Farbpalast

Derweil ist es noch bunt draußen. Und schon sehr bald beginnt die kargste und kahlste unserer Jahreszeiten. Genau der richtige Moment also, um unsere Tuben, Flaschen und Näpfchen zu öffnen. Lassen wir sie frei, die Farbe. Welche genau? Du weißt noch nicht? Nähern wir uns dem Spektrum. Von welcher Seite? Farbe ist geduldig, es gibt so viele Herangehensweisen.
Farbe kann Mode sein und Stil haben, bewegt sich zwischen Regenbogen und Caput mortuum, sie ist typbedingt und manchmal ein Dauerbrenner, bei einigen ist sie immer oder nie gleich, während andere einen Bogen um sie herum machen oder gar gehemmt beobachten, wie andere aus dem Vollen schöpfen. 
Ich schweife mal …
Ich konnte nicht anders, als gleich mal loszulegen. Greife zu HKS 561, 673 und 795 und verlasse damit mein übliches Farbschema. Sich ins Tannengrün legen, Siena natur verteilen und in Warmgrau hell schwärmen. Schon gehen die drei eine Beziehung ein und Zwischentöne erblicken das Licht der Welt. Ein kleiner Farbfächer entsteht.
Obwohl es in diesem cremigen Gouache Gepinsel noch einiges zu entdecken gäbe, schiele ich bereits die nächsten Farbtuben an. Sie sind klein, wirken unscheinbar und leicht übergrellt. Ich bin C-M-Y Fan! Aus drei (Yellow, Magenta, Cyan) mach alles was du brauchst. Eine gute Grundlage. Das Ganze ist überschaubar und wirkt schon fast so, als könne man Farbe etwas bändigen. Etwas! 
Zudem ist dieses Mischsystem perfekt, um die Frage zu beantworten: An welcher Stelle entsteht eine Lieblingsfarbe? So zwischen Gelb und Cyan ermische ich mir den Weg, bis ich auf Türkis treffe. Verfeinern könnte ich dies noch durch das Aufhellen und Abdunkeln mit Weiß und Schwarz. Und ich könnte noch klären, wie viel Magenta mein Türkies verträgt.
Und dann gibt es kein Halten, es wird gemischt, gekreuzt und gewässert, bis ein kleiner Farbteppich entsteht.
Betrachtet es als kleinen Teaser für etwas …

Eure Tabea