Herzlich willkommen auf der Reise zur Sommerpost 2026. Während wir uns heute fast nur noch von Navigationssystemen und Google Maps durch die Welt leiten lassen, wollen wir in diesem Sommer zurück mit dem Finger auf die Landkarte. Landkarten, Atlanten, Stadtpläne sind faszinierend. Sie erklären die Welt, zeigen Wege, Landschaften, Orte und Zusammenhänge, stellen Berge, Wasser, topografische Gegebenheiten und Besonderheiten dar. Linien zeichnen Höhen, Meerestiefen, Breiten- und Längengrade und modellieren die Landschaft. Die Welt wird vereinfacht, symbolisiert und auf die zweidimensionale Ebene reduziert. Farben zeigen an, wie tief das Meer, wie hoch das Gebirge, wie dicht besiedelt die Stadt ist. Legenden erklären mit einfachen Symbolen die Welt.
»Landkarten sind abstrakt und gleichzeitig konkret – und bieten bei aller vermessenden Objektivität doch kein Abbild der Wirklichkeit, sondern eine kühne Interpretation« Judith Schalansky, Atlas der abgelegenen Inseln
Gestalte deine eigene Landkarte
Entwirf deine Sommer-Landkarte! Magst du uns den Plan deines Wohnortes mit allen Lieblingsorten im Sommer zeigen? Oder hast du einen Reisetipp mit speziellen Insidertipps, die du auf einer Karte darstellen kannst? Vielleicht erfindest du ein Land, das es nur in deiner Vorstellung gibt – mit eigenen Gesetzen und Geschichten. Wie wäre es, du entwirfst eine Landkarte deiner Sommer-Gefühle?
Wie klein oder groß dein Ausschnitt des Ortes, Wohnviertel, Stadt oder Kontinent ist, und ob deine Emotions-Gebiete Fragmente oder ganze Welten sind, das ist dir überlassen. Auch, ob deine Karte klassisch lesbar ist mit Häusern, Wäldern und Flüssen oder eher aus Farbwelten, grafischen Mustern und geheimen Zeichen besteht, steht dir frei.
Es geht nicht um die genaue grafische oder illustrative Darstellung, es geht um das Spiel mit dem Medium Landkarte. So darfst du alte Landkarten als Grundlage nehmen, oder du arbeitest auf einem leeren Blatt, auf dem deine Landschaft mit deiner Technik entsteht. Unsere Landkarten sind Unikate!
Entwickle die eigene Sprache deiner Landkarte, vermesse deine eigene Welt und beschäftige dich mit inneren und/oder äußeren Landschaften. Wie du diese Spuren auf dem Papier verortest und wie viele der Gestaltungselemente du verwendest, bleibt dir überlassen. Du kannst die bekannten kartografischen Elemente aufgreifen, verändern oder neue erfinden. Du kannst komplex arbeiten oder minimalistisch.
Technik und Material
Wir geben bei dieser Sommerpost keine Technik vor. Wir sind offen für alles und für den Mix aus allem. Du kannst zum Beispiel:
ein Stempelset mit wiederkehrenden Elementen gestalten und damit deine Landkarte stempeln. Häuser, Bäume, Strukturen für Berge, Wasser, etc.
auf einer alten Landkarte arbeiten, sie übermalen, darauf zeichnen und drucken.
eigene Musterpapiere gestalten, malen, wischen, Gelliprint und daraus Landschafts-Collagen kleben.
Schablonen schneiden für Flächen oder sich wiederholende Strukturen.
Oder du zeichnest die komplette Karte selbst. Je nach Aufwand wäre es auch möglich, mit Kopien zu arbeiten, die koloriert werden.
Collagen aus Landkarten, Texten, Fotos und Zeichnungen kleben.
Mit Buchstaben-Stempeln arbeiten.
Übermalungen, Schichtungen, Handschrift sind ausdrücklich erlaubt und erwünscht.
Format und Faltung:
Wir gehen von einem Papier im Format DIN A3 aus und überlassen dir, wie dein Plan gefaltet wird. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten und Anregungen. Auf unserem Pinterest-Board findest du komplexe und einfache Inspirationen. Das gefaltete Endformat kann variieren, z.B. DIN A5 oder DIN A6 oder ein freies eigenes Format, dass sich aus deinem Faltschema ergibt.
Wir freuen uns über Landkarten mit Umschlag, Banderole oder einer Verpackung. Diese kannst du nach deinen Vorstellungen gestalten und Beschriften. Lasst uns die Tradition beibehalten mit einem Etikett (oder auch einer direkten Beschriftung) Name, Datum, Technik und eventuell Titel der Arbeit festzuhalten. So kann man dir deine Karte auch später noch zuordnen. Eine Etikett-Vorlage für die Sommerpost schicken wir dir mit der Liste per Mail zu.
Da die gefalteten Landkarten unterschiedliche Formate haben werden, kannst du die Sommerpost in einer Box, einem Schuber oder einer selbstgebauten Kiste sammeln.
Papier
Das Papier ist unser Träger für verschiedene Techniken und sollte entsprechend belastbar sein. Universalpapier lässt sich feucht bearbeiten, es eignet sich zum Collagieren, Bedrucken und zum Falten. Aquarell- und Büttenpapiere sollten überprüft werden: Ist es dünn genug, um mehrfach gefaltet zu werden? Und lässt es sich falten ohne am Falz aufzureißen? Eine gefaltete Landkarte wird eventuell mehrfach aufgeklappt und wieder zusammengelegt, daher sollte das Papier nicht zu dünn oder zu empfindlich sein – jedoch auch nicht zu dick und sperrig oder gar reißfreudig.
Solltest du dich für eine Collagetechnik entscheiden, beachte, dass die Schichten gut miteinander verklebt sind. Sie dürfen sich an den Falzen nicht wieder ablösen. Prima wäre, die Arbeit am Ende mit einer Schicht fluid Medium zu bestreichen (Details besprechen wir im Zoom-Meeting), quasi als »Schlussanstrich«, um alles robust miteinander zu verbinden.
Freie Farbwahl
Bei dieser Postkunst Aktion machen wir dir wieder keine farblichen Vorgaben. Deine Landkarte kann reduziert schwarz weiß oder intensiv farbig sein. Entscheide selbst, ob du minimalistisch oder sehr komplex gestalten möchtest. Farbe eignet sich sehr gut, um sowohl Informationen über deine Orte zu visualisieren, als auch um Gefühle auszudrücken.
Das Prinzip
Wir gestalten Kunstwerke in einer Auflage von 6 Stück. Jede Teilnehmerin deiner Gruppe erhält 1 Exemplar und eine Landkarte behältst du für dich. Am Ende kannst du mit den anderen Teilnehmerinnen deiner Gruppe durch ihre Welt reisen. Du hast eine kleine Sammlung besonderer Landkarten.
Projektdaten
Technik: frei Farbkonzept: frei Motiv: Landkarte Papier: Universalpapier faltbar Papierformat: offen DIN A3 Hoch- oder Querformat Gefaltetes Enformat: nach Belieben Auflage: 6
Zeitrahmen
Anmeldung: 15.6. bis 21.6.2026 Zoom-Meeting: 18.6.2026 um 19 Uhr Listen verschicken bis: 28.6.2026 Start: 27.7.2026 Ende: 6.9.2026
Im Wandel der Jahreszeiten gibt es stets Wiederholungen. Auf einen kalten Winter – mit einer engelsgleichen Adventspost – folgt ein Frühling mit einer neuen Aktion. Das Rad dreht sich weiter, einiges verändert sich, manches kommt wieder. Es gibt Techniken und Themen, die einfach und zeitlos sind und nach einer Neuauflage rufen. Wir betrachten unsere Postkunst Projekte als eine Art Menüfolge. Hast du nach etwas Süßem auch oft Hunger auf etwas Herzhaftes? Nach dem kleinteiligen Format im Advent haben wir Appetit auf ein größeres, freieres Projekt bekommen.
Vor nun mehr schon acht Jahren haben wir im Frühling große Papiere im Walzendruck bedruckt, jetzt machen wir es wieder, ähnlich und anders! In letzter Zeit hatten wir oft konkrete Motive, die illustrativ umgesetzt wurden. In der Frühlingspost freuen wir uns auf die Kraft der Elemente. Wir hinterlassen Spuren, suchen Muster und finden Ausdruck von Farbe.
Rundumdruck
Wir gestalten eine kleine Papierkollektion mit vier zusammengehörigen Bögen, je ein Bogen zu jedem Element: Feuer, Wasser, Erde, Luft. Ob es ein Nudelholz, eine Fusselrolle, der Pappkern einer Klopapierrolle, eine Linolwalze oder eine weiche Farbwalze ist, fühl dich frei. Mit Hilfe einer Walze oder Rolle bringen wir Strukturen und Motive in einer gleichmäßigen Wiederholung aufs Papier. Der Rhythmus der Walze erzeugt ein Muster. Organische Strukturen und Muster lassen sich perfekt im Walzendruck drucken … Wellen, Wolken, Erdkrusten, Flammen …
Wir nutzen die Möglichkeiten, die der Walzendruck mit sich bringt. Lasse dich auf Strukturen ein, die mit der Walze malerisch aufgetragen werden. Gerne kannst du auch die Feinheiten einer Geldruckplatte nutzen und darüber deine Walzenstrukturen aufs Papier bringen. Es muss nicht der perfekte Musterrapport sein, vielmehr der spielerische Umgang mit der Walze. Lässt sich die Walze in Wellen rollen oder wild bewegen? Drucke mehrfach übereinander und erzeuge dein Element mit Schichtungen von Farbe und Struktur.
Ebenso kannst du dich spielerisch auf einfache Formen und Muster einlassen. Aus einen einfachem Tropfen, wird ein Meer, Tropfen steigen in die Luft – und wechselst du die Farbe, lodert Feuer auf. Finde Unterschiede und Ähnlichkeiten in der Gestaltung deiner Elemente. Entscheide selbst wie komplex deine Formen und Muster werden. Dieses Prinzip lässt sich auch auf den Umgang mit Strukturen, also ohne konkrete illustrative Symbole, übertragen. Einige Strukturen bekommen vielleicht nur durch unterschiedliche Farben die Wirkung von Feuer oder Wasser.
Feuer, Wasser, Erde, Luft
Seit der Antike haben Menschen versucht, die Welt und ihre Zusammenhänge durch die vier Elemente zu erklären. Feuer, Wasser, Erde und Luft lassen sich den Jahreszeiten, Göttern, Emotionen, Farben, Charaktereigenschaften und Symbolen zuordnen. In der Kunst sind sie seit Jahrtausenden immer wieder Thema und Inspiration. Naturgewalten beeindrucken und beeinflussen uns immer noch und ganz besonders heute, wo der Klimawandel das Gleichgewicht auf der Erde durcheinander bringt.
Setze dich mit den Farben der Elemente auseinander, finde einen Farbklang für jedes Element, der jeweils in sich ruht und gut mit den anderen zusammen passt. Die vier farbigen Papiere spielen harmonisch zusammen und stellen jeweils das eine Element dar. Nutze nicht einfach nur Orange für Feuer und Blau für Wasser, sondern mische dir deine elementaren Farben selbst zusammen.
Wir vertrauen, ähnlich wie bei dem Landschaftsdruck, auf unser kreatives Schwarmverhalten und geben keine Leitfarben vor. Die Idee der Elemente beinhalten bereits einen farblichen Leitfaden, all unsere Arbeiten werden gewiss harmonisch zusammenpassen.
Papier und Farbe
Wir bedrucken randlos jeweils 4 Bögen in einem DIN A4 Überformat: 32 x 23 cm. Zum Verschicken eignet sich ein Großbrief-Umschlag. Das Papier sollte nicht zu dünn und auch kein Karton sein. 100–200 g/m2, damit die Bögen später für Collagen oder zum Buchbinden genutzt werden können. Arbeite gerne auf einem größeren Bogen, damit es freier und wilder wird und schneide den Bogen später auf das Endformat zu. Zum Beispiel kannst du einen Bogen 50 x 70 cm vierteln.
Nutze die Farben, mit denen du dich wohl fühlst. Das darf Acryl, Linolfarbe, Guache oder Akua-Druckfarbe sein. Bitte verwende keine Wandfarbe (wie damals 2018), die brüchig auftrocknet. Du kannst auch unterschiedliche Farben mischen und kombinieren. In diesem Projekt geht es nicht um Mixedmedia, wir erstellen keine Collagen, wir gestalten diesmal nicht mit Schrift und zeichnen nicht über den Druck. Es geht um puren Walzendruck!
Drumherum
Markiere und signiere deine Papiere auf der Rückseite leserlich mit einem Label oder Stempel, damit die Papiere auch später noch den Künstlerinnen zugeordnet werden können, wenn sie nicht mehr im Umschlag stecken. Es geht hier nicht um eine künstlerische Signatur (die kannst du extra daneben setzen), sondern um einen leserlichen Namen mit Vor- und Nachnamen.
Lege den vier Bögen einen persönlichen Gruß bei und erzähle, wie deine Elemente entstanden sind. Kombiniere für dein persönliches Studium oder für die Umschläge und Beibriefe die 4 Elemente, drucke übereinander und finde spannende Mischungen der Elemente. Verwende hierfür gern die Umschlag-Rückseite, damit die Post die Adresse gut lesen kann.
Aus der Papier-Kollektion kannst du später deine eigenen Werke schaffen, sortiere sie nach Elementen, binde damit Bücher ein, nutze die Papiere für Collagen, Karten, Mixed-Media-Projekte.
Das Prinzip
6 Teilnehmerinnen gestalten 6 x 4 Elementbögen und senden 5 Sets davon am Tag X per Post an die anderen Teilnehmerinnen des Projektes. So begleiten uns die schönen Briefe durch den Frühling.
Projektdaten
Format: 32 x 23 cm, randlos bedruckt Technik: Walzendruck (Walze selbstgemacht) Material: Papier (100–200 g/m2) Farbe: Vier Elemente Umfang: 6 x 4 Bögen Porto: innerhalb Deutschland Großbrief (1,80 €)
Zeitrahmen
Anmeldung: 09.–15.02.2026 Zoom-Meeting: Samstag, 14.02.2026, 10.00 Uhr Versenden der Listen: 22. Februar 2026 Projektdauer: 16. März bis 10. Mai 2026
Der Sommer 2025 war eine Reise durch unterschiedlichste Landschaften, ans Meer, in die Berge, zu Leuchtürmen und Sonnenuntergängen. Jetzt sind die letzten Sommerpöste verschickt und angekommen und damit ist der Sommer auch kalendarisch vorbei. Zeit für uns, zurück zu blicken und noch einmal durch die Landschaften zu reisen. Wie gewohnt reisen wir dabei von Ost nach West, aber nicht nur von Bergisch Gladbach nach Rochlitz, dieses Jahr geht es auch nach Köln.
Michaela: Am letzten Freitag habe ich Christine @buntpapierfabrik in Köln besucht. Sie hatte Besuch von ihrer Freundin Gabi @esser_gabi, die auch schon lange bei der Postkunst mitmacht. Die beiden treffen sich regelmäßig, um gemeinsam an den Post-Kunst-Themen zu arbeiten. Für das Treffen hatten sie sich die Verarbeitung der Sommerpost vorgenommen. Ich durfte diesmal dabei sein und habe meine komplette Sammlung von mehr als 40 Drucken mitgenommen. So wurde unser Treffen eine kleine Finissage in Christines Wohnzimmer.
Tabea: Ich freue mich sehr über diese etwas größere Finissage-Runde! Ebenso freue ich mich über die Fotos, auf denen ich immer wieder neue Interpretationen von Landschaften entdecke, obwohl das Projekt ja nun zu Ende ist. Es wurden ja bereits viele Ansichten auf Instagram geteilt und trotzdem habe ich noch nicht alle gesehen.
Michaela: Christine und Gabi hatten sich vorher im Künstlerbedarf Karton in langen Streifen zugeschnitten, um es zu Leporellos zu falten und die Drucke darauf zu kleben.
Michaela: Wir alle haben unsere Lieblinge in der Sammlung, hier zeigt Christine ihre liebsten Drucke von Franziska @ziskasch und Carmen @mein_wintergartenatelier. Der grüne Irland-Druck von Carmen ist auch mein absoluter Liebling in der ganzen Aktion und nicht nur, weil ich in diesem Sommer in Irland war.
Michaela: Christine und Gabi haben ihre Leporellos doppelseitig bestückt und am nächsten Tag die Deckel dazu beklebt. Christine zeigt hier ihr fertiges Faltbuch im Video. Gabis Finissage könnt ihr hier sehen. Leider habe ich vergessen, ein Foto von den beiden zu machen, nur ihre Hände sind zu sehen.
Michaela: Zunächst lagen alle Drucke, die zuvor bei mir zuhause und im Studio an der Wand hingen, auf Christines Fußboden und ich habe nach Farben und Motiven sortiert. Wir waren uns alle einig, dass diese Aktion ganz besonders gelungen ist. Die Drucke sind alle unterschiedlich, passen aber doch alle so gut zusammen. Hast du auch einen Lieblingsdruck?
Tabea: Ja! Diese Aktion war wunderbar! Ich habe mich so gefreut, wie aktiv und individuell die Teilnehmerinnen gestaltet haben! Was die Farbigkeit betrifft, muss ich euch recht geben. Das dachte ich auch, beim Anblick meiner Sammlung. Es war schön, in dieser Aktion keine Farbvorgaben zu haben. Durch den Fokus auf gewisse Motive, wie Strand (Gelb, Blau), Berg- und Wiesenlandschaft (Grün, Blau) harmoniert alles wunderbar miteinander. Hier ein paar meiner Lieblingsdrucke:
Drucke von oben links bis unten rechts: Stephanie @farben_papier_stifte, Watraud @wdeplazes, Christine @Christine_buntpapierfabrikund Carmen @mein_wintergartenatelier
Tabea: Ich habe – kurz bevor ich meine eigene Post verschickt habe – alle Blicke durchgeblättert und die zur Seite gelegt, die mich besonders angesprochen haben. Diesen Künstlerinnen habe ich Sonderpost geschickt. Sonst verlose ich meine Sonderpost, diesmal hatte ich Lust und Laune bewusst zu antworten. Was spricht mich bei den Drucken an? Ich folge da keinem bestimmten Muster und die Drucke entsprechen auch nicht meinem farblichen Beuteschema. Es sind Arbeiten, die individuell sind, besonders in der Zusammenstellung und Kombination von Farbe und Abstraktion. Mutige Farben oder Ton in Ton, klare Flächen oder gebrochene Flächen, Minimalistisch oder detailreich, grobe Einteilungen oder filigrane, …
Tabea: Ich liebe die Strukturen, die durch den Druck entstehen – gern tauche ich in die Details ein. Besonders beeindruckend finde ich diesen Druck von Nadine @nahanssen. Das Neon-Magenta ist so mutig und obwohl es eine Signalfarbe ist, gestaltet sie hier einen sanft-fulminanten Sonnenuntergang. Verträumter habe ich eine Neonfarbe bisher noch nie im Einsatz gesehen:
Tabea: Auch das Spiel von Positiv und Negativ ist – trotz minimalistischer Stilmittel – sehr gelungen. Besonders die Kombination dieser beiden Drucke gefällt mir. Links ist Nadines Druck und rechts Waltrauds. Farbtechnisch stehen sie zwar deutlich im Kontrast, aber inhaltlich treffen sie für mich eine ähnliche Sprache und Stimmung. Der Duktus, die Strichstärken, Bildaufbau und Ausdruck passen perfekt zueinander. Die beiden Blicke unterhalten sich sanftdiesig miteinander. Ich wäre gern an beiden Orten, um eine Weile Luft in die Landschaft zu starren.
Tabea: Zurück zu deiner Sammlung, Michaela. Ich finde die Leporello-Idee sehr schön! Allerdings frage ich mich gerade, wie man das mit 40 Arbeiten macht.
Michaela: Da ich so viel mehr Drucke zusammenbringen musste, habe ich mich dafür entschieden, die einzelnen Drucke nur mit gefalzten Papierstreifen zu Leporellos zusammen zu fügen und daraus drei Faltbücher zu machen. Dann ging es ans falzen und kleben. Mit diesem Stapel bin ich dann nach Hause geradelt, eine sonnige Spätsommer-Radtour am Rhein entlang, in Gedanken noch in den sommerlichen Landschaften der Drucke.
Tabea: Das Faltbuch sieht sehr schön aus im Profil! Eine schöne Idee mit den Streifen, da bleiben die Rückseiten frei. Die unterschiedlichen Papierqualitäten und -farben kommen gut zur Geltung. Bei mir stehen die Namen der Künstlerinnen auf der Rückseite. Was hast du mit den Drucken auf dünnem Papier gemacht? Ich denke da an mein Linoldruckpapier, welches wirklich hauchdünn ist.
Michaela: Teilweise habe ich eine dickere Pappe hinter die dünnen Papiere geklebt, damit sie nicht verknicken. Aber durch die Pappstreifen bleiben sie auch so recht stabil. Am Sonntag habe ich dann für meine drei Faltbücher die Deckel gestaltet. Die Umschläge der Sommerpost boten reichlich Collagematerial dafür:
Michaela: Mit einem eingebauten Bindeband kann ich die Faltbücher verschließen. Zwei der Bücher haben hinten einen Umschlag mit Beigaben, Briefen und netten Kleinkram, die einfach dazu gehören.
Tabea: Deine Titel-Collagen mit den »Sommerpost« Schriftzügen der Umschläge finde ich richtig toll! Ich habe mir ein paar schöne Umschläge zur Seite gelegt für eventuelle Buchdeckel. Werde ich dem diesjährigen Trend zum Leporello folgen? Vermutlich, wo ich jetzt so viele Inspirationen dazu habe. Ist schon sehr fesch! Und auf jeden Fall wäre das ein würdevoller Abschluss für den Stapel an Puzzledrucken, die gerade noch neben mir liegen.
Michaela: Die Leporellos haben den Vorteil, dass man durch den Sommer blättern oder auch die gesammelten Werke nebeneinander aufstellen kann, um zusammen die wunderbare Landschaft zu bewundern, die wir alle gemeinsam gedruckt haben.
Tabea: In letzter Zeit habe ich eher Bücher gebunden. Da freue ich mich, dass ich nun mal eine andere Archivierungsmethode anwenden kann. Vermutlich wird es auch ein Leporello, oder eben mehrere, damit man sie auch gut händeln kann. Übrigens habe ich auf meinem Schreibtisch noch ein paar Stapel aus den älteren Postkunst Aktionen liegen. Bei meiner noch immer aktuellen Aufräum-Aktion fanden sich so einige noch nicht verarbeitete Post-Sammlungen. Das sind schöne Projekte für den Winter! Eindeutig ist es viel schöner, wenn die Post eine Form bekommt und nicht als wildes Bündel leben muss.
Tabea: Ich poste heute über meine Herangehensweise für die Sommerpost. Komm gern vorbei und schau dich um! Ich führe durch meine Skizzenbücher und zeige meine intuitive Annäherung an eine vierteilige Druckplatte.
Das war ein schöner Sommer! Danke, dass so viele Postkünstlerinnen aktiv und kreativ waren und für eine gemeinschaftliche Stimmung gesorgt haben! Teilt eure Ergebnisse, Bindungen, Archivierungen und Sammlungen gern auf Social Media. Wir freuen uns über jedes Werk und über jeden persönlichen Blick!
Nun gehen wir in eine kleine Herbst-Pause und begrüßen euch dann bald zu Adventspost. Für unseren postalischen Adventskalender gibt es schon ein paar Ideen. Wir sind selbst noch gespannt, wie unser diesjähriges Konzept aussehen wird.
Alle Jahre wieder treffen wir uns zu Beginn des neuen Jahres, um auf die vergangene Adventspost zurück zu schauen. Heute machen wir einen Spaziergang durch die Straßen zwischen Bergisch Gladbach und Rochlitz und schauen uns die Adventsstadt an, die all unsere Postkünsterlerinnen gemeinsam gebaut haben. Häuser im Milchtütendruck in allen denkbaren Varianten sind gedruckt und verschickt worden.
Michaela: Die Adventspost-Wand in meiner Küche ist schon lange Tradition und gehört einfach zur Weihnachtszeit dazu, das habe ich an dieser Stelle schon ganz oft geschrieben. Immer wieder zeige ich gerne die große Wand, die sich in jedem Advent mit Postkunst füllt. In diesem Jahr war es eine ganz besondere Freude. Diese Adventspost war für mich eine der besten Aktionen. Ich bin einfach nur begeistert, welch unterschiedliche Karten in großartiger Qualität gedruckt wurden, wie unglaublich vielfältig diese Technik ist und wieviel Spielraum das Thema »Häuser« geboten hat.
Tabea: Dein magnetischer Kühlschrank hat mich zu einer Magnetwand im Flur inspiriert. Dies war die erste Postkunst Aktion, die sie so richtig gefüllt hat. Es war sehr erfreulich, wie sie von Tag zu Tag wuchs und am Ende hatte ich eine Kleinstadt aus fast 50 Postkarten.
Michaela: Wir beide waren ja diesmal in einer Gruppe, deshalb wird sich unsere Sammlung ähneln. Unsere beiden Karten hängen auf meiner Wand ganz zentral zusammen. Ich habe es irgendwann aufgegeben, die Karten nach Nummern zu sortieren. Es kamen ja meist viele auf einmal und dann wieder tagelang keine. In deinem Haus wohnt natürlich eine Eule, das konntest du dir nicht nehmen. Schließlich war es deine erste Idee für diese Adventspost, die ich etwas abgeblockt habe. War es für dich dann ok, dass die Mehrheit für das »Häuser«-Thema gestimmt hat?
Tabea: Nach all den Jahren freue ich mich über Inspirationen anderer. Und ich nehme es als Challenge an, Motive, Farben oder Drucktechniken auszuprobieren, die nicht meine erste Wahl gewesen wären. Zumal ich ja weiß, dass ich meine eigene Sprache und meine persönlichen Motive einbauen kann. Ich fand es im Zoom-Meeting damals sehr lieb und auch lustig, dass mich einige mit fantasievollen Ideen rund um das Motiv Haus im Chat »trösteten«.
Michaela: Ist es nicht großartig, wie viele feinste Drucke entstanden sind. Schau doch mal, diese vielen feinen Details!
Tabea: Ja, die Details, besonders im Tiefdruck, sind sehr vielfältig und gut gelungen. Überhaupt hat es mich überrascht, dass sich so viele für das Tiefdruckverfahren entschieden haben. Immerhin braucht man dafür eine gewisse technische Ausrüstung. Dann allerdings, so meine eigenen Erfahrungen, druckt es sich wie im Rausch. Ich war überrascht, wie gut der Tiefdruck mit der Milchtüte funktioniert hat! Kein einziger Druck ist mir missraten und sogar die Probedrucke waren rahmungsreif. Seit dem Ende meines Studiums 2000 hatte ich nicht mehr tiefgedruckt.
Michaela: Hast du eine Lieblingskarte? Meine ist ganz eindeutig diese hier von Gundi @meerberauscht. Die kommt garantiert in einen Rahmen an die Wand, wo sie dauerhaft hängen darf.
Michaela: Bist du schon in der Planung, was du mit deinen Karten machst? Bindest du ein Buch? Das sollte ich auch mal wieder machen. Die letzten Aktionen wohnen alle in Kisten im Studio-Regal. Hast du die witzige Milchtüten-Verpackung von Andrea gesehen?
Tabea: So viele Fragen! Die bereits gebundenen Bücher und selbstgebauten Schachteln habe ich gesehen. Und bin begeistert! Die Milchtüte, die eh schon etwas taschenartiges hat, bietet sich als Aufbewahrungsbox an. Jedoch habe ich schon so lange kein Buch mehr gebunden. Wie schön wäre es, durch eine Stadt zu blättern? Da meine Sammlung von 47 Karten eh in keine Milchtüte passt, werde ich also ein Buch binden. Hier sind einige meiner Lieblingskarten:
Michaela: Ich frage mich, ob dies unsere letzte Postkarten-Aktion im Advent war. Mit den Portoerhöhungen im neuen Jahr gibt es ja nun keinen Preisunterschied zwischen Postkarte und Brief mehr. Ist das nun der Tod der Postkarte? Wir haben den Charme der einfachen Karte mit den Versandspuren und der reduzierten Fläche immer sehr geschätzt. Auch diese zarten Drucke habe den Postweg ohne Umschlag alle sehr gut überstanden. Aber es gibt nun kein wirkliches Argument mehr für keinen Umschlag. Als Adventskalender-Überraschung macht ein Umschlag ja vielleicht auch Sinn, da eh nicht mehr jeden Tag Post kommt und man sich so die Post besser aufheben kann und die Umschläge nach und nach öffnen kann. Auch was die Versandzeiten angeht, müssen wir uns bei kommenden Aktionen anpassen, oder einfach mehr Geduld haben…
Tabea: Mit 10 Cent Portoerhöhung ist die Deutsche Post nicht mal zufrieden, es sollten eigentlich noch mehr werden. Die Gleichstellung von Postkarte und Brief wird gewiss dafür sorgen, dass die Postkarte seltener verschickt wird. Für mich geht es hier jedoch nicht nur um dem Preis. Ich werde weiterhin Postkarten verschicken. Der Charme, dass Adresse, Briefmarken, Stempel und Nachricht auf einer Karte sind, halte ich nach wie vor für sehr schön. Deine Idee mit den »Advents-Türchen« als Umschlag finde ich auch toll. Lass es uns positiv sehen und das Beste draus machen! Wir passen uns an und nutzen die Vorteile für uns. Ohne die Gleichstellung von Postkarte und Umschlag hätten wir es wohl nicht in Betracht gezogen, Advents-Briefe zu verschicken. Andersherum wurde die Postkarte nicht abgeschafft, sondern das Porto krass erhöht. Also Jacke wie Hose. Und hier, wie wunderschön, die Rückseiten einiger Postkarten. Eben typisch Postkarte! Darauf möchte ich auch in Zukunft nicht verzichten »Handschrift, Stempelcharme, bunte Briefmarken«:
Michaela: Ja, ich bin mir sicher, dass uns was einfällt und wir solange das Beste aus der Post rausholen, wie es geht. Eine andere Frage ist ja auch, wie lange es noch echte Briefmarken geben wird. Aber das ist wieder ein anderes Thema. Lass uns lieber auf deine Drucke schauen.
Tabea: Zurück zur Eule! Ich habe mir vor kurzem ein Vogelhäuschen zugelegt. Es ist schön, die scheuen Meisen, Kleiber und Amseln beim Futtern zu beobachten! Eulen schauen nicht vorbei. Aber dafür gibts ja Fantasie:
Tabea: Die ersten Entwürfe und Eulen skizzierte ich vorher in meinem Buch mit Tusche. Dachte über Positiv und Negativ nach. Ich entschied mich schließlich für das Tiefdruckverfahren. In erster Linie, weil meine Akua Farben fast leer war. Hätte ich den Hintergrund vollflächig im Hochdruck gedruckt, hätte mein Grau nicht gereicht. Dank meiner neuen, tollen Presse verlief alles reibungslos. Ich hatte viel Freude beim Drucken! Einen genaueren Bericht werde ich für meinen Blog noch schreiben.
Michaela: Ja, der Blog wartet! Ich freue mich auf neue Beiträge von dir. Vielleicht binde ich auch mal wieder ein Buch. Sag mal, wie ging das nochmal mit der Bindung für einzelne Karten?
Tabea: Zum Glück habe ich mal niedergeschrieben, wie die Waisenblattbindung funktioniert. Dafür habe ich unser Buch »Schöne Post« hervorgekramt. Für diese Bindung bietet sich ein dünner Faden an. Da ich nur noch weißen Faden hatte, habe ich ihn eingefärbt. In Paynes Grey natürlich.
Tabea: So schön einfach und wirkungsvoll die Bindung! Bis das Buch fertig gebunden ist, habe ich vielleicht auch meinen eigenen Blogbeitrag geschrieben. Dort kann ich euch dann das fertige Buch zeigen. Wer schon fleißig dabei ist, die Postkarten zu binden oder zu bündeln, zeigt uns dies gern auf Instagram.
Wir bedanken und für eure rege Teilnahme! Ihr überrascht uns immer wieder mit euren Arbeiten und Ideen! Erholt euch ein bisschen bis zur Frühlingspost! Wir haben noch keinen Schimmer, was uns blühen wird.
Es ist wieder soweit, jedes Jahr im Herbst, kurz bevor wir uns für die Adventspost vorbereiten, rühren wir in der Lostrommel und packen Päckchen!
Als Dankeschön für unsere Mitglieder gibt es wieder wunderschöne Preise zu gewinnen. Alle Postkünstler.innen haben wieder die Chance auf einen ganz besonderen Gewinn.
Am Freitag verlosen wir diese Kreativ-Pakete. Die Gewinner.innen werden von uns persönlich informiert. Wenn ihr aktives Postkunst-Mitglied seid, könnt ihr euch freuen, euch zurück lehnen und müsst nichts unternehmen, nur abwarten. Je nach Mitgliedschaft, seit ihr 1 oder 2 oder 3 Mal im Lostopf.
eine gute Bastelschere von Dreiturm Solingen (danke für die Spende!)
einen Briefmarken-Stanzer für die nächsten Postkunst-Projekte
eine Krabbelvieh-Schablone von Michaela
eine echte Mausita-Marke von Tabea
Paket Nr. 3:
Ein üppiges Papierpaket mit Umschlägen und Karten und einem 30,00 Euro Gutschein von PapierDirekt (danke an PapierDirekt für die Spende!)
eine gute Bastelschere von Dreiturm Solingen (danke für die Spende!)
zwei Rollen von Tabeas liebsten Garn fürs Buchbinden
eine Krabbelvieh-Schablone von Michaela
eine echte Mausita-Marke von Tabea
Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren und ganz besonders bei unseren Mitgliedern, die unsere Arbeit möglich machen. Schon ganz bald, nächste Woche geht die nächste Aktion los. Freut euch auf eine schöne Adventszeit mit täglicher Postkunst im Briefkasten!