Ich und Du und Social-Media

Ich und Du und Social-Media


Bilder @ Tabea Heinicker


Wir sind mittendrin und immer im Wandel. Kennengelernt haben wir uns alle im Netz! Eines Tages haben wir uns durchgerungen: Heute eröffne ich einen Blog! Viele haben jahrelang still oder aktiv bei anderen mitgelesen. Und mehrmals die Woche trifft man sich im eigenen Blog und in den Blogs der anderen, um seine kreativen Werke und Gedanken zu zeigen. Das Medium ist direkt, einfach und schnell zu handhaben.

Wir haben bemerkt, dass ein Blog eine gute Konstante ist, mehr noch als ein virtuelles privates Museum. Es scheint ein kleines hungriges Wesen zu sein, das man gern und immer wieder mit kreativen Werken füttert. Das Wesen ist stärker als unser innere Schweinehund. Es hat uns liebevoll beigebracht im Flow zu bleiben und stets kreativ, aktiv zu sein. Von Post zu Post in kleinen Projekten, wächst sichtbar für alle, ein Lebenswerk heran. Wir sind begeistert, wir entwickeln uns weiter, erfahren so viel Neues und erhalten stets Rückmeldung und Anerkennung für unser Tun. Wir haben Freunde gefunden, eine Familie. Wir fangen an, uns Briefe zu schreiben und es wird immer echter, wir gehen auf Bloggertreffs! Ein Blog ist fruchtbar, authentisch, inspirierend. Er ist ein Sprachrohr, ein Autorenwerkzeug, er ist Selbstdarstellung.

Tabea: Oder?– Begeben wir uns auf die Suche nach dem Kern der Sache. Während es noch vor kurzer Zeit hieß, bloggst du per Blogspot oder WordPress? Heißt es nun, bloggst du noch oder postest du schon auf Instagram? Die Diskussion darum ist interessant, so möchten wir sie hier im Post-Kunst-Werk aufnehmen.

Michaela: Schön hast du das in der Einleitung gesagt, Tabea. Virtuelles Museum, ja das trifft es. Du, die gerade ihren Blog geschlossen hat! Und diese Tatsache war ja auch Anstoß für unsere Diskussion. Für mich ist mein Blog immer noch sehr wichtig, gibt mir einen Rhythmus, einen Ansporn, spätestens für den nächsten Mittwoch kreativ zu werden. Instagram war für mich bisher hauptsächlich das Schaufenster zum Blog. Die großen langen Beiträge zeige ich auf dem Blog, viele Bilder mit Texten dazwischen könne eine Geschichte erzählen, einen Prozess darstellen. Auf Instagram ist das zwar auch immer mehr möglich, doch ist es flüchtiger, aber auch einfacher. Schnell ein Herzchen, ein kurzer Kommentar. Aber das wandelt sich immer mehr. Ich gebe zu, ich bin ein bisschen süchtig und schaue viel zu oft auf das Handy, es geht ja so schnell.

Tabea: Mein Abschied aus Bloggerland war turbulenter, als ich vorher vermuten konnte. Jahrelang war es sehr sehr wichtig für mich zu bloggen. Meine privaten Strukturen wandeln sich jedoch und ich möchte meine Projekte nun beruflich weiterspinnen. Dafür brauche ich Zeit und Muße. Weniger Ablenkung und Aufbereitung sind für mich nun wichtig! Viele waren traurig, einige sogar ungenäusig, manche hielten es für einen Abschied und ein Ende und sprachen über Instagram, wie von einem Abstieg. Mutet es nicht seltsam an, dass wir an einem Medium kleben? Jede Plattform ist »nur« eine Schnittstelle. Belebt wird sie durch lauter ICHs uns DUs. Wir haben per Social-Media das Gefühl, ganz dicht dabei zu sein. Und jedes System hat seine eigene visuelle Sprache, die die Nutzer – mehr oder weniger – in die von der Plattform gewünschte Richtung laufen lässt.

Die Art und Weise, wie die Mittel der Kommunikation angelegt sind, beeinflusst unser Verhalten. Was jedoch bleibt: Jeder ist für seinen Inhalt selbst verantwortlich. Niemand wird gezwungen auf Instagram knapp nur Herzchen zu verteilen. Wir könnten uns fragen, was für Möglichkeiten hat ein Medium? Wo liegen seine Stärken – ich will sie nutzen! Wo liegen seine Schwächen – wie kann ich sie umgehen? So ist eines auf Instagram genau wie in Bloggerland: Es geht um die persönliche Entwicklung eines jeden. Und um Kommunikation.

Michaela: Um ein Medium und seine Möglichkeiten zu verstehen, muss man es nutzen und kennen. Instagram ist anders als alles, was es vorher gab und daher im Moment auch so erfolgreich. Das schöne Bild als Hingucker kommt uns als Gestaltern entgegen, wir denken vom Bild her. Aber auch Kommunikation ist dort besser möglich als auf dem Blog. Es kommt neben dem Herzchen verteilen auch zu richtigen Gesprächen. Über Direktnachrichten kann man die Leute sofort ansprechen, das geht einfacher als über E-Mails. Mir geht es so, dass ich zwar ab und zu auch Blogposts auf dem Handy lese, aber nie von dort aus kommentiere, dazu muss ich am Rechner sitzen und richtig tippen. Da sitze ich schon lange genug jeden Tag und manchmal ist es mir dann auch zu viel, zu kommentieren und Kommentare zu beantworten. Insta mit dem Handy auf dem Sofa das hat eher was von Freizeit und Bloggen was von Arbeit.  

Tabea: Ja stimmt, daher habe ich mich neulich gefragt: Was brauche ich, was kann ich geben, was sind meine Ziele? Wie viel Zeit kann ich investieren? Mit wie viel Technik möchte ich mich auseinandersetzen? Guten Inhalt kann ich sowohl hier als auch da zeigen. Beim Bloggen ist es üblicherweise mehr Inhalt pro Post, auch die Kommentare sind intensiver. Das merke ich nun schon deutlich, dass viele ihr Herzchen verteilen und nicht lange verweilen oder kommentieren. Allerdings: Reduzierung war ja auch mein Ziel! Ich wusste, worauf ich mich einließ. Dafür kann ich auf Instagram EIN Foto zeigen. Dieses eine Foto bringt nun für mich auf den Punkt, wofür ich früher viele brauchte. Ich wähle es sorgsamer aus. Zudem hat dieses Foto es gut, denn es wird von meinen Lesern genau betrachtet und geherzt.

Michaela: Andererseits ist Instagram auch viel flüchtiger, man reagiert auf das neuste Bild und fertig. Manche Leute machen sogar extra eine Story, um zu zeigen, dass es einen neuen Post gibt. Ein bisschen verrückt. Bei meinen Blogposts habe ich zumindest die Idee, dass sie alle später auch noch einmal gelesen werden, aber ist das so? Wer schaut schon in alte Blogbeiträge, wenn man nicht direkt darauf verlinkt?

Tabea: Es ist bestimmt eine Typfrage, wie innig man Blogs durchforstet. Vermutlich ist es schon so, dass die Follower vorwiegend kurz nach dem Posten aktiv mitlesen. Egal auf welchem Medium. Ich forsche auf Insta gern in alten Posts herum. Das mache ich bei Accounts, die mir besonders gut gefallen. Man kann die Entwicklung und Ausrichtung der Leute wunderbar nachverfolgen. Was ich den Lesern auf Instagram empfehlen kann, schaut öfters in den Feed der Leute, denen ihr folgt! Denn, wenn ihr die Beiträge immer nur im Gesamt-Feed – aller Accounts, die ihr abonniert habt – wahrnehmt, geht der Blick für das Ganze verloren. Das Schöne bei Instagram ist, dass der Feed viel über die Person aussagt, die ihn erstellt. Und nicht jeder Feed ist die Sammlung zufällig zusammengewürfelter Beiträge. Auch hier können wir Geschichten erzählen, Prozesse intensiver präsentieren und uns ein eigenes kleines virtuelles zuhause aufbauen. Beide Medien sind zwar sehr unterschiedlich, man kann sie jedoch ähnlich für sich nutzen.

Michaela: Ja, da gibt es tolle Sachen. Manche Feeds sind ja so aufgebaut, dass alles ein tolles Gesamtbild gibt. Ich bin da nicht ganz so durchgestylt. Instagram ist sicher schon lange nicht mehr nur das schnelle Handyfoto, das mal eben geteilt wird. Da wird viel gestaltet und ganz tolle visuelle Welten aufgebaut. Dafür gibt es ja extra Tools, um Instagram-Posts zu planen und den Feed zu optimieren. Damit ist es dann auch einfacher, längere Texte zu schreiben. In den Stories kann man dann eher die schnellen Dinge von zwischendurch zeigen, die sind ja nach 24 Stunden wieder weg. Mache ich persönlich nur selten. 

Tabea: Ja, ich lasse mich sehr langsam auf Alles ein. Stories nutze ich bisher kaum. Finde ich aber sehr lustig und voller Potential. Bei mir wird es so sein, dass mein Feed ständig im Wandel ist. Mal mache ich Collagen, mal Walzendruck, mal mit Buchstaben, mal Illu, mal Bücher. Und das immer intensiv. Das ist allerdings total ungünstig für das Sammeln von Followern. Je nachdem was die Leute interessiert, abonnieren die mich dann wegen der Collagen und verlassen mich kurz darauf wieder, weil sie kein Interesse an Buchstaben oder Skizzenbüchern haben. Und das ist, wie ich finde, die richtig anstrengende Seite von Instagram. Es ist sehr erfolgsorientiert aufgebaut mit dem offensichtlichen Sammeln von Followern und Herzchen und Kommentaren. Beim Bloggen konnte ich das leichter links liegen lassen. Auch wird Instagram vorgeworfen, dass die meisten von uns gar keine Chance haben, »erfolgreich« zu werden, da der Algorithmus genaue Vorstellungen von Erfolg hat. Und Mainstream sind WIR ganz bestimmt nicht. Trotzdem möchte ich mich nicht auf visuelle Monokultur einlassen. Sich öffnen und persönlich neue Wege und Strukturen finden, das ist der beste Weg.

Michaela: Wandel ist doch gut, man sieht auf jeden Fall in all deinen Fotos deine Handschrift und deinen einzigartigen Stil, deshalb passt auch alles zusammen. Ob da einer abspringt oder dazu kommt, ist doch ziemlich egal. Das verfolge ich gar nicht so genau. Nein, das stimmt nicht, ich schiele schon immer auf die Zahlen. Aber ob und warum jemand dazu kommt und wieder weg ist … was solls? Nein, wir sind nicht Mainstream und was heißt schon Erfolg? Ich finde unsere Post-Kunst-Aktionen sehr erfolgreich. Und unser Post-Kunst-Werk-Instagram-Feed ist so wunderbar bunt wie all unsere PostkünstlerInnen und deshalb passt auch alles zusammen.
Überhaupt ist Instagram für viele unserer PostkünstlerInnen, die keinen Blog haben, das ideale Medium. Da sind so einige dazu gekommen, die bisher nur im stillen Kämmerlein alleine vor sich hin gewerkelt haben, und sich einen Blog auch nicht zugetraut hätten. Diejenigen werden auch jetzt garantiert keinen Blog mehr eröffnen. Instagram ist da unverbindlicher, einfacher, es sammeln sich alle Beiträge mit den »Häschtägs«, Kontakte und Kommentare sind einfacher.

Tabea: Das stimmt, der Erfolg unseres Post-Kunst-Projektes ist ein gutes Beispiel dafür, wie guter Inhalt und ehrliche, reichhaltige und visuell reizvolle Arbeit im komischen Verhältnis zur Statistik stehen. Wir sind ja keine Hauptberufliche Social-Media-Plattform-Befüllerinnen. Jede von uns hat ihr kreatives Leben und entscheidet für sich, wie viel sie davon in der Öffentlichkeit zeigen möchte und kann. Wir möchten mit den Möglichkeiten – die uns die liebe Technik zur Seite stellt – wachsen, aber auch nicht darin ertrinken. Wo auch immer wir posten, es ist schön, dass die Postkunst einer der kleinen Kreise ist, in dem wir uns gern aufhalten. Für die, die weiterhin ohne Kanal bleiben möchte, besteht die Möglichkeit, im Post-Kunst-Werk zu veröffentlichen. Und wir sollten nicht vergessen, unsere Beiträge in der Projekt-Linky-Liste zu verlinken. Diese Liste schluckt alle Social-Mediakanäle und verbindet uns.

Denkt immer, daran eure Beiträge gut zu verhashtaggen. Wir konnten feststellen, dass es sogar möglich ist, Hashtags in der Liste zu verlinken. Das ist super praktisch. Ich habe zum Beispiel alle meine Posts auf Instagram, die zur Sommerpost gehören, mit einem #tahesommerpost18 versehen. Das heißt, ich verlinke eine Sammlung, die sogar noch wachsen kann. Somit müssten Blogger auch eine Kategorie verlinken können. Hashtags entsprechen also den Kategorien in den Blogs. Ich werde das in Zukunft mehr für mich nutzen, um auch privat meine Arbeiten zu sortieren. Mit einem Klick könnte ich jemandem thematische Auszüge meine Arbeiten zeigen. Ich überlege gerade, Michaela, einige Dinge wie das Setzen von Hashtags für die Postkunst, könnten wir gesondert mal posten. Oder in unsere FAQ räumen.

Michaela: Oh, ja sollten wir machen. Interessiert bestimmt viele, oder? Für uns alle ist das ja irgendwie »Neuland« (hihi) und wir lernen gerne, was so möglich ist. Jetzt bin ich gespannt, wie eure Meinung zu diesem Thema ist und wo die meisten Kommentare landen. Ich freue mich auf eine lebhafte Diskussion, egal auf welcher Plattform.

21 thoughts on “Ich und Du und Social-Media

  1. Ihr Lieben, Ihr habt da eine sehr wichtige Diskussion sehr nett umgesetzt. Danke dafür. Ich fände einen Beitrag toll, wie ich Instagram nutze. Viele sind nicht so Sortier- und ordnungswütig wie ich und wissen nicht, wie man hashtags verwenden kann, wie ich Personen markiere, wie ich meine eigenen Listen und Sammlungen anlegen kann. Wie ich meine Beiträge auch später noch editieren kann. Das habe ich auch versucht, in den Weiten von Instagram zu finden und bin gescheitert. So quasi eine HowTo direkt zum Nachbilden auf Instagram. Fände ich gut, weil mit einiges an Wissen auch ungeübtere gut ihre Sachen den anderen viel besser zeigen könnten Und das ist doch auch ein der Gründe, warum wir auf Instagram sind oder bloggen.
    Danke für den Post. Liebe Grüße Christiane

    1. liebe christiane,

      ja, so erging es mir neulich auch. und so ergeht es mir manchmal noch. ich habe neulich eine stora gelöscht, ohne sie zu löschen. sie war einfach weg. aller anfang ist schwer und das einfuchsten in instagram war erstmal nicht »sich weniger arbeit machen«.

      wir werden auf jeden fall ein paar technische dinge zusammenfassen.

      liebe grüße . tabea

  2. Guten Morgen ihr beiden,
    nachdem ich bei Instagram auf euren heutigen Post neugierig gemacht wurde, habe ich mich mit einer Tasse Kaffee direkt zum Lesen hingesetzt ;-)). Also ich gestehe, ich schaue inzwischen und zeige selbst auch lieber auf Instagram meine Arbeiten. Das Schreiben meines Blocks nutze ich nur noch, um intensiver über einen Vorgang, eine Entstehung oder auch ein Ergebnis zu berichten (verbunden mit mehr Fotos). Ich stimme zu, dass ich auf Instagram ganz genau die Bilder aussuche und oft auch sehr zeitintensiv die Bearbeitung/Erstellung eines Fotos herangehe. Ob es also wirklich schneller geht? – Manchmal wirklich nicht, aber das Sehen von anderen Beiträgen ist tatsächlich viel schneller und – da stimme ich euch voll zu – geschieht in der Freizeit und eher nebenbei. Ich bin eher der Bildmensch: wenn mich ein Bild anspricht, dann möchte ich auch mehr darüber wissen und lese gerne auf dem Blog mehr darüber. Dafür ist Instagram ein gutes Medium und nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Ich bekomme neue Ideen, kann verknüpfen und das Gesehene für mich und meine Arbeit (beispielsweise in der KunstAG) effektiv nutzen. Ich habe aber auch das Gefühl, dass mehr Menschen meine Beiträge erreichen und das freut mich sehr, wenn ich die Rückmeldung bekomme, dass ich Anregungen geben kann für andere. Da ich mich auch nicht auf eine bestimmte Technik spezialisiere und ich es liebe vielfältig und ganz unterschiedlich kreativ zu sein, hoffe ich sehr, dass mir auch wirklich die Menschen folgen, die dies auch lieben. So, nun ist mein Kaffee leer – das Kommentieren eures sehr interessanten Beitrags hat mir Freude bereitet und wird mich gedanklich heute noch weiter beschäftigen. Herzliche Grüße sendet Karin

    1. liebe karin,

      da trinke ich doch ein teechen mit dir ;o)

      danke für deine gedanken. die bringen mich ja gleich auf noch mehr gedanken … ich befinde mich ja noch im einleben auf instagram und ganz klar, am anfang waren die posts viel arbeit. auch tailwind und later kennenzulernen und all die technischen feinheiten, die man braucht. nun muss ich sagen, ein bisschen sortierter, ist es für mich eine riesen erleichterung. das liegt wohl auch daran, wie ich vorher gearbeitet habe. also gebloggt.

      wer es sich sehr zum thema gemacht hat, zeit einzusparen, dem wird das sicher sowohl in bloggerland als auch auf instagram gelingen. immer mit abstrichen auch auf den schönen seiten. also kommunikation und austausch und intensität.

      ja, das gefühl habe ich auch, man erreicht per instagram mehr leute und einen größeren radius an interessen ist abgedeckt. in bloggerland hatte ich weniger ahnung, wer mich liest. was die leserschaft betrifft, bin ich ratlos. menschen, die kollegen sein könnten, erreiche ich schwer. hingegen johns, charles und steves folgen mir in scharen. das sind die komsichen seiten an insta. ich beschließe nun mal, ich muss das nicht verstehen.

      ich glaube fast, unsere art »ich zeige meinen kreativen prozess« ist an sich weniger erfolgreich als »ich bespaße meine leserschaft mit kostenfreien input und versprechen ihnen sonst was«.

      ich mache mir jetzt noch einen tee.

      liebe grüße . tabea

  3. Es war ein Vergnügen eurem Dialog zu folgen… Spannend… Ich mache gerade die Erfahrung, dass ich es genieße, nach vor allem sommerlicher „Dürre“-bedingter Abstinenz, wieder mehr auf meinem Blog angekommen zu sein, mich mit einem Thema mehr und intensiver ausbreiten zu können, zu schreiben, für mich und für andere… Zwischenzeitlich war ja dieses DSZVO (ist das jetzt die richtige Abkürzung, aber ihr wisst, was ich meine…) – THEATER…, und nun beim Zurückkommen auf meinen Blog und dem Versuch, bei meinen „alten“ Abonnierten auch wieder mehr zu lesen, merke ich, dass Tabea ja nicht die einzige ist (und schon gar nicht wegen DSZV-Dingsda), die ihren Blog aufgegeben hat. Also ist der Kreis der zu Lesenden kleiner geworden, und ich merke, es bleiben dann letztlich nur noch die Blogs mit Substanz übrig, jedenfalls für mich… Da ich mich nicht nur für Kreatives, sondern auch für die Themen Naturverbindung und Gesellschaft interessiere, ist es sowohl im Blog als auch auf Instagram eine Reihe von verschiedenen Themen, die ich lese, anschaue, kommentiere, selber bediene. Manche machen dafür dann mehrere Blogs oder Accounts…, dazu bin ich ehrlich gesagt zu faul, außerdem verbinden sich die Themen ja auch immer wieder miteinander, ich bin ja ein Synthetiker, der gern auch mal zusammenpackt was „nicht“ zusammengehört…. Seit längerer Zeit habe ich vor meinen Blog zu bereinigen und „Pillepalle“-Posts, von denen es bei mir in den Anfangsjahren bestimmt auch ne Menge gab, aus der Öffentlichkeit zu nehmen… Ja, Instagram geht schneller, ist aber auch flüchtiger, und gerade im politischen Diskurs tut es mir manchmal Leid, wenn dann eine Story schon verschwunden ist, die ich doch noch jemandem zeigen wollte… Beim Abonnieren schaue ich mir immer den gesamten Feed an, und wenn dann außer der einen tollen kreative Sache nur „trendige“ Küchen-, Klamotten- und Kosmetikfotos kommen, abonniere ich nicht, denn das interessiert mich eben überhaupt nicht… Da hat man eben die Wahl, das ist gut. Wer mich abonniert, muss damit leben, dass es eben nicht nur kreativ zu geht, sondern auch Natur eine große Rolle spielt, und die beiden Themen sind ja in meinem kreativen Tun sehr oft nahezu untrennbar verbunden… Wenn auf Instagram auf einen Post hingewiesen wird, bin ich meist auch dort, und zwar am PC-Bildschirm, denn diese Minifotos auf dem Handy lassen schon Wünsche offen und zu Entdeckendes weg…, es sei denn, es handelt sich um Tabea-Hashtag-Zeichnungen, die sind so griffig, dass sie auch auf dem Mini-Bildschirm Ausdruck entfalten können… Die Zeit…, ja kostet alles Zeit, auch das fixe Gucken und Herzen… Wenn ich aber die persönlichen Kontakte dagegen aufwiege, die durchs Bloggen (!) geknüpft wurden (über Instagram noch keiner), dann hat mir diese Zeit soviel Zuwachs an kreativen und freundschaftlichen Begegnungen gebracht, dass ich sie gut investiert finde… Und wenn persönliche Begegnungen dem Eindruck, den man auf Blog oder Insta von jemandem hatte, standhalten, dann ist der/diejenige authentisch und das finde ich ja überhaupt am allerwichtigsten am Bloggen und Insta… Alles andere fliegt jetzt bei mir gnadenlos raus. Macht’s gut, ihr beiden, ihr seid ein tolles Team und hier zu lesen und zu schauen, davon nimmt man wirklich was mit in den Tag, in sein Tun. Herzlich Ghislana

    1. liebe ghislana,

      danke für deine worte! ja, das meiste kann ich unterschreiben ;o) ich persönlich habe mich schon immer ein bisschen schwer getan mit der selbstdarstellung und dem fakt, dass man virtuelle freundschaftsbande knüpft. tatsächlich sind dann so gute kontakte übers bloggen entstanden, dass wir uns sogar getroffen haben. und es erging mir ähnlich wie dir, dass alle bloggerinnen im echten leben dem entsprachen, was ich per blog, mail und kommentar von ihnen mitbekommen habe. das war schön! auch zu erfahren, dass viele so viel einsatz zeigen und sich zeit nehmen, persönlich zu werden.

      auf instagram ist das so nicht. ich glaube, die leute, die auf instagram posten, ohne vorher gebloggt zu haben, gehen mit einer anderen einstellung an social-media ran. auch viele der blogger, nutzen instagram ja weniger als kommunikationskanal als ihre blogs. und viele nutzen insta auch beruflich, gerade auch kreative. der einsatz ist dann komplett anders ausgerichtet. verständlicherweise. man kann schlecht wem, der sein portfolio auf instagram pflegt, vorwerfen, er zeigt keinen einsatz, weil er nicht stundenlang herzt und nett kommentiert. auf der anderen seite weiß ich dafür manchmal auch so gar nicht, wie ich die personen einschätzen soll. die kommunikation kommt mir oft sehr einseitig vor. sagen wir »meinseitig« ;o) in bloggerland bin ich es gewohnt, dass die leute, bei denen ich regelmäßig kommentiere, irgendwann mal bei mir vorbeischaun. nun denn, wenn dem auf insta nicht so ist, … ich lerne 😉

      liebe grüße und einen schönen abend . die tabea

  4. Ich habe jetzt gefühlte 20 Minuten damit verbracht, eure Texte „kostenlos“ zu konsumieren und will mich kurz fassen. Ich sitze am PC, wenn ich im Netz unterwegs bin und lehne dieses „gemütlich“ nebenbei mit dem Handy spielen ab. Verlinkungen zu Instagram verfolge ich selten, denn diese schnelle Bilderschau hat für mich keinen Nährwert.
    Schade finde ich auch die Sichtweise »ich bespaße meine leserschaft mit kostenfreien input und versprechen ihnen sonst was«. ICH blogge kostenlos und das ist oft eine Menge Arbeit. Aber ich möchte auch kostenlose und ausführliche Informationen finden, Anleitungen, Anregungen, Ideen usw. Muss alles immer in Zeit und Geld umgerechnet werden und schneller, schneller, schneller gehen?

    Liebe Grüße
    ela

  5. Interessante Diskussion! und Kommentare.
    Als Konsument liebe ich beides: schöne Bilder auf Instagram, breitgefächert, hier mal, da mal, sich auch oft ändernd. Bei Bloglovin dagegen folge ich wenigen Blogs, ziemlich konzentriert, beharrlich. Als Macher dagegen liebe ich Instagram und hadere mit der Existenzberechtigung meines Blogs.
    Zeit kostet beides: und immer mal wieder überlege ich alles vom Handy zu löschen (habe ich vor ein paar Wochen mit Facebook gemacht und nun überlege ich immer es wieder zu installieren, grausam).
    Es gibt wohl kein entweder oder.
    Lg Maren

    1. liebe maren,
      interessant, bloglovin habe ich nie genutzt. und ja, das beobachte ich schon länger, dass manche probleme haben, mit der entscheidung, was zeige ich wo? zeigt man die beiträge alle doppelt, postet man im blog anders als auf insta oder facebook? finde ich interessant. aber für mich ausgeschlossen ;o) dabei bin ich ja perfekt ausgebildet dafür … lach mich schlapp. ich habe facebook tatsächlich vom smartphone gelöscht, weil es überhaupt nicht mein ding ist! war eine erleichternug als das teil endlich aufgehört hat, mich ständig mit komischen botschaften zu bewerfen. ich schaue auch per rechner nur sehr selten rein.
      liebe grüße . tabea

  6. Ihr beiden, es gefällt mir, dass ihr die Dinge immer intensiv angeht… das hatte mir früher schon bei euren Blogs gefallen. Während der ‚stillen Leserzeit‘ war ich stets versucht mich an das Bloggen zu machen…Da der PC (trotz Studienzeit und höchstem Bildungsabschluss-lach-) nie mein Freund wurde, war das Bloggen für mich eine Riesenhürde! Instagram hat mir mein 16jähriger Sohn innerhalb von 10min ‚nutzbar‘ gemacht…endlich eine unkomplizierte Plattform, auf der ich meinen kreativen Flow zeigen kann; ganz ohne PC nur mit dem Handy. Und ich habe das Gefühl, mehr dazuzugehören. Klingt komisch? Nein…Meine Postkunstbekannten, Familie oder Instagramleute kommunizieren oft mit mir und es entstehen Austausch/Tausch -> Verbundenheit. Für den Moment reicht mir das; die Zeit habe ich gar nicht, alles intensiver zu pflegen; dennoch eine schnelle Wertschätzung hier und da und das mit Menschen auf der ganzen Welt, die wie ich gerne Buchbinden…das bringt‘s für mich 🙂 P.S. Tatsächlich lese ich noch einige Blogs regelmäßig. Ich glaube bei den Blogs überwiegt wirklich der sprachliche Input…liebe Grüße Bärbel (snigelpapper)

    1. Das ist ein interessanter Aspekt! Socialmedia ohne Rechner. Das kann ich vollkommen verstehen und finde es gut!

      Liebe Grüße . Tabea

  7. Interessante Diskussion um eine Frage, die mich auch immer wieder beschäftigt, vor allem seit der DSGVO – Geschichte so viele Blogs mit Substanz verschwunden sind und ich viele lieb gewordene Verbindungen nur noch über Instagram aufrecht erhalten kann.
    Doch das Medium nervt! Es hat sogar Abende gegeben, da habe ich mich regelmäßig überfressen an all den schönen Bildchen und entsprechende K-Gefühle, wirklich. Als ob ich die ganze Tafel Schokolade auf einen Schlag vertilgt hätte. Und das, obwohl ich immer ein Augenmensch war und bin. Aber Instagram führt mir gerade vor Augen, dass das nicht alles ist. Es ist mir zu hohl und oberflächlich und alles verliert schnell an Reiz,
    Vielleicht ist mir auch das geschriebene Wort ebenso wichtig ( ich mag z.B. Twitter gerne, so als Leserin ). Ich mag auch nach wie vor meine textlastigen Posts schreiben, muss aber feststellen, dass meine treueste Leserinnenschaft blog- & instalos ist, also einer ganz anderen Kategorie von Social-Media -Nutzern angehört. Für die bin ich so was wie ein vielseitiges Magazin mit einem Angebot von leichter Unterhaltung bis zum Gedankenanstoß, garniert mit Persönlichem.
    Das ist auch etwas, was mir fehlt: Welcher Mensch steckt hinter dem Account? Wenn ich nicht eine ganze Reihe persönlich kennen würde, wäre ich geneigt, Instagramerinnen nicht allzu viel zuzutrauen.
    Ich werde zwar bei Langeweile auf dem iPad vorbeischauen, weil ich mich eben für bestimmte Menschen interessiere. Aber Freund werden wir nicht werden.
    Liebe Grüße, besonders an Tabea!
    Astrid

    1. Liebe Astrid,

      schön, von dir zu hören! Das Persönliche fehlt mir auch. Aber das ist nichts, was ich festhalten kann. Weder auf Instagram noch im Blog. Ob die Leute auf das, was ich zeige anspringen oder nicht, darauf habe ich kein Einfluss. Mag sein, dein Blogthema spricht die Leute mehr an, als das was ich zu sagen hatte? Auch wenn es nun vielleicht wunderlich klingt, wenn ich sage, dass die Resonanz meiner Beiträge im Blog überschaubar war. Da sind die Statistiken ja knallhart. Je mehr Text und Inhalt, je mehr Kunst und Ausdruck, desto weniger Klicks. Das war auch beim Bloggen schon so. Je mehr DIY, desto größer das Interesse.

      Die Phase, als die Kinder noch so klein waren und ich viel Zeit mit dem Bloggen verbracht habe, ist ja eine sehr schöne gewesen. Ich verbinde da ein allgemeines Lebensgefühl mit. Aber das ist nun vorbei. Und das ist ja auch normal. Ich kann nicht ewig mit Kinderwagen an Feldrändern vorbeilaufen … diese Spaziergänge und das ganze Leben, sind eng verknüpft mit meiner damaligen Art zu Bloggen.

      Also dieses Völlegefühl, welches zu anspraches, gibt es in Variationen für mich grundsätzlich in Social-Media. Das hatte ich vor vielen Jahren auch beim Surfen durch all die Blogs. Bei Insta versumpfe ich in letzter Zeit weniger. Denn du beschreibst es ja, so berauschend sind die Beiträge dann auch nicht. Jedoch, und dabei bleibe ich, das ist für mich auch gut so, denn ich kann zur Zeit einfach nicht mehr so viel prokrastinieren.

      Vielleicht unterschätzen wir, dass durch das große Angebot im Netz, die Aufmerksamkeit der Leser geteilt ist. Mir kommt Bloggerland außerdem sehr verändert vor. Es gibt eine Flut an modernen Mädchen, die ein großes Geschäft aus dem Bloggen gemacht haben oder machen wollen. Und dann gibt es so viele, die in einer gewissen mir unerträglichen Ästhetik Anleitungen und Geschäftsmodelle in Netz stellen und mit der Leserschaft so reden: 10 Tipps, wie du erfolgreich xyz; 7 Wege, wie du mehr Leser bekommst; 12 Schritte zu mehr Umsatz xyz. WAS ist nur passiert? Das macht doch kein Spaß mehr.

      Substanz. Ja, dieser Blogbeitrag hat Substanz. Einige wenige machen so richtig mit, sie schreiben DinA4 lange Texte und diskutieren. Aber die meisten bleiben nicht hängen. Ich glaube, das ist kein Instagram-Problem.

      Die Tabea grüßt

  8. Ihr lieben alle,
    jetzt hat Tabea so fleissig immer auf jeden Kommentar (die diesmal wirklich lang waren) geantwortet und ich habe mich im Hintergrund gehalten. Im Hintergrund wie doch viele alle Blogleserinnen auch, denn trotz einiger sehr langer und persönlicher Kommentare ist die Disskussion hier noch nicht so richtig in Gang gekommen wie wir es uns erhofft hatten, irgendwie schade. Aber wir stecken irgendwie alle fest zwischen diesen Social-Media-Kanälen. Was nervt und was inspiriert ist doch persönlich sehr unterschiedlich und ich denke, wir müssen alle unseren eigenen Weg finden, damit umzugehen… Für mich gab es auch schon über Instagram persönliche Begegnungen und Kontakte, auch wenn die Community nicht so eng und geschlossen ist. Ich freue mich jetzt an nach dem langen dürren Sommer, dass auch in Blogs wieder mehr los ist und nicht alles austirbt. Bei mir wird es erst einmal zweigleisig weitergehen und ich bin gespannt, was wir alle in zehn Jahren zu dieser Disskussion sagen.
    Lasst und alle in Kontakt bleiben, egal auf welchem Kanal… übrigens kann man auch telefonieren. Macht ihr das noch manchmal? Auch immer seltener, oder?
    Liebe Grüße
    Michaela

  9. sehr interessant diese Dikussion
    habe auch fleissig alles gelesen 😉
    ich fühle mich im Bloggerland daheim
    und da bleibe ich auch
    ich bin auch inzwischen zu alt um mir noch mal neue Techniken anzueignen
    Insta kenn ich kaum
    gelegentlich habe ich mal einen Link verfolgt
    FB sieht mich grundsätzlich nicht
    Twitter .. bei dem Namen sträuben sich mir (seit Trump ) die Nackenhaare 😉
    wenn ich schöne Bilder sehen will kann ich bei Pinterest reinschauen .,.
    auch auf meinem Blog kann ich 1 Bild Post´s schreiben
    aber ich mag Geschichten mit Hintergrund
    wenn ich keine Zeit hatte mache ich die Blogrunde später
    und da lese ich schon mal etliche Posts zurück
    das spart dann auch Zeit gegenüber immer einzeln aufrufen
    ich finde schon schade dass viele schöne Blogs aufgegeben haben
    dafür versuche ich dann neue zu finden

    liebe Grüße
    Rosi

  10. Hallo zusammen!
    Ich glaube, jede/r nutzt das Medium so, wie es für sie oder ihn richtig erscheint und nützlich ist.
    Ich bin ohne Blog, lese gern welche, habe für das postkunstwerk, weil’s praktisch ist, ganz neu bei Instagram reingeschnuppert. Klar gibt es da auch viel Selbstdarstellung, aber das sind ja gaaanz andere Leute…es gibt eben auch nette kleine Gespräche. Ob du dich dort lange oder kurz aufhältst, alles eine Frage der Lust und vielleicht auch Disziplin (ich bleibe oft lange hängen…). Bei Pinterest zB bin ich gerade übersättigt, sammele, sammele und nutze tatsächlich wenig. Kommt sicher mal wieder.
    Aber man kann gut mal darüber nachdenken, ob es negativ ist, flott hier und da Herzen zu verteilen, selber nach Wertschätzung zu lechzen, oder ob ich, positiv gesprochen, die Möglichkeit nutze, mich anregen zu lassen, womöglich auch andere anzuregen, ein Feed back zu geben und zu bekommen, und über eine Sache mit Menschen in Kontakt zu kommen, von deren ähnlich gelagerten Interessen ich sonst nie erfahren hätte. Ich finde die Diskussion gut und richtig, denke aber, es liegt Vieles bei einem selbst.
    Lieben Gruß, Verena

  11. Am ersten Tag gleich einen Text begonnen und doch noch weggelegt, weil dieser Blogbeitrag bereits an einen Roman reicht und auch deshalb keine flotte Diskussion entstehen kann. Aber die Fülle der Aussagen zeigt die Komplexität des Ganzen.
    Übrigens bin ich jemand, der gern in alten Posts stöbert, sei es wegen einer Anleitung , der kreativen Idee oder dem ästhetischen Blick, den ich noch mal genießen möchte.(weil die Berechtigung alter Beiträge in Frage gestellt wurde)
    Mich erschreckt grundsätzlich das Haschen nach Followern, die bei Instagram sofort eine größere Rolle zu spielen scheinen .Da es aber auch durch Presse immer wieder zahlenmäßig erwähnt wird bei Sportlern, Schauspielern etc.zeigt das Wirkung! Auch die Herzchenvergabe, die ich inzwischen auch praktiziere bei Insta ,reduziert ohne Inhalt. Das ist beim Bloggen ganz anders. Ja, Zahlen sind abrechenbar und schnell zur Hand für Vergleiche, anderes braucht viel mehr Zeit zum Wirken und läßt sich nicht so eindeutig vorweisen. Gut so! Daran liegt für mich so ein wenig die Gefahr dieser Husch-Husch-Medien, wie ich sie gern nenne. Klar, für einen ordentlichen Feed braucht man auch Zeit und Ideen.
    Zeit ist das, was alle optimieren wollen, weil uns so vieles möglich geworden ist, von dem wir vor Jahren vielleicht nicht gar nichts wußten.
    Wir, die eigentlich vom Bloggen zu Instagram gekommen sind, sehen wahrscheinlich einige Dinge in ganz anderem Licht, als jemand der pur eingestiegen ist. Es wird wie bei allen Dingen des Konsums , was es ja im weitesten Wortsinn auch ist, immer über das- WIE gehe ich damit um?- laufen. Aber das ist schwierig, weil ich finde heutzutage sind technische Prozesse schneller, als unsere Möglichkeiten in gesunder Weise uns Ihnen zu nähern bzw. gut damit umzugehen. Hop und zack und Los!
    Habt ihr von der Demo in Hamburg gelesen von Kindern, die über den immensen Handykonsum ihrer Eltern protestiert haben? Spielt mit uns, stand auf den Schildern. Ich lebe in der Großstadt und nutze viel die Öffentlichen. Kaum ist man in Bus und Bahn zücken alle ihre Geräte und starren drauf. Bemerken nicht, dass Kinder etwas von ihnen wollen oder gerade eine Oma mit Stock eingestiegen ist, die Platz braucht, sehen ihr Gegenüber nicht. Ihr seht, mich treibt dieses Problem grundsätzlich sehr um, dabei bin ich kein Maschinenstürmer. Ich bin glücklich, dass es die Bloggerwelt gibt und freu mich riesig Menschen kennengelernt und getroffen zu haben, die ich wahrscheinlich so im Leben nie getroffen hätte.
    -Bloggen ist eindeutig zeitaufwändiger, als instagram
    -die Ästhetik des Minidisplay empfinde ich als geringer gegenüber einem Blogfoto
    -das Eintreffen von bekommenen Nachrichtensignalen lenkt ab
    -Instagram zeigt mir ungefragt Werbung beim Scrollen an – ätzend!!!!
    -für Lesevernügen ist insta unterwegs super
    War ja klar, dass das auch lang werden würde. Mal sehen wo wir nächstes Jahr stehen oder wir das in 3 Jahren sehen. Meine Prioritäten bleiben vorerst beim Bloggen.
    Viele Grüße, Karen

    1. Liebe Karen,

      nun habe ich deinen Kommentar im Spam gefunden und gerade freigeschaltet. Sorry!

      Danke für deinen duchdachten Beitrag! Ich stimme rundum zu!

      Auch ich habe schon drüber nachgedacht, dass Blogger die zu Instagram kommen, anders mit Instagram umgehen als Leute, die direkt mit Instagram angefangen haben. Ehrlich gesagt, bewundere ich sie auch ein bisschen. Ich finde, in Sache Abgrenzung und Präsentation, sind die ganz anders drauf. Zumindest wirkt das so auf mich. Denn so sehr das einige bevorzugen, sich lange und intensiv in Blogs aufzuhalten, kann ich immer wieder nur sagen, dass ich gerade am Umschwenken bin. Aber das können wir in Dresden gern vertiefen ;o)

      Ganz traurig, dass Erwachsene in der Öffentlichkeit am Smartphone kleben. Das ist etwas das ich zu 0% nicht verstehe. Ich habe das für mich nie in Erwägung gezogen und habe das Smartphone oft nicht mal bei mir. Wenn dann als Uhr oder Notfallhandy. Wenn ich das Haus verlasse, liegt das schöne große Leben vor mir. Da brauche ich keine Unterhaltung durch Medien. Ich schau durch die Gegend oder denke nach ;o)

      Bei mir treffen auch keine Nachrichten auf dem Handy ein. Das habe ich alles abgestellt. Apps wie Facebook, die auf dem Smartphone nur nerven, die habe ich deinstalliert. Instagram macht kein Geräusch, wenn sich was in meinem Account tut. Und ob ich alle 5 Minuten zum Handy greife, liegt an mir bzw. am Benutzer und nicht am Handy oder an einer App. Wobei ich das Suchverhalten auch verstehe. So grundsätzlich. Ich bin nicht der Typ, der Probleme stehen lässt ;o) So habe ich anderen Ablenkungen abgestellt und habe nun kein schlechtes Gewissen, wenn ich ein paar mal am Tag in Instagram blicke. Wenn ich dann noch bedenke, dass ich früher mal TV gesehen habe … ist der Zeitgewinn durch die Abschaffung des Fernsehers immens. Das wundert mich manchmal … wie das andere machen, stellen die auch mal was ab? Oder geht das alles parallel weiter?

      Ich fühle mich freier ohne Berieselung. Oder sagen wir, mit weniger …

      Ganz liebe Grüße . Tabea

    2. Ach, jetzt hat Tabea auch geantwortet und ich wollte auch direkt. Danke, liebe Karen für deinen ausführlichen Roman. Gestern war ich auch mal wieder in Köln mit der Bahn unterwegs und habe genau das beobachtet und versucht, meinen Kopf hochzuhalten. Aber dann gab es doch immer kurz was nachzugucken und schon hat man wieder das Dings in der Hand und den Kopf gesenkt.
      Seltsamerweise habe ich auf meinem Instagram-Account keine Werbung, keine Ahnung warum. Er ist schon alt und war lange nicht genutzt.
      Nachrichten habe ich auch alle abgeschaltet, trotzdem gucke ich zu oft rein.
      Ach, wie gerne würde ich mit euch beiden life in Dresden disskutieren, geht halt nicht, aber ich denke an euch.
      Liebe Grüße
      Michaela

      1. Ah! Das meintest du mit gleichzeitig! Hm … so wie du rätselhafterweise keine Werbung im Insta-Feed hast (Hätte ich auch gern!), lasse ich rätselhafterweise immer das Smartphone zuhause. Neuerdings nur als Uhr mit. Vielleicht macht das das einsame Leben hier ;o) Da bin ich wohl sehr zufrieden, wenn ich mal mein Haus verlasse und echte Menschen sehe …

        Tabyebye

  12. Nachdem ich diesen Blogpost direkt am Erscheinungstag morgens im Bus auf dem Weg zur Schule/Kindergarten gelesen habe, finde ich jetzt die Zeit dazu, zu Hause vom Sofa aus zu kommentieren. Das geht im schwankenden Bus nämlich nicht und in diesem Fall brauchte ich auch noch Draufrumdenkzeit. Tatsächlich fänd ich es schön, wenn es bei Blogs auch die Möglichkeit gäbe, ein schnelles Herzchen zu verteilen- ich lese oft still, weil ich nicht die Zeit habe zum Kommentieren, aber es wär schon nett, einfach nur der Verfasserin/dem Verfasser zu sagen: Hallo, ich war hier! Diese ganze social media Abteilung beschäftigt mich ja auch und zu Überlegungen wie „Wie nutze ich meine Zeit am sinnvollsten?“ oder „Was bringt mir welche Platform?“ oder auch „Will ich überhaupt alles zeigen, was ich so mache?“ und „WAS will ich denn überhaupt?“ gehört das Teilen in den sozialen Netzwerken für mich ganz klar dazu.
    Meinen Blog behalte ich. Das ist klar für mich. Aber ich blogge anders, seit ich Instagramme. Weniger Blogposts insgesamt, dafür sind die wenigen dann länger. Ich mag lieber ausführlicher über eine Sache schreiben oder eine Anleitung mit Fotos erstellen als jede Woche 1-3 Posts rauszuhauen. Dafür bin ich am überlegen, ob ich Anleitungen beispielsweise doch wieder zweisprachig schreibe… das habe ich ja über ein Jahr lang als private Fortbildungsmaßnahme betrieben und dann aus Zeitgründen wieder aufgegeben. Ich habe den Eindruck, dass internationale Leserschaft bei Instagram durchaus auch auf den entsprechenden Blogpost wechselt, wenn darauf hingewiesen wird. Dafür muss es aber Englisch sein. Mal sehen. Macht ja wieder mehr Arbeit…
    Nachdem ich meinen Facebook-account geschlossen habe (und ihn überhaupt nicht vermisst habe) bin ich nun doch noch einmal in den Verein eingetreten. Hier in Dänemark läuft ohne Facebook mal so gar nichts- also bin ich wieder dabei, merke aber, es gefällt mir immer noch nicht und ich habe wirklich ein Problem mit diesen „Freundschaftsanfragen“ ich will nicht mit Menschen „befreundet“ sein, die ich gar nicht kenne…also Facebook nutze ich nur als Infoplatform für z.B. meine Collagegruppe, Kindergarteneltern oder so. Die Verknüpfung mit Facebook werde ich wohl wieder lösen- ich habe das Gefühl, das bringt mir nix.
    Dafür habe ich mir gerade einen zweiten Instagramaccount zugelegt. Zum Thema sich sortieren und so… meine fertigen Collagen, Bilder etc. und Bilder anderer Künstler gibt es jetzt gesondert vom am liebsten Kessel Buntes, den ich weiterhin mit allem anderen, was ich so tue, probiere, verwerfe oder auch mal fertigstelle, füttere. Mal sehen, wie sich das anfühlt. 🙂
    Ich mag euren Ping-Pong Dialog gerne- vielleicht gibt es das ja öfter? Spannende Themen finden sich bestimmt noch mehr.

    So, und nun muss doch mal schnell gucken, was Tailwind ist 🙂

    Viele Grüße aus dem Norden!

    Kristina

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