Adventspost 2026: Die verlorene Tasse

Adventspost 2026: Die verlorene Tasse

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Noch nicht, noch können wir schöne Herbsttage im goldenen Oktober genießen. Gleichzeitig wollen wir euch aber schon einladen auf ein gemütliches Heißgetränk in der Adventszeit, und starten mit der Adventspost, damit die Zeit bleibt für diesen ganz besonderen Adventskalender. Also, schnappt euch eine schöne Tasse Tee und wir erzählen, worum es in diesem Jahr geht. Los gehts:

Motiv: Tasse

Was gibt es in der kalten Jahreszeit angenehmeres, als ein warmes Getränk in einer schönen Tasse. Ob Kakao mit Sahne, Tee aller Geschmacksrichtungen oder Kaffee in allen Varianten, eigentlich steht im Winter doch immer eine Tasse auf dem Tisch, an der wir uns wärmen können. Die Tasse oder den Becher setzen wir in diesem Advent in Szene, wir können sie dekorieren, mit Mustern verzieren, mit der Form spielen. Die Grundform kann beliebig variieren, ob mit oder ohne Henkel, mit oder ohne Untertasse, bauchig oder gerade, schlank oder breit, dickwandige Keramik oder zartes Porzellan.

Natürlich kannst du die Tasse auch füllen, vielleicht enthält sie ein Geschenk oder deine liebsten Stifte und Pinsel, du kannst sie auch stapeln, es muss nicht nur eine sein. Deine Gestaltung darf weihnachtlich sein, muss sie aber nicht, damit sie auch über die Adventszeit hinaus an der Wand hängen kann. Am Ende der Adventszeit haben wir dann eine Edition von 24 Sammeltassen, die alle unterschiedlich sein werden, aber trotzdem zusammen passen.

Technik: Reduktionsdruck

Mit Linolschnitt oder Stempeldruck haben viele unserer Postkünstlerinnen schon gute Erfahrungen gemacht. In diesem Advent wagen wir uns an die Technik der »Verlorenen Platte«, auch Reduktionsdruck genannt.

Einige haben Respekt vor dem Reduktionsdruck, er scheint ihnen technisch schwer nachzuvollziehen. Mehrfarbige Drucke mit nur einem Druckstock herzustellen wirkt kompliziert, erfordert seltsames Umdenken und zum Schluss droht die Zerstörung der mühsam geschnitzten Druckplatte. So schlimm ist es aber gar nicht! Vielmehr ermöglicht diese Technik ungeahnte Möglichkeiten in einer limitierten Auflage. Wir wollen euch mit dieser Aktion die Angst vor der verlorenen Form nehmen und euch ermutigen, es auszuprobieren. Die Adventspost eignet sich in besonderem Maße dafür, da wir hier sowieso in Serie gehen und mindestens 24 Drucke erstellen.

Um euch den Einstieg in diese Technik einfach zu gestalten, haben wir uns ein besonderes Konzept ausgedacht. Minimalistisch und trotzdem mit Eskalationspotenzial. Und zwar konzentrieren wir uns auf nur zwei Farben und somit auch nur auf zwei Druckvorgänge mit einer Druckplatte. Das erleichtert das Einfühlen in den logischen Aufbau des Motivs.

Welchen Druckstock ihr verwendet, ob Stempelplatte, Linol oder gar Holz, ist euch überlassen. Nutzt das Material, mit dem ihr euch am wohlsten fühlt. Weitere Infos dazu gibt es gewiss im »Schwarmwissen«, das wir als Blog-Post nach dem Zoom-Call veröffentlichen.

Farbe: Warmes Grau als Grundlage

Wir erstellen zweifarbige Drucke und geben euch den Farbton der ersten Druckschicht vor, die zweite Farbe wählt ihr selbst. So stellen wir sicher, dass alle Tassen zusammen gehören. Als Grundlage nehmen wir ein helles warmes Grau. Der erste Druck darf nicht zu dunkel sein, muss sich aber deutlich vom weißen Papier abheben. Denn eigentlich drucken wir mit dem ersten Druck weiß. Die Motive, die du von deiner Druckplatte weggeschnitzt hast, erscheinen auf dem Papier weiß. Die Elemente, die drucken, sind die, die du auf der Platte stehen gelassen hast. Auf dem Papier erscheinen sie in unserem warmen Grau.

Was ist ein warmes Grau? Das ist eine perfekte Frage und Diskussionsgrundlage für unser Zoom-Meeting! Doch eines ist klar, unsere warmen Grautöne werden sich leicht voneinander unterscheiden. Denn es steht offen, ob die mit Akua Farbe, Linoldruckfarbe, Stempelfarbe oder anderen Farben druckst. Hier freuen wir uns auf Experimente und individuelle Lösungen.

Suche dir eine Farbe für den zweiten Druck aus, die dir gefällt. Liebst du es im Advent eher winterlich oder lieber weihnachtlich? Wir sind gespannt auf eure eigene Wahl der zweiten Farbe im Druckprozess!

Druck: Von Hell nach Dunkel

An zwei kleinen Beispieltassen zeigen wir hier das Prinzip des Reduktionsdrucks:

Erster Zustand:
Alles, was weiß bleiben soll, wird im ersten Schritt aus der Platte herausgeschnitten. Das muss noch nicht die Form der Tasse sein, sondern eher Lichtpunkte, Muster auf der Tasse oder im Hintergrund. Dieser erste Zustand wird in einem hellen warmgrau gedruckt, das du selbst mischst.
Von diesem ersten Zustand, der oft noch sehr nichtssagend aussieht, werden mindestens 30 Drucke gemacht, damit später beim zweiten Druckvorgang auch ein paar Fehldrucke passieren dürfen, denn später können wir nicht mehr zum ersten Zustand zurück.

Zweiter Zustand:

Jetzt schneidest du alles aus der Platte heraus, was hellgrau bleiben soll, denn diese Bereiche des ersten Drucks werden dann nicht mehr überdruckt und behalten die erste Farbe. Da wir uns auf zwei Farben beschränken, sollte in diesem Zustand die Form der Tasse sichtbar werden. Das kann eine Kontur oder eine Fläche sein, der Hintergrund, die Negativ- oder die Positiv-Form der Tasse, viele Varianten sind möglich. Im Beispiel oben ist die Tasse herausgeschnitten, im Beispiel unten der Hintergrund.
Du suchst dir eine dunklere Farbe, die einen guten Kontrast zum hellen Grau bildet. Das kann schwarz sein, ein dunkles Blau, dunkles Grün, Rot oder auch der gleiche warme Grauton in einer dunkleren Abstufung. Du musst nicht alle Drucke in der gleichen Farbe drucken, Varianten sind möglich und machen deine Edition ganz besonders. Damit die beiden Drucke einigermaßen passgenau übereinander gedruckt werden, empfehlen wir, eine Anlagepappe zu bauen.

Noch mehr Zustände?
Müssen nicht sein. Wenn du es dir zutraust, du vielleicht schon Erfahrung mit der Technik hast, darfst du auch noch weiter schnitzen und eine dritte oder vierte Farbe drucken. Dafür muss der Druck aber von Anfang an in mehreren Schichten geplant werden. Zwei Farben reichen voll und ganz aus.

Format, Auflage und Signatur

Mit dieser Adventspost kommen wir wieder zurück zum klassischen Postkarten-Format, aber wir verschicken im geschlossenen Umschlag. Denn so kann der Effekt eines Adventskalenders besser wirken. Briefe, die zu früh in deinem Briefkasten landen, kannst du anhand der Nummer bis zum richtigen Zeitpunkt aufbewahren. Die Überraschung bleibt!

Auf der Vorderseite platziere deine Tasse im Hochformat. Du musst nicht direkt auf den Postkarten-Karton drucken, der Druck kann auch aufgeklebt werden. Signiere deine Drucke auf der Vorderseite mit der Auflage, zum Beispiel: 1/24 … 24/24 oder 1/32 – 32/32 (deine Auflagenhöhe steht hinter dem /). Auf der Rückseite bringst du Infos über dich unter: Vor- und Nachname, Datum, Titel, Kontakt. Und verrate uns gern, was sich in deiner Tasse befindet, erzähle die Geschichte deiner Tasse.

Wir haben für dich eine Vorlage für die Rückseite gestaltet, die du gern nutzen kannst. Wir schicken sie dir als PDF mit der Adressliste. Du kannst sie ausdrucken, ausschneiden und auf die Rückseite kleben. Fülle die Zeilen bitte mit deiner Handschrift selbst aus, verwende hier keine Computerschrift. Oder du machst dir deine eigene Vorlage mit deinen Worten und Einteilungen. Du kannst dir auch gern einen Stempel gestalten oder andere Techniken entwickeln.

Das Prinzip

Für die Adventspost 2026 gestalten wir Reduktionsdrucke im Postkartenformat in einer Auflage von 24 Stück. 23 davon schicken wir in Briefumschlägen an die Teilnehmerinnen der Gruppe. Du verschickst die 23 Briefe an einem Tag. Der Tag, an dem deine Post bei den anderen im Briefkasten liegen sollte, entnimmst du der Liste, die wir dir zumailen werden. Am Ende hat jede Teilnehmerin ganz viele Tassen im Schrank und nur eine verloren! Aus vielen kreativen und unikaten Tassen-Drucken können später ein großes Tassen-Poster oder ein Tassen-Büchlein werden.

Projektdaten

Technik: Reduktionsdruck
Auflage: 24 Stück
Format: DIN A6 (105 x 148 mm) im Hochformat, im Briefumschlag verschicken
Papier: Griffig, hochwertig, stabil
Motiv: Tasse
Farbe: Warmes Grau + eigene Farbe
Umfang: Porto 23 x 0,95 Euro (kann sich durch Auslandspost und Gewicht erhöhen)

Zeitrahmen

Anmeldung: 12.10 bis 19.10.2026
Zoom-Meeting: Sonntag, 18.10.2026 um 18 Uhr (LINK)
Listen verschicken bis: 27.10.2026
Start: 1.12. Ende: 24.12.2026

Inspirationen

Unser Pinterest-Board

YouTube:
Picassos Reduction Linocut
let’s make a reduction linocut | three colour printmaking workshop
Reduction linocut „Sunflowers“ 2023
3 Color Reduction Print

Johanna Jung: Reduktionsdruck
Müllerin Art: So geht Reduktionsdruck

Anmeldung

Das Anmeldeformular findest du hier.
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Sommerpost 2026

Sommerpost 2026

Landkarte des Sommers

Herzlich willkommen auf der Reise zur Sommerpost 2026. Während wir uns heute fast nur noch von Navigationssystemen und Google Maps durch die Welt leiten lassen, wollen wir in diesem Sommer zurück mit dem Finger auf die Landkarte. Landkarten, Atlanten, Stadtpläne sind faszinierend. Sie erklären die Welt, zeigen Wege, Landschaften, Orte und Zusammenhänge, stellen Berge, Wasser, topografische Gegebenheiten und Besonderheiten dar. Linien zeichnen Höhen, Meerestiefen, Breiten- und Längengrade und modellieren die Landschaft. Die Welt wird vereinfacht, symbolisiert und auf die zweidimensionale Ebene reduziert. Farben zeigen an, wie tief das Meer, wie hoch das Gebirge, wie dicht besiedelt die Stadt ist. Legenden erklären mit einfachen Symbolen die Welt. 

»Landkarten sind abstrakt und gleichzeitig konkret – und bieten bei aller vermessenden Objektivität doch kein Abbild der Wirklichkeit, sondern eine kühne Interpretation«
Judith Schalansky, Atlas der abgelegenen Inseln

Gestalte deine eigene Landkarte

Entwirf deine Sommer-Landkarte! Magst du uns den Plan deines Wohnortes mit allen Lieblingsorten im Sommer zeigen? Oder hast du einen Reisetipp mit speziellen Insidertipps, die du auf einer Karte darstellen kannst? Vielleicht erfindest du ein Land, das es nur in deiner Vorstellung gibt – mit eigenen Gesetzen und Geschichten. Wie wäre es, du entwirfst eine Landkarte deiner Sommer-Gefühle?

Wie klein oder groß dein Ausschnitt des Ortes, Wohnviertel, Stadt oder Kontinent ist, und ob deine Emotions-Gebiete Fragmente oder ganze Welten sind, das ist dir überlassen. Auch, ob deine Karte klassisch lesbar ist mit Häusern, Wäldern und Flüssen oder eher aus Farbwelten, grafischen Mustern und geheimen Zeichen besteht, steht dir frei.

Es geht nicht um die genaue grafische oder illustrative Darstellung, es geht um das Spiel mit dem Medium Landkarte. So darfst du alte Landkarten als Grundlage nehmen, oder du arbeitest auf einem leeren Blatt, auf dem deine Landschaft mit deiner Technik entsteht. Unsere Landkarten sind Unikate!

Kartografische Gestaltungselemente

Das Thema Landkarte ist vielseitig. Bediene dich frei am Baukasten kartografischer Möglichkeiten: Windrose, Legende, Maßstab, Koordinaten, Grenzen, Routen, Orientierungspunkte, Vignetten, Beschriftungen, Topografie, Gewässer, Zentren, Peripherien, Verbindungen, Territorien, Übergänge, Spuren, Fundorte …

Entwickle die eigene Sprache deiner Landkarte, vermesse deine eigene Welt und beschäftige dich mit inneren und/oder äußeren Landschaften. Wie du diese Spuren auf dem Papier verortest und wie viele der Gestaltungselemente du verwendest, bleibt dir überlassen. Du kannst die bekannten kartografischen Elemente aufgreifen, verändern oder neue erfinden. Du kannst komplex arbeiten oder minimalistisch.

Technik und Material

Wir geben bei dieser Sommerpost keine Technik vor. Wir sind offen für alles und für den Mix aus allem. Du kannst zum Beispiel: 

  • ein Stempelset mit wiederkehrenden Elementen gestalten und damit deine Landkarte stempeln. Häuser, Bäume, Strukturen für Berge, Wasser, etc. 
  • auf einer alten Landkarte arbeiten, sie übermalen, darauf zeichnen und drucken.
  • eigene Musterpapiere gestalten, malen, wischen, Gelliprint und daraus Landschafts-Collagen kleben. 
  • Schablonen schneiden für Flächen oder sich wiederholende Strukturen. 
  • Oder du zeichnest die komplette Karte selbst. Je nach Aufwand wäre es auch möglich, mit Kopien zu arbeiten, die koloriert werden. 
  • Collagen aus Landkarten, Texten, Fotos und Zeichnungen kleben. 
  • Mit Buchstaben-Stempeln arbeiten.
  • Übermalungen, Schichtungen, Handschrift sind ausdrücklich erlaubt und erwünscht.

Format und Faltung: 

Wir gehen von einem Papier im Format DIN A3 aus und überlassen dir, wie dein Plan gefaltet wird. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten und Anregungen. Auf unserem Pinterest-Board findest du komplexe und einfache Inspirationen. Das gefaltete Endformat kann variieren, z.B. DIN A5 oder DIN A6 oder ein freies eigenes Format, dass sich aus deinem Faltschema ergibt.

Wir freuen uns über Landkarten mit Umschlag, Banderole oder einer Verpackung. Diese kannst du nach deinen Vorstellungen gestalten und Beschriften. Lasst uns die Tradition beibehalten mit einem Etikett (oder auch einer direkten Beschriftung) Name, Datum, Technik und eventuell Titel der Arbeit festzuhalten. So kann man dir deine Karte auch später noch zuordnen. Eine Etikett-Vorlage für die Sommerpost schicken wir dir mit der Liste per Mail zu.

Da die gefalteten Landkarten unterschiedliche Formate haben werden, kannst du die Sommerpost in einer Box, einem Schuber oder einer selbstgebauten Kiste sammeln.

Papier

Das Papier ist unser Träger für verschiedene Techniken und sollte entsprechend belastbar sein. Universalpapier lässt sich feucht bearbeiten, es eignet sich zum Collagieren, Bedrucken und zum Falten. Aquarell- und Büttenpapiere sollten überprüft werden: Ist es dünn genug, um mehrfach gefaltet zu werden? Und lässt es sich falten ohne am Falz aufzureißen? Eine gefaltete Landkarte wird eventuell mehrfach aufgeklappt und wieder zusammengelegt, daher sollte das Papier nicht zu dünn oder zu empfindlich sein – jedoch auch nicht zu dick und sperrig oder gar reißfreudig.

Solltest du dich für eine Collagetechnik entscheiden, beachte, dass die Schichten gut miteinander verklebt sind. Sie dürfen sich an den Falzen nicht wieder ablösen. Prima wäre, die Arbeit am Ende mit einer Schicht fluid Medium zu bestreichen (Details besprechen wir im Zoom-Meeting), quasi als »Schlussanstrich«, um alles robust miteinander zu verbinden.

Freie Farbwahl

Bei dieser Postkunst Aktion machen wir dir wieder keine farblichen Vorgaben. Deine Landkarte kann reduziert schwarz weiß oder intensiv farbig sein. Entscheide selbst, ob du minimalistisch oder sehr komplex gestalten möchtest. Farbe eignet sich sehr gut, um sowohl Informationen über deine Orte zu visualisieren, als auch um Gefühle auszudrücken.

Das Prinzip

Wir gestalten Kunstwerke in einer Auflage von 6 Stück. Jede Teilnehmerin deiner Gruppe erhält 1 Exemplar und eine Landkarte behältst du für dich. Am Ende kannst du mit den anderen Teilnehmerinnen deiner Gruppe durch ihre Welt reisen. Du hast eine kleine Sammlung besonderer Landkarten.

Projektdaten

Technik: frei
Farbkonzept: frei
Motiv: Landkarte
Papier: Universalpapier faltbar
Papierformat: offen DIN A3 Hoch- oder Querformat
Gefaltetes Enformat: nach Belieben
Auflage: 6

Zeitrahmen

Anmeldung: 15.6. bis 21.6.2026
Zoom-Meeting: 18.6.2026 um 19 Uhr
Listen verschicken bis: 28.6.2026
Start: 27.7.2026
Ende: 6.9.2026

Inspirationen

Unser Sommerpost 2026-Pinterest- Board

Buch: Atlas der abgelegenen Inseln
Künstler: Magische Karten • Jerry Gretzinger
YouTube: Faltanleitung Turkish Map Fold
YouTube: Landkarte bemalen und bestempeln • Roberta Bergmann

Anmeldung

Die Anmeldung ist abgeschlossen.

Frühlingspost 2026: Elemente im Walzendruck

Frühlingspost 2026: Elemente im Walzendruck

Im Wandel der Jahreszeiten gibt es stets Wiederholungen. Auf einen kalten Winter – mit einer engelsgleichen Adventspost – folgt ein Frühling mit einer neuen Aktion. Das Rad dreht sich weiter, einiges verändert sich, manches kommt wieder. Es gibt Techniken und Themen, die einfach und zeitlos sind und nach einer Neuauflage rufen. Wir betrachten unsere Postkunst Projekte als eine Art Menüfolge. Hast du nach etwas Süßem auch oft Hunger auf etwas Herzhaftes? Nach dem kleinteiligen Format im Advent haben wir Appetit auf ein größeres, freieres Projekt bekommen.

Vor nun mehr schon acht Jahren haben wir im Frühling große Papiere im Walzendruck bedruckt, jetzt machen wir es wieder, ähnlich und anders! In letzter Zeit hatten wir oft konkrete Motive, die illustrativ umgesetzt wurden. In der Frühlingspost freuen wir uns auf die Kraft der Elemente. Wir hinterlassen Spuren, suchen Muster und finden Ausdruck von Farbe.

Rundumdruck

Wir gestalten eine kleine Papierkollektion mit vier zusammengehörigen Bögen, je ein Bogen zu jedem Element: Feuer, Wasser, Erde, Luft. Ob es ein Nudelholz, eine Fusselrolle, der Pappkern einer Klopapierrolle, eine Linolwalze oder eine weiche Farbwalze ist, fühl dich frei. Mit Hilfe einer Walze oder Rolle bringen wir Strukturen und Motive in einer gleichmäßigen Wiederholung aufs Papier. Der Rhythmus der Walze erzeugt ein Muster. Organische Strukturen und Muster lassen sich perfekt im Walzendruck drucken … Wellen, Wolken, Erdkrusten, Flammen …

Wir nutzen die Möglichkeiten, die der Walzendruck mit sich bringt. Lasse dich auf Strukturen ein, die mit der Walze malerisch aufgetragen werden. Gerne kannst du auch die Feinheiten einer Geldruckplatte nutzen und darüber deine Walzenstrukturen aufs Papier bringen. Es muss nicht der perfekte Musterrapport sein, vielmehr der spielerische Umgang mit der Walze. Lässt sich die Walze in Wellen rollen oder wild bewegen? Drucke mehrfach übereinander und erzeuge dein Element mit Schichtungen von Farbe und Struktur.

Ebenso kannst du dich spielerisch auf einfache Formen und Muster einlassen. Aus einen einfachem Tropfen, wird ein Meer, Tropfen steigen in die Luft – und wechselst du die Farbe, lodert Feuer auf. Finde Unterschiede und Ähnlichkeiten in der Gestaltung deiner Elemente. Entscheide selbst wie komplex deine Formen und Muster werden. Dieses Prinzip lässt sich auch auf den Umgang mit Strukturen, also ohne konkrete illustrative Symbole, übertragen. Einige Strukturen bekommen vielleicht nur durch unterschiedliche Farben die Wirkung von Feuer oder Wasser. 

Feuer, Wasser, Erde, Luft

Seit der Antike haben Menschen versucht, die Welt und ihre Zusammenhänge durch die vier Elemente zu erklären. Feuer, Wasser, Erde und Luft lassen sich den Jahreszeiten, Göttern, Emotionen, Farben, Charaktereigenschaften und Symbolen zuordnen. In der Kunst sind sie seit Jahrtausenden immer wieder Thema und Inspiration. Naturgewalten beeindrucken und beeinflussen uns immer noch und ganz besonders heute, wo der Klimawandel das Gleichgewicht auf der Erde durcheinander bringt.

Setze dich mit den Farben der Elemente auseinander, finde einen Farbklang für jedes Element, der jeweils in sich ruht und gut mit den anderen zusammen passt. Die vier farbigen Papiere spielen harmonisch zusammen und stellen jeweils das eine Element dar. Nutze nicht einfach nur Orange für Feuer und Blau für Wasser, sondern mische dir deine elementaren Farben selbst zusammen.

Wir vertrauen, ähnlich wie bei dem Landschaftsdruck, auf unser kreatives Schwarmverhalten und geben keine Leitfarben vor. Die Idee der Elemente beinhalten bereits einen farblichen Leitfaden, all unsere Arbeiten werden gewiss harmonisch zusammenpassen.

Papier und Farbe

Wir bedrucken randlos jeweils 4 Bögen in einem DIN A4 Überformat: 32 x 23 cm. Zum Verschicken eignet sich ein Großbrief-Umschlag. Das Papier sollte nicht zu dünn und auch kein Karton sein. 100–200 g/m2, damit die Bögen später für Collagen oder zum Buchbinden genutzt werden können. Arbeite gerne auf einem größeren Bogen, damit es freier und wilder wird und schneide den Bogen später auf das Endformat zu. Zum Beispiel kannst du einen Bogen 50 x 70 cm vierteln.

Nutze die Farben, mit denen du dich wohl fühlst. Das darf Acryl, Linolfarbe, Guache oder Akua-Druckfarbe sein. Bitte verwende keine Wandfarbe (wie damals 2018), die brüchig auftrocknet. Du kannst auch unterschiedliche Farben mischen und kombinieren. In diesem Projekt geht es nicht um Mixedmedia, wir erstellen keine Collagen, wir gestalten diesmal nicht mit Schrift und zeichnen nicht über den Druck. Es geht um puren Walzendruck!

Drumherum

Markiere und signiere deine Papiere auf der Rückseite leserlich mit einem Label oder Stempel, damit die Papiere auch später noch den Künstlerinnen zugeordnet werden können, wenn sie nicht mehr im Umschlag stecken. Es geht hier nicht um eine künstlerische Signatur (die kannst du extra daneben setzen), sondern um einen leserlichen Namen mit Vor- und Nachnamen.

Lege den vier Bögen einen persönlichen Gruß bei und erzähle, wie deine Elemente entstanden sind.
Kombiniere für dein persönliches Studium oder für die Umschläge und Beibriefe die 4 Elemente, drucke übereinander und finde spannende Mischungen der Elemente. Verwende hierfür gern die Umschlag-Rückseite, damit die Post die Adresse gut lesen kann.

Aus der Papier-Kollektion kannst du später deine eigenen Werke schaffen, sortiere sie nach Elementen, binde damit Bücher ein, nutze die Papiere für Collagen, Karten, Mixed-Media-Projekte.

Das Prinzip

6 Teilnehmerinnen gestalten 6 x 4 Elementbögen und senden 5 Sets davon am Tag X per Post an die anderen Teilnehmerinnen des Projektes. So begleiten uns die schönen Briefe durch den Frühling.

Projektdaten

Format: 32 x 23 cm, randlos bedruckt
Technik: Walzendruck (Walze selbstgemacht)
Material: Papier (100–200 g/m2)
Farbe: Vier Elemente
Umfang: 6 x 4 Bögen
Porto: innerhalb Deutschland Großbrief (1,80 €)

Zeitrahmen

Anmeldung: 09.–15.02.2026
Zoom-Meeting: Samstag, 14.02.2026, 10.00 Uhr
Versenden der Listen: 22. Februar 2026
Projektdauer: 16. März bis 10. Mai 2026

Inspirationen

Unser Pinterestboard
Die vier Elemente in der Kunst
Druckgrafik: Museum Joanneum
Podcast: kunst-knackig
Vier Elemente (Arcimboldo)


Beispiele aus unserer Frühlingspost 2018:
manoswelt – walzendruckerei
Schnitt für Schnitt – Die ersten Blätter

Anmeldung

Sommerpost 2025 Finissage

Sommerpost 2025 Finissage

Der Sommer 2025 war eine Reise durch unterschiedlichste Landschaften, ans Meer, in die Berge, zu Leuchtürmen und Sonnenuntergängen. Jetzt sind die letzten Sommerpöste verschickt und angekommen und damit ist der Sommer auch kalendarisch vorbei. Zeit für uns, zurück zu blicken und noch einmal durch die Landschaften zu reisen. Wie gewohnt reisen wir dabei von Ost nach West, aber nicht nur von Bergisch Gladbach nach Rochlitz, dieses Jahr geht es auch nach Köln.

Michaela: Am letzten Freitag habe ich Christine @buntpapierfabrik in Köln besucht. Sie hatte Besuch von ihrer Freundin Gabi @esser_gabi, die auch schon lange bei der Postkunst mitmacht. Die beiden treffen sich regelmäßig, um gemeinsam an den Post-Kunst-Themen zu arbeiten. Für das Treffen hatten sie sich die Verarbeitung der Sommerpost vorgenommen. Ich durfte diesmal dabei sein und habe meine komplette Sammlung von mehr als 40 Drucken mitgenommen. So wurde unser Treffen eine kleine Finissage in Christines Wohnzimmer.

Tabea: Ich freue mich sehr über diese etwas größere Finissage-Runde! Ebenso freue ich mich über die Fotos, auf denen ich immer wieder neue Interpretationen von Landschaften entdecke, obwohl das Projekt ja nun zu Ende ist. Es wurden ja bereits viele Ansichten auf Instagram geteilt und trotzdem habe ich noch nicht alle gesehen.

Michaela: Christine und Gabi hatten sich vorher im Künstlerbedarf Karton in langen Streifen zugeschnitten, um es zu Leporellos zu falten und die Drucke darauf zu kleben.

Michaela: Wir alle haben unsere Lieblinge in der Sammlung, hier zeigt Christine ihre liebsten Drucke von Franziska @ziskasch und Carmen @mein_wintergartenatelier. Der grüne Irland-Druck von Carmen ist auch mein absoluter Liebling in der ganzen Aktion und nicht nur, weil ich in diesem Sommer in Irland war.

Michaela: Christine und Gabi haben ihre Leporellos doppelseitig bestückt und am nächsten Tag die Deckel dazu beklebt. Christine zeigt hier ihr fertiges Faltbuch im Video. Gabis Finissage könnt ihr hier sehen. Leider habe ich vergessen, ein Foto von den beiden zu machen, nur ihre Hände sind zu sehen.

Michaela: Zunächst lagen alle Drucke, die zuvor bei mir zuhause und im Studio an der Wand hingen, auf Christines Fußboden und ich habe nach Farben und Motiven sortiert. Wir waren uns alle einig, dass diese Aktion ganz besonders gelungen ist. Die Drucke sind alle unterschiedlich, passen aber doch alle so gut zusammen. Hast du auch einen Lieblingsdruck?

Tabea: Ja! Diese Aktion war wunderbar! Ich habe mich so gefreut, wie aktiv und individuell die Teilnehmerinnen gestaltet haben! Was die Farbigkeit betrifft, muss ich euch recht geben. Das dachte ich auch, beim Anblick meiner Sammlung. Es war schön, in dieser Aktion keine Farbvorgaben zu haben. Durch den Fokus auf gewisse Motive, wie Strand (Gelb, Blau), Berg- und Wiesenlandschaft (Grün, Blau) harmoniert alles wunderbar miteinander. Hier ein paar meiner Lieblingsdrucke:

Drucke von oben links bis unten rechts: Stephanie @farben_papier_stifte, Watraud @wdeplazes, Christine @Christine_buntpapierfabrik und Carmen @mein_wintergartenatelier

Tabea: Ich habe – kurz bevor ich meine eigene Post verschickt habe – alle Blicke durchgeblättert und die zur Seite gelegt, die mich besonders angesprochen haben. Diesen Künstlerinnen habe ich Sonderpost geschickt. Sonst verlose ich meine Sonderpost, diesmal hatte ich Lust und Laune bewusst zu antworten. Was spricht mich bei den Drucken an? Ich folge da keinem bestimmten Muster und die Drucke entsprechen auch nicht meinem farblichen Beuteschema. Es sind Arbeiten, die individuell sind, besonders in der Zusammenstellung und Kombination von Farbe und Abstraktion. Mutige Farben oder Ton in Ton, klare Flächen oder gebrochene Flächen, Minimalistisch oder detailreich, grobe Einteilungen oder filigrane, …

Tabea: Ich liebe die Strukturen, die durch den Druck entstehen – gern tauche ich in die Details ein. Besonders beeindruckend finde ich diesen Druck von Nadine @nahanssen. Das Neon-Magenta ist so mutig und obwohl es eine Signalfarbe ist, gestaltet sie hier einen sanft-fulminanten Sonnenuntergang. Verträumter habe ich eine Neonfarbe bisher noch nie im Einsatz gesehen:

Tabea: Auch das Spiel von Positiv und Negativ ist – trotz minimalistischer Stilmittel – sehr gelungen. Besonders die Kombination dieser beiden Drucke gefällt mir. Links ist Nadines Druck und rechts Waltrauds. Farbtechnisch stehen sie zwar deutlich im Kontrast, aber inhaltlich treffen sie für mich eine ähnliche Sprache und Stimmung. Der Duktus, die Strichstärken, Bildaufbau und Ausdruck passen perfekt zueinander. Die beiden Blicke unterhalten sich sanftdiesig miteinander. Ich wäre gern an beiden Orten, um eine Weile Luft in die Landschaft zu starren.

Tabea: Zurück zu deiner Sammlung, Michaela. Ich finde die Leporello-Idee sehr schön! Allerdings frage ich mich gerade, wie man das mit 40 Arbeiten macht.

Michaela: Da ich so viel mehr Drucke zusammenbringen musste, habe ich mich dafür entschieden, die einzelnen Drucke nur mit gefalzten Papierstreifen zu Leporellos zusammen zu fügen und daraus drei Faltbücher zu machen. Dann ging es ans falzen und kleben. Mit diesem Stapel bin ich dann nach Hause geradelt, eine sonnige Spätsommer-Radtour am Rhein entlang, in Gedanken noch in den sommerlichen Landschaften der Drucke.

Tabea: Das Faltbuch sieht sehr schön aus im Profil! Eine schöne Idee mit den Streifen, da bleiben die Rückseiten frei. Die unterschiedlichen Papierqualitäten und -farben kommen gut zur Geltung. Bei mir stehen die Namen der Künstlerinnen auf der Rückseite. Was hast du mit den Drucken auf dünnem Papier gemacht? Ich denke da an mein Linoldruckpapier, welches wirklich hauchdünn ist.

Michaela: Teilweise habe ich eine dickere Pappe hinter die dünnen Papiere geklebt, damit sie nicht verknicken. Aber durch die Pappstreifen bleiben sie auch so recht stabil. Am Sonntag habe ich dann für meine drei Faltbücher die Deckel gestaltet. Die Umschläge der Sommerpost boten reichlich Collagematerial dafür:

Michaela: Mit einem eingebauten Bindeband kann ich die Faltbücher verschließen. Zwei der Bücher haben hinten einen Umschlag mit Beigaben, Briefen und netten Kleinkram, die einfach dazu gehören.

Tabea: Deine Titel-Collagen mit den »Sommerpost« Schriftzügen der Umschläge finde ich richtig toll! Ich habe mir ein paar schöne Umschläge zur Seite gelegt für eventuelle Buchdeckel. Werde ich dem diesjährigen Trend zum Leporello folgen? Vermutlich, wo ich jetzt so viele Inspirationen dazu habe. Ist schon sehr fesch! Und auf jeden Fall wäre das ein würdevoller Abschluss für den Stapel an Puzzledrucken, die gerade noch neben mir liegen.

Michaela: Die Leporellos haben den Vorteil, dass man durch den Sommer blättern oder auch die gesammelten Werke nebeneinander aufstellen kann, um zusammen die wunderbare Landschaft zu bewundern, die wir alle gemeinsam gedruckt haben.

Tabea: In letzter Zeit habe ich eher Bücher gebunden. Da freue ich mich, dass ich nun mal eine andere Archivierungsmethode anwenden kann. Vermutlich wird es auch ein Leporello, oder eben mehrere, damit man sie auch gut händeln kann. Übrigens habe ich auf meinem Schreibtisch noch ein paar Stapel aus den älteren Postkunst Aktionen liegen. Bei meiner noch immer aktuellen Aufräum-Aktion fanden sich so einige noch nicht verarbeitete Post-Sammlungen. Das sind schöne Projekte für den Winter! Eindeutig ist es viel schöner, wenn die Post eine Form bekommt und nicht als wildes Bündel leben muss.

Tabea: Ich poste heute über meine Herangehensweise für die Sommerpost. Komm gern vorbei und schau dich um! Ich führe durch meine Skizzenbücher und zeige meine intuitive Annäherung an eine vierteilige Druckplatte.

Das war ein schöner Sommer! Danke, dass so viele Postkünstlerinnen aktiv und kreativ waren und für eine gemeinschaftliche Stimmung gesorgt haben! Teilt eure Ergebnisse, Bindungen, Archivierungen und Sammlungen gern auf Social Media. Wir freuen uns über jedes Werk und über jeden persönlichen Blick!

Nun gehen wir in eine kleine Herbst-Pause und begrüßen euch dann bald zu Adventspost. Für unseren postalischen Adventskalender gibt es schon ein paar Ideen. Wir sind selbst noch gespannt, wie unser diesjähriges Konzept aussehen wird.

Kreative Grüße und bis bald • Michaela und Tabea

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