Schöne Herbstpost

Herzlich Willkommen zur Herbstpost! Frühlingspost, Sommerpost und Adventspost gibt es traditionell jedes Jahr, aber eine Herbstpost? Davon träumen wir schon lange! Diese exklusive Aktion findet in Zusammenarbeit mit dem Haupt Verlag statt. Zur Veröffentlichung unseres Buches »Schöne Post« möchten wir zum Briefeschreiben inspirieren. Ihr dürfte euch freuen, denn, um an dieser Postkunst teilzunehmen, braucht ihr nur EINEN Brief an den Verlag schicken. Mit etwas Geschick und Glück könnt ihr einen Preis gewinnen und euer Brief wird im Haupt Online Magazin veröffentlicht.
Im Haupt Magazin gibt es heute ein ausführliches Interview mit uns beiden, schaut mal hier.

Die Herbstpost – Bunte Blätter

So kannst du teilnehmen
Gestalte einen Briefumschlag mit Inhalt zum Thema »Bunte Blätter« und schicke ihn an den Haupt Verlag. Ganz wichtig, schreib deinen Absender mit auf den Umschlag. Ob du einen langen Brief schreibst, eine Klappkarte gestaltest oder eine Zettelwirtschaft in den Umschlag steckst, das steht dir frei.

Unser Thema »Bunte Blätter«
Das Thema bestimmt automatisch den Farbraum. Lass dich auf die farbenprächtige Jahreszeit ein. Möchtest du direkt mit Blättern drucken? Inspiriert dich der Scherenschnitt in unserem Buch? Hast du Lust Blattgerippe in Stempelblöcke zu schnitzen? Die Technik ist frei.

Sende deine Herbstpost an:
Haupt Verlag AG
Marketing «Schöne Post»
Falkenplatz 14
Postfach
CH-3001 Bern

Termine
Projektstart: 16. September 2020
Am Gewinnspiel nehmen alle Briefe teil, die bis zum 9. Oktober 2020 im Verlag eintreffen.
Bekanntmachung der Gewinner*innen: 13. Oktober 2020

Jury 
Es handelt sich um keine Verlosung, die Mitarbeiter:innen des Haupt Verlages entscheiden, was für sie die schönste Post ist. Es liegt also in eurer kreativen Hand 🙂

Gewinne
Je 5 x das Buch »Schöne Post« mit signierter Autogrammkarte.

Social-Media
Wir freuen uns, wenn du deine Post unter #schöneherbstpost auf Instagram zeigst und @post.kunst.werk.blog und @haupt_verlag markierst.

Teilnahmebedingungen:
Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmeschluss: Alle Briefe, die bis zum 9. Oktober 2020 im Haupt Verlag eintreffen.

Kreative Lektüre – Werners Nomenklatur der Farben von P. Syme

»Werners Nomenklatur der Farben – angepasst an Zoologie, Botanik, Chemie, Mineralogie, Anatomie und die Kunst« von P. Syme ist im Sommer 2018 im Haupt Verlag erschienen: 80 Seiten – 13,5 x 22,5 cm groß – Leinen – durchgehend farbige Abbildungen – 22,00 Euro


»Wenn sich eine Farbe leicht einer anderen annähert, sagt man, sie lehnt sich an.« Seite 14


Mit »Werners Nomenklatur der Farben« erschien 1814 erstmals ein System zur Klassifizierung von Farben und galt als »nützliche Errungenschaft«. Dies in einer Zeit, in der weder die Fotografie noch schnelle Drucktechniken als Dokumentations- und Vervielfältigungshilfen zur Verfügung standen. Für Wissenschaftler und Künstler gab es bisher kein verlässliches und allgemein gültiges Farbsystem, mit dem man hätte Natur oder Kunst beschreiben können. Unvorstellbar für uns aus heutiger Sicht.

Der Farbratgeber, der 110 Farben umfasste, fand rege Anwendung. Durch zusätzliche Angaben, die im Buch genauer beschrieben werden, können die »Hauptfarben« bis auf 30.000 Töne variiert werden. Wissenschaftliche Beschreibungen konnten nun sehr konkret in Worte gefasst werden. Ausdrucksvoll und nachvollziehbar auch ohne kolorierte Zeichnungen. Persönliche, unverbindliche Auffassungen von Farben, wichen den konkreten Benennungen der Farbtabellen. Unter anderem reiste das Buch mit Charles Darwin über die Meere.


»Wie unzulänglich muss daher eine Beschreibung sein, wenn die verwendeten Begriffe uneindeutig sind und es keinen Standard gibt, auf den es sich zu beziehen gilt.« Seite 6


Das Büchlein liefert nicht nur Farbtafeln mit sehr konkreten und teilweise poetisch klingenden Namen. Es macht das Problem der fehlenden Vereinbarung bezüglich des Umganges mit Farben sichtbar und stellt die Lösung, samt Anwendungsbeispielen mit dazu. Es zelebriert das Mischen der speziellen Farben auf der jeweils linken Seite des Buches. Für mich liest sich das wie ein Gedicht.

Das kleine handliche Buch, im wertigen Hardcover-Leinengewand, ist dem Original in Ästhetik und Form angeglichen. Ein sehr sorgfältig und gut gemachtes Buch. Es besteht vorwiegend aus den Farbtabellen, sortiert in Farbgruppen. Sehr viel verraten vom Inhalt im vorderen Teil, kann ich euch hier nicht. Es ist zwar nicht viel Text, dafür aber sehr interessant und einleuchtend. Diese Ausgabe ist die erste, die in Deutscher Sprache erscheint und stellt somit eine Besonderheit dar. Die alten Tabellen wurden übersetzt und angeglichen, ohne das die ursprüngliche Schönheit verloren ging. Die Farbplättchen wurden nicht restauriert, sondern so dargestellt, wie die überlieferten Tafeln. Wir dürfen das Werk nicht mit einem Pantone-Fächer verwechseln.


»Dieses Merkmal kann auch vorteilhaft genutzt werden, um eine wahre Vorstellung der Farbveränderungen zu geben, die die Pflanzen durch Kultivierung oder durch Entfernung aus ihrem natürlichen Boden und Klima durchlaufen.« Seite 22


Drucktechnisch wurde das alte Papier der Erstausgabe nachempfunden

Mich hat Werners Nomenklatur gedanklich sehr angeregt. Als Designerin bevorzugte ich bisher das von Küppers beschriebene CMYK Farbsystem. Dieses kommt recht sachlich daher und bietet keinen Raum für die Farbe als »Individuum«. Denn so sehe ich es nun, eine Farbe, die »Aurikelviolett«, »Entengrün« oder »Schokoladenrot« heißt, hat ein Gesicht und trägt ihre Geschichte – im Namen erkennbar – mit.

So hat mich diese Lektüre wieder daran erinnert, dass es sinnvoll ist, ein Thema von allen Seiten zu beleuchten. Und wie wichtig es ist, über unseren überladenen Tellerrand zu blicken. Zum Beispiel in die Vergangenheit, in der so spannende Ereignisse, wie die Entdeckung der Fähigkeiten von Farbe liegt – um wiederentdeckt zu werden. Es ist mir eine Freude, die Nomenklatur in mein Regal zu klemmen und mich der Theorie der Farbe in Zukunft mit anderen Augen zu zuwenden. Ich gehe davon aus, dass es keinen Kreativen gibt, der dieses Buch nicht haben sollte.


Wie das Büchlein zu mir fand: Ich bekundete mein Interesse, über das Buch zu berichten – unter anderem mit einem Herzchen auf Instagram. Und ein paar Tage später lag es in meinem Briefkasten. Vielen Dank!