Frühlingspost-Finissage

Finissage, das klingt nach Abschluss und Ende, dabei ist uns viel eher nach: »Herzlich willkommen!« oder: »Leg los!« oder nach: »Schreib mal wieder!« Denn dies strahlt unsere Frühlingspost aus! Wie wäre es, wir verschicken ein paar liebevoll gestaltetet Briefsets an gute Freunde oder an die Familie? Die Kärtchen, Umschläge und Etiketten sehen so einladend aus und sind noch unbeschrieben. Finissage bedeutet in diesem Frühling also nicht, dass Ruhe in den Briefkästen einkehrt.

Tabea: Da mir die Winterpost so gut gefallen hat, durfte sie sehr lange auf dem Fensterbrett liegen bleiben. Doch eines Tages, bei Sonnenschein, fand der Wechsel von Schwarz zu Pastell statt. Was für ein Kontrast! Anfangs dachte ich noch, es könnte mir gelingen, die wunderschönen Briefumschläge und Karten einlagig abzulegen. Brief um Brief trudelte ein, ich öffnete sie staunend und stand dann vor der langen Fensterbank und habe überlegt, welches Kunststück nun welches Kunststück überlagern darf. Mittlerweile wölbt sich in einem Farb- und Musterrausch die liebliche Post und bildet Hügel, Haufen und Stapel. Und bei dir? Wie ging es an deiner Magnetwand zu?

Michaela: Nix Magnetwand, die hat auch mal Alltagsdienst und muss in diesem Frühjahr Büchereifristzettel, Arzttermine, Kalender, Einladungskarten, Fische und einfach nur private Post tragen. Außerdem wären die dicken Umschlagspäckchen zu schwer für die Wand. Ich habe mir im Wohnzimmer einen Frühlingspost-Altar eingerichtet. Als Hintergrund dient an der Wand ein tolles nepalesisches Blumenpapier in Frühlingsfarben, alles andere kam nach und nach dazu, zum Beispiel die Wimpelkette! Aber ich muss zugeben, dass ich einige Postpäckchen noch gar nicht richtig auseinander gerissen habe. Die viele Post sammelt sich einfach in der Schachtel, die schon viel zu voll ist.

Tabea: »Altar« ist gut! Und toll, wie manche mit dem »Bonus« gespielt haben! Es gab viele Extras in Form von Kärtchen, Etiketten, Stanzereien, Aufklebern, Lesezeichen und Anhängern. Es wurde verziert, gestempelt und gestanzt. Im Grunde waren das Liebesbriefe. Ich würde sagen, unser Thema »Brieffreundschaft« ist wunderbar aufgegangen! Vielen Dank allen, die sich so auf das Thema eingelassen haben! Ich habe noch nicht entschieden, welche Sets bei mir bleiben und von welchen ich mich trennen kann …

Ein wunderschönes Gesamtwerk von Heike @buntewerkelei

Michaela: Oh, der Bleistift! Den habe ich nicht bekommen. Dafür einen Magneten und ein Briefmarken-Sammelbuch. Ja, das ist echte Brieffreundschaft und wird hoffentlich den Briefstrom nicht mehr abreißen lassen. Ganz entzückt war ich auch von diesen ausgewöhnlichen Briefumschlägen innen und außen:

Umschlag-Variationen von Katharina Kucharek @katharinakucharek
Umschlag-Variationen von Katharina @katharinakucharek

Tabea: Ja, diese Umschläge sind mir auch aufgefallen. Es gibt viele schöne Ideen, denen ich gern nachgehen möchte. Immer wieder interessant, wie aus der Grundidee, bestehend aus Technik und Farbe, so viele unterschiedliche Dinge entstehen können. Allein die Kleisterei! Beim Kleistern musste ich mich sehr konzentrieren, denn schnell wurde klar, wie viel Potenzial diese Technik hat. Um mich nicht zu verzetteln, habe ich mich – nach einigen Experimenten – auf das Wesentliche konzentriert: Pastell und Läusekamm. Manchmal gab es einen Ausrutscher in Schwarz, auch hatte ich plötzlich eine Version in Magenta vor mir liegen und ich fragte mich, wie wäre es wohl, wenn ich Weiß auf Eierschalen-Weiß teste? Selbstauferlegt brauchte ich jedoch eine Menge Papier in Pastell und dachte mir, das gelingt mir nur, wenn ich mir zwischendurch auf die Finger klopfe und alle Versuche (jenseits der Projekt-Palette) auf später verlege. Am Ende hatte ich dann gerade so viele Bögen, dass ich genau 9 Sets zusammenbekommen habe.

Michaela: Meinen Kleisterprozeß habe ich ja schon in meinem Blogpost beschrieben. Meine Papiervorräte reichten auch so gerade eben. Ein paar einzelne Umschläge und Karten aus meiner Produktion sind noch da, die verschicke ich nach und nach. Eine Karte aus dem nun großen Brieffundus habe ich auch schon als Geburtstagskarte verschickt. Aber ich als notorische Selbermacherin stecke jetzt in einem Dillema. Irgendwie habe ich immer den Anspruch, meine Post selbst zu gestalten. Und jetzt habe ich eine Kiste voll mit tollen Karten und Umschlägen der anderen. Wenn ich die nun verschicke, denken dann meine Adressaten, die Karte hätte ich gemacht? Also schreibe ich am besten immer einen Abschnitt dazu, der die Postkunst erklärt. Wir sollten uns ein Post-Kunst-Label ausdenken, das wir dann darauf kleben: „Diese Karte ist im Rahmen der Frühlingspost-Aktion 2019 von XXX entstanden“, oder so ähnlich. Was meinst du dazu?

Tabea: Daran habe ich auch schon gedacht. Bei mir ist es ähnlich, wenn ich private Post verschicke, verwende ich schon seit Jahren nur eigene Gestaltungen. Würde ich diese wunderschönen Post-Kunst-Werke verschicken, wäre ein Info-Zettelchen sehr hilfreich. Lass uns ein Label gestalten!

Michaela: Das machen wir, wenn wir nächste Woche an einem Tisch sitzen!


Wir melden uns schon bald mit einem 100%-Vollformat-Sommer-Post-Teaser per Newsletter bei unseren Unterstützerinnen.
Bleibt dran, es geht ganz bald weiter!
Und sind sehr gespannt auf eine neue Runde!

Bis dahin in aller Frische:

Tabea und Michaela

Willkommen im Frühling

Tabea: Der Holunder hat ausgetrieben! Unfassbar, welch Wunder: echte, zarte, grüne Blätter! Geht es euch auch so, dass ihr jedes noch so kleines Lebenszeichen besingt? Die Natur ist schlau und hat einen eigenen Rhythmus mit Pausen und Zeiten des Zurückziehens. So machen wir es mit der Postkunst auch, das haben wir uns direkt beim Jahreszeitenmanager abgeguckt, nicht wahr Michaela? Wir nutzen die graue, triste, karge Winterbühne für unser frühlingshaftes Erblühen in den Briefkästen!

Michaela: Oh ja, es geht los. In den letzten Wochen keimte es noch unter der Erde und nun explodiert es bald. Im Garten und im Briefkasten. Die ersten Frühlingspöste sind schon angekommen und die karge Zeit hat ein Ende. Schön zu sehen, wie es überall bunt wird! Ich selbst hatte an den Karnevalstagen etwas Zeit mich in die Technik einzuarbeiten, aber fertig bin ich noch lange nicht. Immerhin weiß ich jetzt, wie ich arbeiten will.

Tabea: Meine ersten Versuche waren, wie bei vielen anderen auch, viel zu grell und farbintensiv. Jedoch bin ich auf diesem Wege auf eine gute Technik des Umfärbens gestoßen. Ich habe die grundierten Blätter mit Weiß oder Schwarz bestrichen und mit einem Läusekamm wieder freigestreift. Meine Vorstufe war ein selbstgemachter Kamm, der ging auch gut, war aber bei weitem nicht so filigran.

Michaela: So schön zart! Da hat der Läusekamm wirklich einen guten Zweck, auf Kinderköpfen funktioniert er ja eh nicht. Mir juckt es schon wieder auf dem Kopf, wenn ich nur daran denke. Wenn ich deine Bilder sehe, juckt es aber in den Fingern, sofort wieder loszukleistern. Das sollte ich echt gleich machen. Kleister ist noch angerührt. Ich habe übrigens im ersten Versuch einmal mit Speisestärke und einmal mit Tapetenkleister gearbeitet. Im Eifer des Gefechts vermischte sich beides und dann war mehr vom Tapetenkleister übrig, der gut funktionierte. Also mache ich nun auch damit weiter. Mir hat es am besten gefallen, räumliche Strukturen mit Flaschendeckeln zu mustern, da bleibe ich dran.

Tabea: Sieht toll aus! Irgendwie kompliziert im Aufbau und es erinnert mich an 50er Jahre Tischplattenmuster. Michaela, deine niedlichen kleinen Bücher (von denen ich zwei stolz im Regal stehen habe) haben mich inspiriert. Ich habe sogleich meinen Kleisterpapier Fundus ins echte Leben geschickt. So schnell war ich noch nie damit, eine neue Post-Kunst-Technik frei anzuwenden. Ich liebe kleine selbstgebundene Bücher. Was mich bisher oft abgehalten hat, war die aufwendige Bindung und das Einhängen in den Umschlag. Wobei sich bei mir oft herausstellte, dass die Buchdeckel zu schmal bemessen waren. Mit der Möglichkeit die einzelnen Heftchen an den Umschlag zu binden, geht alles viel leichter und es ist absolut förderlich für das Arbeiten aus dem Bauch heraus.

Michaela: Fein, das ist gut, dass ich dich inspirieren konnte. Ich bin in meinen Workshops mittlerweile ganz zu dieser Technik übergangen. Die festen Bucheinbände mit Vorsatzpapier und Heftung auf Bändern sind zu aufwändig und ja, sie passen oft am Ende nicht. Und dann kann man nichts mehr retten. Ich hatte zwar immer alle Materialien vorbereitet und trotzdem wurde jedes Buch unterschiedlich dick. Erfahrungsgemäß hat dann auch kaum eine Kursteilnehmerin je solch ein Buch alleine zuhause gebunden. Aber die Heftung direkt in den Leinenrücken macht man mal eben so.

Tabea: Die Postkunst verbindet eben auch Bücher 🙂

Michaela: In meine Workshops kommen ja immer wieder auch Frauen, die an der Post-Kunst teilnehmen und ich freue mich immer so, wenn diese dann den Ahnungslosen vorschwärmen, wie toll diese Aktionen sind. Ich muss erst immer ganz viel erklären, wie es funktioniert, aber dann sind alle ganz begeistert. Mich selbst begeistert sehr, dass sich mittlerweile lokale Treffen von Postkünstlerinnen ergeben haben. Im Februar gab es eins in Süddeutschland im Wintergartenatelier bei Carmen. Susanne hat davon berichtet. Und jetzt hörte ich von einem Treffen in NRW. Das ist doch so fein, das nicht nur echte Post durch die Gegend reist, sondern in Rahmen der Postkunst auch echte Menschen sich wirklich treffen und mitteinander kreativ sind. Wenn ihr so etwas plant, lasst es uns wissen und erzählt davon auf Instagram und in den Mail-Verteilern euer Gruppen. Vielleicht können wir auch helfen, euch zusammen zu bringen.

Tabea: Ihr trefft euch in NRW? Mein Zuhause. Schade, dass es so weit weg ist. Auf Instagram habe ich mich lose verabredet für ein Treffen in Geringswalde. Ein kleines. Würde mich sehr freuen, es käme zustande! Denn da stimme ich Michaela zu, es macht um so mehr Freude, wenn man sich an einen Tisch setzen kann, zum Austauschen und Kreativ sein. Doch nun laufe ich erstmal zum Briefkasten … und wünsche euch allen viel Freude an der Frühlingspost.


Es kam auch noch die Frage auf, wann die Post zu verschicken ist: In der Woche, die dir zugeteilt ist, sollte deine Post bei den anderen ankommen. Du schickst deine Umschläge alle in einem Schwung los. Das hatten wir doch klar erklärt, oder? Falls nicht, ist es heute vielleicht noch nicht zu spät.

Übrigens wird in dieser Woche auf Instagram schon viel pastellige Frühlingspost gezeigt, aber die Sammelliste hier im Blog füllt sich nur langsam. Bitte verlinkt doch auch gerne eure Instabilder hier.