Adventspost-Finissage 2021

Hallo 2022. Da sind wir schon wieder in einem neuen Jahr gelandet. Ein erneuter leiser Start in ein weiteres ungewisses Jahr. Starten wir mit vertrauten Ritualen und blicken zurück auf die vergangenen Adventspost, die uns den Dezember erwärmt hat. Tradionell feiern wir die Finissage unserer Aktion mit einem Spaziergang zwischen West und Ost. Mittlerweile wandern wir zwischen Bergisch Gladbach nach Rochlitz hin und her.

Michaela: Da habe ich mir was eingebrockt mit dieser Adventspost, denn schließlich habe ich auf Rot bestanden. So ganz außerhalb meiner Farbvorlieben leuchtet es mir nun in meiner Küche entgegen. Beim Drucken meiner Karten hat es mir viel Freude gemacht, mich aus meiner Komfortzone zu bewegen. In meiner Küche ist mir diese rote Tapete fast zu heftig. Vielleicht auch, weil sie so monochrom ist. Aber sie ist ja nur temporär. Wie kommst du mit dem Rot klar?

Tabea: Es freut mich, dass so viele Teilnehmerinnen begeistert vom Rot sind. Denn das war ja auch unser Ziel, zu erahnen, was unsere Postkünstlerinnen sich wünschen. Mir persönlich hat die Auseinandersetzung auf dem Papier Freude bereitet. Allerdings habe ich dann nach einer Weile sehnsuchtsvoll in Richtung Lila geäugt. Einige meiner GraFische sind nicht ganz im geforderten Spektrum gelandet, die habe ich als Sonderpost verschickt.

Michaela: Ja, da schwimmt dein lila Sonderfisch an meiner Wand rechts am Rand. Wenn ich nach Hause komme und Licht brennt, strahlt das Rot bis auf die Straße, es leuchtet heller als der Weihnachtsbaum. Immerhin gab es an diesen Weihnachtstagen wieder Besuch, der die Karten bewundern konnte. Besucher mussten gar nicht reinkommen, konnten vor dem Fenster stehen bleiben und staunen.
Jedes Jahr um diese Zeit zeige ich meine Wand und immer wieder wirkt sie so anders. Bei dir ist sowieso alles anders, dieses Jahr. Hat in deiner neuen Wohnung die Postkunst schon einen Platz gefunden?

Tabea: Deine Wand ist beeindruckend toll! Ich hätte auch gerne so eine Fläche! Ich muss mich noch finden in der neuen Wohnung. Aus Gewohnheit habe ich mir die Karten nun auf meine Fensterbank gelegt.

Michaela: Schon Mitte Dezember war meine Wand voll, das lag an den vielen Sonderpösten und auch am Maxi-Postkarten-Format. Ich habe anders als im letzten Jahr nicht eine zweite Postkunst-Wand eröffnet, sondern eine Postkunst-Kiste, in der ich die weiteren Karten sammelte und ab und zu auch austauschte.

Tabea: Deine Magnetwand eignet sich super dafür! Die Karten werden nicht durch Klebestreifen oder Nadeln verletzt. Und so viele Karten, wie wir beide erhalten, passen auch auf keine Leine. Aber ein so großer Kühlschrank hat in meiner neuen Küche einfach keinen Platz, ich hoffe, bis zum nächsten Advent habe ich eine Bühne für die Postkunst installiert.

Michaela: Anders als der Farbton war mir sowohl die Gelliprint-Technik als auch die graFische Gestaltung so gar nicht fremd, das war beides ganz innerhalb meiner Komfortzone. Aber so ging es längst nicht allen Teilnehmerinnen. Für viele war Gelliprint neu und ich bin sehr froh, dass wir diese einfache und spielerische Drucktechnik weiter bekannt machen konnten. Die Vielfalt der Karten spiegelt alle Facetten der Technik wider, Vielschichtigkeit, Experimentierfreude, Strukturen, Zufallseffekte und gezielte grafische Gestaltungen mithilfe von Schablonen und Stempeln.
Die Entstehung meiner Karten hatte ich schon vor Weihnachten auf meinem Blog gezeigt. Wie sind deine Fische entstanden, magst du mal erzählen?

Tabea: Zuerst habe ich sehr grafisch mit Schablonen in schlichten Formen gearbeitet, das war mein Wunsch. Ich merkte jedoch schnell, dass ich zur Zeit keine Kompetenz im Arbeiten mit links-rechts-negativ-postitiv frei habe. Ich habe mir immer wieder die falschen Flächen zugedruckt, da ich die Wirkung meiner Schablonen fehleingeschätzt habe. Nach einer Weile hat sich eine gewisse Fischform entwickelt und ich hatten den Wunsch mit Pinsel direkt auf die Druckplatte zu zeichnen. So entstand meine Fischserie, mit der ich am Ende sehr zufrieden war. Wie immer war es dann schwer, die Serie auseinanderzunehmen und einzeln zu verschicken.

Michaela: Oh ja, in Serie wirken die Drucke immer am allerbesten!

Tabea: Das Abtauchen in die Farben mit Strukturen, Schichten und Klecksen begeistert mich immer wieder. Die Bandbreite der Möglichkeiten von Rot habe ich voll ausgeschöpft. Wobei ich sehr nach Gefühl direkt auf der Gelli-Platte mischen musste, denn den Farbton konnte ich wegen der gelben Farbe meiner selbstgemachten Druckplatte nicht mehr erkennen. Ich habe mit den Akua Farben gedruckt, die du mir geschenkt hat. Sie sind wirklich sehr fein und lassen sich schön zart, transparent in Schichten Drucken. Den Fisch und einige Läusekammfurchen habe ich mit deckender Linoldruckfarbe gedruckt.

Michaela: Ja, da hast du Recht, so toll die Druckfarben sind, die Mischung kann man auf der Gelliplate schlecht beurteilen. Das ging mir auf meiner Platte ähnlich.

Wie immer sind oft die Rückseiten der Karten genauso schön wie die Vorderseiten. Deshalb ist es fast zu schade, die Karten nur aufzuhängen und von vorn zu betrachten. Besonders fasziniert hat mich die Kunstmarke der Schweizer Post, die Heidi hier so passend gestaltet hat.

Tabea: Ja das stimmt, ich muss also eine Glaswand in meiner neuen Wohnung einziehen, damit die Post von allen Seiten zu bewundern ist.

Michaela: In den letzten Dezembertagen tauchten auf Instagram schon die ersten fertig gebundenen Büchlein auf und Bärbel schickte uns Bilder von ihrem Buch, für das sie die Karten gefaltet hat. Ich bekam erst einen dicken Schreck, aber der Rücken kann wirklich entzücken.

Bärbels Adventsbuch, koptisch gebunden mit gefalzen Karten.
Gundis Adventspostwälzer mit »Waisenbindung«

Michaela: Schaut mal, wie Gundi und Elvira ihre Bücher in deiner Waisenbindung gebunden haben, da hat sich die mühsame Anleitung in »Schöne Post« doch schon gelohnt.

Tabea: Oh ja, das freut mich sehr! So ein roter graFischer Kaltalog ist doch eine Augenweide. Schön, dass einzelne Postkarten ein Buch ergeben können! Ich habe es ja auch schon mal gewagt, so ein Buch aus reichlich zu vielen Karten zu binden, ich nannte den Wäzer dann »Sternenschwarte« (war damals auch eine Adventspost).

Elviras Adventsbuch. Schaut mal das Video dazu an.


Michaela: Ich werde meine Karten nicht zu einem Buch binden, es müssten mindestens drei Bücher werden. Ich werde sie einfach in dieser Kiste wohnen lassen, da kann ich sie immer wieder in die Hand nehmen und von allen Seiten bewundern. Besser noch, ich nehme sie mit ins Studio und lasse zukünftige Kursteilnehmerinnen darin blättern. Eine wunderbare Inspirationsquelle für Gelliprint-Workshops, wenn sie denn in diesem Jahr wieder stattfinden werden.

Tabea: Da bekommt die Bezeichnung »Ansichtskarte« eine neue Bedeutung, wenn sie sogar in deinen analogen Kursen inspireiren dürfen. Ich finde, das ist eine tolle Idee!

Übrigens war das jetzt die 10. Adventspost, das haben wir gar nicht mitbekommen. Und wie gehts weiter? Auch wenn das Planen in vielen Bereichen noch schwer fällt, Postkunst-Pläne können wir machen. 2022 wird ein neues Postkunst-Jahr, die Termine haben wir für unsere Steady Unterstützerinnen schon veröffentlicht. Wir freuen uns auf ganz viel Ausstausch in unserer Community und haben uns vorgenommen, euch dieses Jahr noch aktiver in die Postkunst mit einzubeziehen. Lasst euch überraschen. Wenn ihr uns über Steady unterstützt, werdet ihr bald erfahren, wie es laufen wird.

Liebe Grüße von Michaela und Tabea

Adventspost-Linkliste 2021

Die Adventspost-Listen erreichen bald die 240 Empfängerinnen in 10 Gruppen, während unser Instagram Feed langsam errötet und überall schon graFisch gedruckt wird. Den ganzen Dezember über schwimmen dann 5.760 rote Karten durch die Lande.
Hier in dieser Liste sammeln wir alle eure Bilder von Experimenten, Drucken, Ideen und eurer Postfreude. Ihr könnt auch eure Instagram Beiträge verlinken.

adventspost2021 #postkunstwerkblog #gelliprintgrafisch

Teilt eure gerne Erfahrungen. Aber es ist schade, wenn die fertigen Karten schon im Netz zu sehen sind, bevor sie bei den Empfängerinnen angekommen sind. Bitte die Überraschung nicht verderben!

You are invited to the Inlinkz link party!

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Adventspost 2021

Heute laden wir euch zu unserer 10. Adventspost ein! Mit wachsender Begeisterung teilen wir den Jahreskreis nicht in vier, sondern in drei Jahreszeiten und denken uns für Frühling, Sommer und Advent ein Projekt zum Mitmachen aus. Somit können wir nun auf 30 Postkunst Aktionen zurückblicken. Schon länger haben wir die Idee, nun hin und wieder eine Technik aufzugreifen, die wir bereits thematisiert haben. 2014 machten sich 39 Teilnehmerinnen an den Gelatinedruck und lösten damit eine Gelliprint-Welle aus, die bis heute anhält … Wir finden, da geht noch mehr:

GraFISCH Gelliprint

Technik
Auf einer weichen Gelatineplatte lässt sich wunderbar drucken. Beliebt ist das Abdrucken von floralen Gegenständen, da diese so gelingsicher und detailgetreu werden. Doch wir möchten uns weiterentwickeln. Auch eignet sich diese Technik gut, um mit Flächen und Linien zu arbeiten. Kombiniert mit dem direkten Malen der Platte und dem Gestalten von Flächen mithilfe von Schablonen möchten wir ins GraFische einsteigen.

Motiv Thema »GraFisch«
Beim Gelliprint entstehen sehr oft Zufallsdrucke. Lasst uns diese Drucktechnik auf eine neue Stufe heben, mehr gestalterisch eingreifen und eine Serie von Drucken entwerfen: Gestalte die Fläche einer Postkarte, finde spannende Aufteilungen von Flächen und Linien, kombiniere Grundformen und komponiere das Gesamtbild mit grafischen Mitteln. Vielleicht schwimmt ja ein Fisch durch deine Komposition, vielleicht gibt es weihnachtliche Anklänge. Wenn du Freude daran hast, den Fisch als Motiv aufzunehmen, lass ihn schwimmen. Ansonsten freue dich an der abstrakten grafischen Komposition. Fühl dich frei im Erfinden deiner graFischen Gelliprint Serie und spiele mit den Vorzügen des Abstrakten.

Monochromische Farbzusammenstellung
Passend zur Monoprint Drucktechnik bewegen wir uns farblich im Monochromen, also im Raum der Einfarbigkeit. Wir verlassen unsere Farbschema-Komfortzone im Blau-Grün-Türkis-Lila Bereich und stellen uns dem ROT. Diese Basisfarbe gibt in unserer Serie den Ton an. Unsere adventlichen graFische schwimmen in einer Farbhamonie von Magenta bis Bordeaux. Orientiert euch gern an unserer Farbkarte. Wir gestalten unsere Palette mit Zwischentönen, Abstufungen, Aufhellungen, Verdunklungen und Kontrasten. Wer mag, lädt Gold als Ehrengast ein. Und jede Teilnehmerin findet ihre eigene Farbgewichtung und -komposition.

Material und Werkzeug
Gelli-Platten können gekauft und auch selbst hergestellt werden. Die gekauften Platten sind langlebiger und robuster. Wer noch keine Gelli-Platte hat, wird die Anschaffung gewiss nicht bereuen, denn sie ist unglaublich gut einsetzbar für viele Gestaltungsmöglichkeiten, auch im Alltag für schnelle Karten und Musterpapiere.
Zum Drucken eignen sich Acrylfarbe , Linoldruckfarbe, Akua Druckfarben, Tinte, Tusche, Aquarellfarbe und alles was du gerne ausprobieren möchtest. Womit du besser klarkommst, ist Übungs- und Geschmackssache. Linoldruckfarben zum Beispiel trocknen langsamer, müssen nach dem Durchtrocknen jedoch fixiert werden. Acrylfarben trocknen schneller und sind am Ende wasserfest. Hier laden wir zum Experiment ein, probiert verschieden Farbsysteme aus und findet euren eigenen Duktus.
Das Papier sollte nicht zu dick sein und eine gewisse Stabilität aufweisen, damit es beim mehrfachen Bedrucken nicht reißt. Es muss nicht zwingend hochwertiges Kunstpapier sein, da die Fläche bedruckt wird und das Papier kaum zur Geltung kommt. Kopierpapier kann durchaus gute Dienste leisten. Es bietet sich an, das Papier zu bedrucken und später auf einen Karton zu kleben, damit eine stabile Postkarte entsteht.

Das Prinzip
24 Teilnehmer gestalten 24 graFische Postkarten und senden 23 davon am Tag X per Post an die anderen Teilnehmer des Projektes. So bekommen wir im Advent täglich schöne Post. Am Ende haben wir einen Schwarm, der unsere Wände, Kühlschränke und Fensterbänke besiedelt.

Projektdaten
Format: 23 x 12 cm im Querformat 
Technik: Gelatinedruck
Farben: Monochrome Palette von Magenta bis Bordeaux (s. Vorlage)
Material: ca 90 bis 120 g/qm Papier auf Karton
Umfang: 24 Postkarten
(nur Postkarte, nicht im Umschlag, Vorderseite: Druck,
Rückseite: Adresse, Briefmarke, dein Absender, dein Datum… ein paar nette Worte…)
Porto: 24 x 0,60 Euro
Genau genommen, darf die Karte in unserer Größe maximal 13 g wiegen, erfahrungsgemäß gehen Karten bin 20 g bei der Post durch.
Achtet auf das Gewicht eures Materials und macht ggf. einen Check bei eurer Postfiliale. Portokosten können sich durch Teilnehmer aus dem Ausland erhöhen.

Zeitrahmen
Anmeldung und Aufruf: 25.10. bis 31.10.2021
Listen verschicken bis: bis 7.11.2021
Start:. bis 24.12.2021

Inspirationen:

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