Wie schön, dass so viele beim Zoom-Treffen dabei waren. Wir haben angeregt diskutiert, Fragen gestellt und beantwortet. In diesem Schwarmwissen für den Reduktionsdruck sammeln wir alle unsere Erkenntnisse.
Papier
Wer kann Empfehlungen für Papier geben?
Für den Hochdruck eignet sich Universalpapier sehr gut. Grundsätzlich sollte das Papier mit Feuchtigkeit klarkommen, damit es sich nicht zu sehr verzieht und wellt beim Drucken. Papiere mit einer glatten Oberfläche garantieren sauberere Ergebnisse, als zum Beispiel Aquarellpapiere mit viel Struktur. Allerdings kann es ja sein, dass dir genau so ein unruhiger Druck vorschwebt, dann wäre eine raue Papieroberfläche sogar hilfreich. Es kommt darauf an, was du für Vorstellungen für deinen Druck hast. Experimentiere gern und probiere erstmal die Papiere aus, die du schon hast. Wir erwarten nicht, dass du mit extra gekauften Spezialpapieren druckst.
Wie dick/schwer sollte das Papier sein?
Wir haben bewusst keine Grammatur vorgegeben. Achte darauf, dass sich deine Karte am Ende wertig in der Hand anfühlt. Orientiere dich an der klassischen Postkarten, die stabil ist. Dein Endergebnis sollte stehen bleiben, wenn man es irgendwo anlehnt.
Kann man auch dünnes Papier auf eine Karte kleben?
Ja, das ist möglich. Es gibt auch gute dünne Papiere, die sich zum Drucken eignen.
Darf es auch Finnpappe sein? Es gibt Finnpappe in 1, 2 und 3 mm Stärke.
Deine Karte sollte am Ende nicht zu dick werden. Grundsätzlich sind stärkere Papiere und Pappen in Ordnung.
Das Drucken auf Karton kann aber unter Umständen schwierig werden, wenn man keine Presse hat.
Könnte das Papier auch schon eine Farbe haben? Kann ich auch auf schwarzem Tonpapier drucken?
Ja, das ist möglich. Wenn du ein Papier verwendest, das bereits einen kräftigen Ton hat, beachte bitte, dass die Farbe des Papiers deinen Druck mitbestimmt. Die nichtdruckenden Elemente auf deiner Druckplatte nehmen die Farbe des Papiers an. Experimentiere gern, wenn du magst. Der Reduktionsdruck funktioniert normalerweise von hell nach dunkel, bei schwarzen Papieren wären gut deckende Druckfarben Voraussetzung und du musst andersherum denken.
Format
Muss es Hochformat sein?
Ja, damit wir am Ende eine schöne Serie haben, ist ein einheitliches Format wichtig. So kannst du die Karten nebeneinander aufstellen oder aufhängen, wie bei einem Adventskalender. Auch wenn du später ein Buch oder ähnliches daraus gestalten möchtest, ist ein einheitliches Format sinnvoll.
Muss das Format des Stempels A6 haben oder kann er auch kleiner sein? Darf ein Rand entstehen?
Du kannst frei entscheiden, ob du vollformatig auf DIN A6 druckst, oder ob du einen Rand einplanst. Wenn du im Vollformat druckst, kann es hilfreich sein, die Druckplatte ist etwas größer, als DIN A6. Dann könntest du ein paar Millimeter überdrucken, damit es an den Rändern nicht blitzt.
Soll es eine »richtige« Postkarte sein? Oder kann es eine Klappkarte mit 4 Seiten sein?
Wir gestalten eine Postkarte. Auf der Vorderseite ist das Motiv, die Tasse. Hinten hast du Platz für deinen Namen, das Datum und die Auflage. Natürlich ist auch Platz für ein paar liebe Worte und eine nette Gestaltung.
Farbe
Was ist ein warmes Grau?
Ein warmes Grau mischt sich nicht nur aus Schwarz und Weiß. Füge deinem Grau zum Beispiel einen Klecks Rot oder Orange hinzu, dann wirkt es wärmer. So entsteht ein buntes oder farbiges Grau, das weniger steril wirkt, als ein reines oder unbuntes Grau aus Schwarz und Weiß. Uns ist bewusst, dass unsere warmen Grautöne nicht identisch sein werden. Sei experimentierfreudig und teste verschiedene Mischmöglichkeiten.
Müssen es zwei Farben sein, oder gehen auch drei oder mehr?
2 Farben sind die Basis. Wenn du dich sicher fühlst, mit mehr als zwei Schichten zu drucken, kannst du gern beliebig viele Farben und Schichten einsetzen.
Muss die erste Farbe das warme Grau sein?
Ja, das haben wir so entschieden. Es ist einfacher von hell nach dunkel zu drucken.
Muss es von hell nach dunkel sein?
Das ist vorteilhaft. Wenn du dich noch nicht so sicher fühlst im Gestalten, wäre die Vorgehensweise, von hell nach dunkel zu drucken, die sicherer Variante. Selbstverständlich kannst du gern anderes ausprobieren und eigene Farbkombis finden. Beachte, dass diese Drucktechnik vom Kontrast der Farben lebt, damit die unterschiedlichen Druckschichten mit deinen Motiven gut zur Geltung kommen.
Hilft es eigentlich für die Farbharmonie, in die zweite Farbe ein bisschen vom Grau unterzumischen?
Ja, das kann helfen. Du bist in der Wahl der zweiten Farbe frei. Du kannst zum Beispiel auch Ton in Ton drucken, indem du dein warmes Grau für den zweiten Druck etwas dunkler gestaltest.
Kann man auch Stempellkissen nehmen? Welches Marken wären gut geeignet?
Wir haben gute Erfahrungen mit den Stempelkissen Versafine clair gemacht, für die es auch Nachfüller gibt.
Welche Farben eignen sich gut für die Technik?
Wir empfehlen Linoldruckfarben. Die trocknen langsam und lassen sich gut auf die Druckplatten auftragen. Akua Farben eignen sich auch, drucken jedoch leicht transparent, was man einkalkulieren sollte.
Alternative Farbmaterialien zu Linoldruckfarbe und Akua? Geht auch Acryl mit Verzögere?
Wenn du die entsprechenden Mittel zur Verfügung hast, kannst du gern experimentieren. Grundsätzlich lässt sich Acrylfarbe mit Verzögerer so gestalten, dass sie länger feucht bleibt. Achte darauf, dass sie nicht zu dünnflüssig wird. Sie würde in die Ritzen deiner Druckplatte fließen und diese verstopfen. Ohne Verzögerer raten wir von Acrylfarbe für den Hochdruck ab.
Motiv
Dürfen es auch weitere Motive sein, außer der Tasse?
Ja gern. Die Tasse kann ein Drumherum haben. Vielleicht steht sie auf einem Tisch oder im Schrank? Wir haben uns dieses einfache Motiv ausgesucht, weil es so viele Möglichkeiten bietet. Du kannst die Tasse mustern, etwas hineinstellen oder hineingießen, sie stapeln oder in Szene setzen.
Druckplatte
In welches Material wird geschnitzt?
Du kannst Linoldruckplatten, Holz oder auch Gummiplatten verwenden. Alles, was sich mit einem Schnitzmesser bearbeiten lässt.
Ich habe eine Idee zu einem Tiefdruck/Tetrapackdruck. Ist das möglich?
Wir haben diskutiert, dass das vermutlich funktionieren würde und auch sehr interessant sein kann. Wir haben den Tiefdruck jedoch für diese Aktion ausgeschlossen und wir konzentrieren uns bei der Adventspost auf den Hochdruck. Du kannst die Milchtüte als Druckplatte im Hochdruckverfahren verwenden.
Welche Firmen, Marken für Druckplatten könnt ihr empfehlen?
(Die Links sind nur Tipps, wir verdienen nichts daran. Ihr könnt die Materialien auch in anderen Läden kaufen.)
Factis Vinyl-Print Block (die blauen)
Essdee Softcut, SoftLinol,
die günstige Gummiplatte von Soestrene Grene ist auch gut.
Ich hab bei den Soft-Linol-Platten die Erfahrung gemacht, dass Abschmirgeln ein besseres Farbergebnis gibt, weil der Auftrag regelmäßiger ist. Kennt das noch jemand?
Danke für den Hinweis! Wer mag, kann das gern ausprobieren.
Technik
Ist beim Druck das Papier oben?
Ja, das ist eine gute Herangehensweise. Die Druckplatte im Format DIN A6 könnte etwas zu schwer sein, um sie zum Druck sicher wie einen Stempel von oben zu platzieren, besonders weil es beim zweiten Druck passgenau sein soll. Leg also dein Blatt Papier auf die bereits eingewalzte Druckplatte, drück das Papier an und reibe mit der Hand, einem Löffel, Falzbein oder einem Handreiber über die Rückseite des Papiers. Eine Anlage aus Pappe zu bauen, macht Sinn, damit die Drucke übereinander passen.
Sollte das Papier feucht sein oder trocken?
Beim Hochdruckverfahren verwenden wir trockenes Papier. Beim Tiefdruck würde man das Papier anfeuchten.
Kann ich meine Druckplatte während des Druckens drehen?
Bei abstrakten Mustern kann das Rotieren der Druckplatte sehr interessant sein. Wir haben ein Motiv, die Tasse. Es kann eine Herausforderung sein, dass man das Motiv noch gut erkennt, wenn du die Platte beim Drucken drehst. Jedoch, fühl dich frei es auszuprobieren! Wir freuen uns, wenn du neue und eigene Wege für dich entdeckst!
Ist es okay, dass man im Nachhinein noch etwas aufdruckt, wenn der Reduktionsdruck fertig ist? Können auf den Druck noch andere Materialien aufgebracht werden? Oder Verzierungen wie Stickereien?
Bei dieser Aktion steht der Reduktionsdruck im Mittelpunkt. Daher lassen wir andere Drucktechniken diesmal aus. Mischtechnik und Mixed Media sind Sonderthemen, die ein andermal wieder mehr Beachtung finden.
Im Buch »Bunte Blätter« ist der Reduktionsdruck schön erklärt.
Schaut auch gerne nochmal auf unser Pinterest Board, dort gibt es viele Anleitungen. Du darfst dort gerne auch Pins hinzufügen.
Signieren und Beschriften
Die Auflage kommt vorne oder hinten drauf?
Wir haben seit einiger Zeit eingeführt, dass wir auf die Rückseite des Werkes ein kleines Etikett anbringen. Auf diesem steht dein Name, die Auflage und das Datum. Du kannst unser Etikett verwenden (liegt später der Liste bei, die du per E-Mail erhältst), es handschriftlich ausfüllen (Name, Datum und Co) und auf die Rückseite kleben. Du kannst aber auch eigene Etiketten gestalten oder direkt auf die Karte schreiben. Wenn du magst, dann füge ein paar liebe Worte hinzu.
Soll die Nummer auch auf dem Tassenbild sein?
Auf jeden Fall schreibe dir Nummer auf den Umschlag und auch gern hinten auf die Karte. Ob du sie auch vorn auf das Motiv aufbringst ist dir persönlich überlassen. Einige finden es schön, wenn die Nummer auch vorn steht, da es den Adventskalender-Charakter unterstreicht. Andere hängen sich die Drucke gern auf oder rahmen sie sogar, dann würde die Nummer eventuell stören.
Es gibt 2 Zahlen: Auflage und Tag. Das führt zu Verwirrung?
Wenn du auf der Rückseite gewisse Fakten und Zahlen unterbringen möchtest, hast du die Möglichkeit, diese grafisch zu gestalten. Die Auflage notiert man üblicherweise so: 1/24, 2/24 …24/24. Die Zahl vor dem / verdeutlicht, der wievielte Druck es ist und die Zahl hinter dem / steht für die Gesamtzahl der Auflage. Das Datum, also die Zahl an dem deine Postkarte im Advent ihren Auftritt hat, kannst du zum Beispiel einkreisen oder losgelöst von der Auflage platzieren.
Verschicken
Wichtig: Die Postkarte verschicken wir dieses Jahr im Briefumschlag mit Nummer auf dem Umschlag!
Wie ist das mit den Postkarten im Ausland oder sind alle bereit in die Schweiz zu verschicken?
Traditionell nehmen einige aus dem Ausland teil. Das hat bisher immer gut geklappt. Wir verteilen die Adressen aus Österreich, Schweiz und Co gleichmäßig über alle Gruppen.
Wie viele Gruppen wird es denn geben?
Wir haben knapp über 200 Teilnehmende dieses Jahr, daraus ergeben sich 8 bis 9 Gruppen mit je 24 Personen.
Was kann ich noch beachten?
Bitte keine Klar-Adressen im Netz veröffentlichen oder vorab komplett fertige Arbeiten zeigen.
Zeige sehr gern Teaser, Experimente und deine Freude am Gestalten auf Instagram und Co. Verlinke dich mit dem Post-Kunst-Werk.
Das Bedanken und die Rückmeldung, dass ein Brief angekommen ist, ist eine feine Geste, worüber sich viele sehr freuen. Beachte bitte, dass dies kein Zwang sein sollte. Wenn du unbedingt wissen möchtest, ob deine Post angekommen ist, dann frag ohne Vorwürfe nach.
Solltest du deinen Termin nicht halten können, besprechen dies bitte freundlich mit deiner Gruppe. Sie wird Verständnis für dich haben und ihr könnt zum Beispiel die Plätze in der Gruppe tauschen.
Deine Anmeldung ist bindend! Nimm dies bitte ernst, denn viele Kreative verlassen sich auf dich und möchten Freude an der Aktion haben. Bitte ghoste niemanden! Melde dich bei deiner Gruppe, wenn du deinen Termin verschieben musst. Reagiere auf persönliche Anfragen. Auch wenn es dir unangenehm sein sollte, wenn du dich verspätest oder aufgeben musst. Du hast das Verständnis deiner Gruppe, wenn du sie freundlich informierst und emotional abholst.
Sollte das Schicksal zuschlagen, so dass du die Adventspost abbrechen musst, melde dich bitte direkt bei Michaela und/oder Tabea. Wir kümmern uns dann um den Rest.
Wir freuen uns auf eure Tassendrucke und einen wunderbaren Austausch rund um die Adventspost.
Kreative Grüße von Michaela und Tabea

Danke für diese Übersicht! Wollte noch ergänzen, dass GOLDEN OPEN ACRYL geeignet ist. Habe auch die Landschaftspost vor einem (oder zwei) Jahren damit gedruckt.