: Meine bunte und eher dicke Bindfaden-Sammlung war leider ungeeignet für das dünne Papier. Daher habe ich einen weißen, dünneren Faden gewählt und ihn im Tusche-Pinselwasser eingefärbt. Das war sehr beglückend! Der Faden hatte kaum Rückgrat, also habe ich ihn gewachst und er war perfekt!
Tabea: Beim Binden ist mir aufgefallen, dass die japanische Heftung vermutlich schneller von der Hand geht. Warst du schnell fertig Michaela? Die einzige Schnittblume, die ich verstärkt habe, ist meine eigene. Das Linoldruckpapier wiegt nur 45 g/qm. Für die Verstärkung habe ich einen Streifen aus meiner Frühlingspost 2025 ausgeschnitten. Passte farblich wie die Faust aufs Auge.
Michaela: Ja, ich war tatsächlich ziemlich schnell fertig. Ich habe mein Büchlein an einem Sonntag Abend während des Tatorts gebunden (der mir nicht in Erinnerung geblieben ist, war wohl nicht so spannend).
Tabea: Ein Regenbogen bunter Blumenwälzer ist es geworden! Das Gefühl beim ersten Blättern ist immer besonders! All die schönen Kombinationen, die ja eher zufällig aufeinandertreffen. Obwohl ich an der schmalen Seite gebunden habe, ist das Buch stabil und lässt sich gut handhaben. Der Vorteil ist, dass man die Seiten flach aufschlagen kann. Ich bin gespannt, wie das bei deinem Buch ist Michaela, zeig mal!
Michaela: Oh, ja, so schön, wie sich sich alles zusammen fügt. Textseiten und Bildseiten sind ja immer von anderen Postkünstlerinnen und trotzdem passt irgendwie alles zusammen. Ein wenig gehadert habe ich mit den Quer- und Hochformaten. Im Rückblick wäre es einfacher gewesen, wir hätten eine Richtung vorgegeben. So muss man das ganze Buch immer wieder einmal drehen. Aber das macht es auch spannend. Da ich mein Buch so nebenher auf dem Sofa gebunden habe, gibt es keine Fotos der Entstehung, nur des fertigen Werkes. Wir beide bekommen ja immer so viel Extrapost und es ist wieder ein dicker Wälzer geworden, ein wenig zu dick für die japanische Bindung. Man hätte die Bindung noch durch Papierstreifen ausgleichen können, aber dazu hatte ich keine Lust. So »schnabelt« das Buch, es springt also vorne auf, während die Bindung fest ist.
Tabea: Mir gefällt der handgemachte Look sehr! Es darf ruhig etwas schnabeln.
Michaela: Ich habe es mir einfach gemacht und gar keinen festen Deckel gebaut. Auf der Rückseite eine Graupappe und die Titelseite ist einfach mein eigenes Schnittblumen-Blatt. Ich habe auch alle Blätter nach Farben sortieren und jeweils bei 3 cm mit dem Falzbein gerillt, damit sie sich besser falten lassen.
Michaela: Das japanische Buch lässt sich natürlich nicht komplett aufschlagen, aber das finde ich nicht so schlimm, da wir es eigentlich ja auch eingeplant haben und auf den meisten Bögen Platz für die Bindung war, nur wenige Worte verschwinden in der Bindung.
Michaela: So genial, wie gut die Seiten jeweils zusammen passen, auch wenn man zwischendurch den Kopf drehen muss.
Tabea: Ja, das finde ich auch. Und interessant, ich habe Arbeiten aus den gleichen Serien, die sich in meinem Buch natürlich anders kombinieren. Deine japanische Bindung lässt sich wunderbar aufschlagen! Ist gewiss die stabilere Variante, da die Seiten fest verbunden sind. Bei mir schiebt es etwas beim Blättern. Aber absolut in einem Bereich, der okay ist. Also zwei Bindetechniken, die sich gut für die Frühlingspost eignen.
Michaela: Hinten habe ich noch zwei Taschen mit eingeheftet für diverse schöne Kleinigkeiten aus den Umschlägen.
Tabea: Deine Idee mit den Taschen habe ich gern übernommen. Ich vermute, wir haben die gleiche Quelle für diese transparenten Papiertaschen? Sie hatten das perfekte Format und ließen sich wunderbar einheften. Da die Blätter bei der Einzelblattbindung anders strapaziert werden, als bei der japanischen Bindung, habe ich die transparenten Papiertüten im Bund mit einem Streifen verstärkt. Ich habe die vielen kleinen kreativen, beschrifteten Beigaben aus den Briefen in die drei Taschen einsortiert. Auch schöne Ausschnitte aus Briefumschlägen, die mal wieder wunderschön beschriftet waren. Einige trugen kalligrafische Handschriften und waren bedruckt.
Michaela: Wir hatten einmal die gleiche Quelle an transparenten Umschlägen, aber meine sind schon lange aufgebraucht. Ich habe sie für als Wundertüten genutzt, die ich immer auf dem Papiermarkt verkaufe. Die Hüllen im Frühlingsbuch habe ich aus einem festen Transparentpapier gefaltet und zusammengeklebt.
Michaela: Am letzten Wochenende habe ich dann auch endlich einen Haufen Dankespost geschrieben und verschickt. Meine Schnittblumen-Muster sind ja gleichzeitig Entwürfe für Schablonen. Eine davon gibt es schon und mir der habe ich Postkarten bedruckt und mich damit für die viele Sonderpost bedankt. Das musste jetzt sein, sonst sind wir bald schon wieder mitten in der Sommerpost und es wird noch vergessen. Auch an dieser Stelle nochmal einen dicken Dank an alle, die mitgemacht haben
Tabea: Schön die Variationen in deiner Serie zu sehen. Und toll, dass du es zeitnah geschafft hast, Danke-Post zu gestalten und zu verschicken. Ich habe das geplant, bin aber noch nicht aktiv geworden. Ich wünsche mir, die Papierfärberei mit andern Farbtönen auszuprobieren.
Zeigt gern eure Bücher und Verarbeitungen auf Instagram und in euren Blogs! Wir sind gespannt. Danke, danke für eure rege Teilnahme! Die Sommerpost naht! Unser Konzept steht bereits und wir sind schon sehr eingenommen von dem neuen Thema. Wir freuen uns auf den Startschuss am 16. Juni, also weniger als in einem Monat!
Alle Jahre wieder treffen wir uns zu Beginn des neuen Jahres, um auf die vergangene Adventspost zurück zu schauen. Heute machen wir einen Spaziergang durch die Straßen zwischen Bergisch Gladbach und Rochlitz und schauen uns die Adventsstadt an, die all unsere Postkünsterlerinnen gemeinsam gebaut haben. Häuser im Milchtütendruck in allen denkbaren Varianten sind gedruckt und verschickt worden.
Michaela: Die Adventspost-Wand in meiner Küche ist schon lange Tradition und gehört einfach zur Weihnachtszeit dazu, das habe ich an dieser Stelle schon ganz oft geschrieben. Immer wieder zeige ich gerne die große Wand, die sich in jedem Advent mit Postkunst füllt. In diesem Jahr war es eine ganz besondere Freude. Diese Adventspost war für mich eine der besten Aktionen. Ich bin einfach nur begeistert, welch unterschiedliche Karten in großartiger Qualität gedruckt wurden, wie unglaublich vielfältig diese Technik ist und wieviel Spielraum das Thema »Häuser« geboten hat.
Tabea: Dein magnetischer Kühlschrank hat mich zu einer Magnetwand im Flur inspiriert. Dies war die erste Postkunst Aktion, die sie so richtig gefüllt hat. Es war sehr erfreulich, wie sie von Tag zu Tag wuchs und am Ende hatte ich eine Kleinstadt aus fast 50 Postkarten.
Michaela: Wir beide waren ja diesmal in einer Gruppe, deshalb wird sich unsere Sammlung ähneln. Unsere beiden Karten hängen auf meiner Wand ganz zentral zusammen. Ich habe es irgendwann aufgegeben, die Karten nach Nummern zu sortieren. Es kamen ja meist viele auf einmal und dann wieder tagelang keine. In deinem Haus wohnt natürlich eine Eule, das konntest du dir nicht nehmen. Schließlich war es deine erste Idee für diese Adventspost, die ich etwas abgeblockt habe. War es für dich dann ok, dass die Mehrheit für das »Häuser«-Thema gestimmt hat?
Tabea: Nach all den Jahren freue ich mich über Inspirationen anderer. Und ich nehme es als Challenge an, Motive, Farben oder Drucktechniken auszuprobieren, die nicht meine erste Wahl gewesen wären. Zumal ich ja weiß, dass ich meine eigene Sprache und meine persönlichen Motive einbauen kann. Ich fand es im Zoom-Meeting damals sehr lieb und auch lustig, dass mich einige mit fantasievollen Ideen rund um das Motiv Haus im Chat »trösteten«.
Michaela: Ist es nicht großartig, wie viele feinste Drucke entstanden sind. Schau doch mal, diese vielen feinen Details!
Tabea: Ja, die Details, besonders im Tiefdruck, sind sehr vielfältig und gut gelungen. Überhaupt hat es mich überrascht, dass sich so viele für das Tiefdruckverfahren entschieden haben. Immerhin braucht man dafür eine gewisse technische Ausrüstung. Dann allerdings, so meine eigenen Erfahrungen, druckt es sich wie im Rausch. Ich war überrascht, wie gut der Tiefdruck mit der Milchtüte funktioniert hat! Kein einziger Druck ist mir missraten und sogar die Probedrucke waren rahmungsreif. Seit dem Ende meines Studiums 2000 hatte ich nicht mehr tiefgedruckt.
Michaela: Hast du eine Lieblingskarte? Meine ist ganz eindeutig diese hier von Gundi @meerberauscht. Die kommt garantiert in einen Rahmen an die Wand, wo sie dauerhaft hängen darf.
Michaela: Bist du schon in der Planung, was du mit deinen Karten machst? Bindest du ein Buch? Das sollte ich auch mal wieder machen. Die letzten Aktionen wohnen alle in Kisten im Studio-Regal. Hast du die witzige Milchtüten-Verpackung von Andrea gesehen?
Tabea: So viele Fragen! Die bereits gebundenen Bücher und selbstgebauten Schachteln habe ich gesehen. Und bin begeistert! Die Milchtüte, die eh schon etwas taschenartiges hat, bietet sich als Aufbewahrungsbox an. Jedoch habe ich schon so lange kein Buch mehr gebunden. Wie schön wäre es, durch eine Stadt zu blättern? Da meine Sammlung von 47 Karten eh in keine Milchtüte passt, werde ich also ein Buch binden. Hier sind einige meiner Lieblingskarten:
Michaela: Ich frage mich, ob dies unsere letzte Postkarten-Aktion im Advent war. Mit den Portoerhöhungen im neuen Jahr gibt es ja nun keinen Preisunterschied zwischen Postkarte und Brief mehr. Ist das nun der Tod der Postkarte? Wir haben den Charme der einfachen Karte mit den Versandspuren und der reduzierten Fläche immer sehr geschätzt. Auch diese zarten Drucke habe den Postweg ohne Umschlag alle sehr gut überstanden. Aber es gibt nun kein wirkliches Argument mehr für keinen Umschlag. Als Adventskalender-Überraschung macht ein Umschlag ja vielleicht auch Sinn, da eh nicht mehr jeden Tag Post kommt und man sich so die Post besser aufheben kann und die Umschläge nach und nach öffnen kann. Auch was die Versandzeiten angeht, müssen wir uns bei kommenden Aktionen anpassen, oder einfach mehr Geduld haben…
Tabea: Mit 10 Cent Portoerhöhung ist die Deutsche Post nicht mal zufrieden, es sollten eigentlich noch mehr werden. Die Gleichstellung von Postkarte und Brief wird gewiss dafür sorgen, dass die Postkarte seltener verschickt wird. Für mich geht es hier jedoch nicht nur um dem Preis. Ich werde weiterhin Postkarten verschicken. Der Charme, dass Adresse, Briefmarken, Stempel und Nachricht auf einer Karte sind, halte ich nach wie vor für sehr schön. Deine Idee mit den »Advents-Türchen« als Umschlag finde ich auch toll. Lass es uns positiv sehen und das Beste draus machen! Wir passen uns an und nutzen die Vorteile für uns. Ohne die Gleichstellung von Postkarte und Umschlag hätten wir es wohl nicht in Betracht gezogen, Advents-Briefe zu verschicken. Andersherum wurde die Postkarte nicht abgeschafft, sondern das Porto krass erhöht. Also Jacke wie Hose. Und hier, wie wunderschön, die Rückseiten einiger Postkarten. Eben typisch Postkarte! Darauf möchte ich auch in Zukunft nicht verzichten »Handschrift, Stempelcharme, bunte Briefmarken«:
Michaela: Ja, ich bin mir sicher, dass uns was einfällt und wir solange das Beste aus der Post rausholen, wie es geht. Eine andere Frage ist ja auch, wie lange es noch echte Briefmarken geben wird. Aber das ist wieder ein anderes Thema. Lass uns lieber auf deine Drucke schauen.
Tabea: Zurück zur Eule! Ich habe mir vor kurzem ein Vogelhäuschen zugelegt. Es ist schön, die scheuen Meisen, Kleiber und Amseln beim Futtern zu beobachten! Eulen schauen nicht vorbei. Aber dafür gibts ja Fantasie:
Tabea: Die ersten Entwürfe und Eulen skizzierte ich vorher in meinem Buch mit Tusche. Dachte über Positiv und Negativ nach. Ich entschied mich schließlich für das Tiefdruckverfahren. In erster Linie, weil meine Akua Farben fast leer war. Hätte ich den Hintergrund vollflächig im Hochdruck gedruckt, hätte mein Grau nicht gereicht. Dank meiner neuen, tollen Presse verlief alles reibungslos. Ich hatte viel Freude beim Drucken! Einen genaueren Bericht werde ich für meinen Blog noch schreiben.
Michaela: Ja, der Blog wartet! Ich freue mich auf neue Beiträge von dir. Vielleicht binde ich auch mal wieder ein Buch. Sag mal, wie ging das nochmal mit der Bindung für einzelne Karten?
Tabea: Zum Glück habe ich mal niedergeschrieben, wie die Waisenblattbindung funktioniert. Dafür habe ich unser Buch »Schöne Post« hervorgekramt. Für diese Bindung bietet sich ein dünner Faden an. Da ich nur noch weißen Faden hatte, habe ich ihn eingefärbt. In Paynes Grey natürlich.
Tabea: So schön einfach und wirkungsvoll die Bindung! Bis das Buch fertig gebunden ist, habe ich vielleicht auch meinen eigenen Blogbeitrag geschrieben. Dort kann ich euch dann das fertige Buch zeigen. Wer schon fleißig dabei ist, die Postkarten zu binden oder zu bündeln, zeigt uns dies gern auf Instagram.
Wir bedanken und für eure rege Teilnahme! Ihr überrascht uns immer wieder mit euren Arbeiten und Ideen! Erholt euch ein bisschen bis zur Frühlingspost! Wir haben noch keinen Schimmer, was uns blühen wird.
Einige Wochen hatten wir reichlich Freude im Briefkasten. Kleine, voluminöse Briefe lagen in unseren Händen und beim Entpacken gab es vieldimensionale Überraschungen. Mit der Sommerpost 2024 Finissage legen wir noch mal alles auf einen Tisch, betrachten, staunen und tauschen uns über die letzte Postkunst Aktion aus.
Tabea: Ich habe mich sehr über den regen Austausch auf Instagram gefreut. So konnten wir über die 6 Pöste (von der eigenen Liste) hinaus, sehen, was entstanden ist. Es gab viele Delikatessen im Angebot. Von Fisch über Kräuter zu Torten. Besonders haben mir die persönlichen Briefe gefallen. Wie dieser von Christine, sie hat einen »Markt für nachhaltige Leichtigkeit« gestaltet. Obwohl er sehr individuell Christines Themen visualisiert, kann sich jeder bedienen:
Michaela: Oh ja, es gab ein vielfältiges Angebot an sehr persönlichen Themen und feine sehr individuelle Marktstände.
Tabea: Die unterschiedlichste Pop-up-Techniken kamen zum Einsatz. Und niemand sparte an Details! Hier ein Kräuterstand von Sabine. Ich mag die kleine »Kräuter-Fabpalette«!
Michaela: Der provenzialische Markt von Sabine ist ein wirklich ein Highlight auf dem großen Sommermarkt. Ich habe in den letzten Wochen im meinem Studio immer wieder mal den kompletten Markt aller Karten, die mich erreicht haben, aufgebaut und mit meinen Besucherinnen die unglaublichen Details bestaunt. Es gibt einfach alles: Torten, Candies, Kräuter, Blumen, Papier, Spargel, Blumen, Bücher, Sommerglück…und natürlich Fische!
Tabea: Wow! Das sieht wie ein richtig bunter Markt aus! Die Törtchen wirken sehr verlockend auf mich! Die feschen Fische an Neon-Tomaten von Tanja, die du ja auch am Fenster stehen hast, leuchten besonders!
Michaela: Das Tolle an dieser Karte ist ja auch, dass nicht nur ein Marktstand, sondern auch eine Sardinendose ist!
Tabea: Ein vielseitiges Spiel aus Kunstdruckpapieren und Wort-Schnipseln von Odette:
Michaela: Da hat sie für dich Extra eine Lila-Edition gemacht. Die Papierbude, die ich bekommen habe, ist blau-weiß mit mir sehr wohlbekannten Schnipseln. Hier auf dem großen Markt ganz rechts hinten zu sehen:
Michaela: Der Blick auf die winzigen Details macht riesigen Spaß. Ganz besonders bewundert wird immer wieder der Spargelmarkt von Petra, im mittleren Bild, den sie als colorierten Linolschnitt realisiert hat.
Total gerüht hat mich auch die Pop-Up-Galerie von Eva, die einen Rückblick auf ihre 11 Jahre Postkunst zeigt. So gibt es auf unserem Markt auch Kunst: echte Postkunst!
Michaela: Ich hatte selbst richtig viel Spaß bei dieser Aktion, beim Tüfteln und mich im Detail verlieren. Das hätte ich am Anfang gar nicht gedacht. Meinen Papiermarkt habe ich ja schon in vor ein paar Wochen bei mir im Blog gezeigt. Tabea, deine Lieblingsaktion war diese Sommer nicht, oder wie sieht es aktuell auf dem Käsemarkt aus?
Tabea: Ja! Ich hatte die tolle Vorstellung, ich könne mich da technisch gekonnt und raffiniert einfuchsen. Mein Gehirn hat allerdings nicht mitgespielt. So blieben meine Dummyfaltungen sehr einfach und sahen von Anfang an Käse aus. Nach einer Frustphase sprangen meine kreativen Synapsen an und ich machte aus der Not eine Tugend. Der Käse wurde zum Programm und ich ließ die Metaebene links liegen. Geholfen hat mir, wie immer, ein visueller Monolog im Skizzenbuch. Ich überließ Mausita meinen Käse. Und sie war sehr zufrieden damit!
Tabea: Ich hatte die Wahl zwischen Mausita und Herzensangelegenheiten. Aufgrund des Käses hat Mausita den Zuschlag bekommen. Mein Arbeit wurde verlangsamt, da ich mich gerade in der Korrekturphase meines neuen Buches befand. Doch nun bin ich froh, dass alles fertig ist.
Michaela: Hach, da bin ja froh, dass deine Sommerpost nun auch fertig ist, immerhin ist ja mittlerweile offiziell Herbst. Bleibt am Ende immer die Frage: Was macht man mit der Sommerpost? Wir hatten ja ursprünglich gedacht, dass man ein Buch aus den Karten binden könnte. Gerade als wir beide darüber sprachen, dass es vielleicht gar nicht so richtig möglich ist, tauchte dieses unglaubliche Werk von Andrea auf. Sie hat es tatsächlich geschafft, den ganzen Sommermarkt in ein Pop-Up-Buch zu binden. Schaut unbedingt mal das Video auf Instagram. Du willst auch ein Buch binden, oder?
Tabea: Das Sommer-Markt-Buch von Andrea ist so toll, dass ich auch überlege, ein Buch zu binden! Ich habe schon länger kein Buch mehr aus einer Postkunst Aktion gebunden. Bei mir liegt gerade alles noch in einer Kiste, die nicht ganz so schön ist, wie deine.
Michaela: Ich lasse meine Karten erstmal in dem blauen Beutel. Im Postkunst-Regal stehen sie zum Bestaunen bereit. Ganz oft greife ich in der Mittagspause im Workshop hinter mich ins Regal und ziehe eine Kiste aus den vergangenen Jahren heraus, um die Postkunst ansich, oder die ganz besonderen einzelnen Projekte zu zeigen. Die Pop-Up Karten gehören von nun an zur Dauerausstellung und werden sicher noch viel bewundert!
Mittlerweile haben viele unserer treuen Teilnehmerinnen ähnlich tolle Postkunst-Sammlungen 🙂
Zum feierlichen Abschluss der Sommerpost 2024 möchten wir uns bei euch bedanken! Es war uns eine Freude, zuzusehen, wie ihr euch entfaltet habt! Danke für eure Teilnahme und danke für all die vielen Sonderpöste! Natürlich haben wir bereits ein neues Konzept für den Advent komponiert. Wir sind sehr gespannt und werden euch diesmal etwas mehr einbeziehen! Also haltet die Augen offen, denn schon bald geht’s weiter …