Blaue Wände: Sommerpost Finissage

Das wars mit dem blauen Sommer. Die erste Post-Kunst-Aktion in unserem neuen digitalen Zuhause ist abgeschlossen. Zeit für die Finissage. Für die Abschlussausstellung nehmen wir euch mit zu uns nach Hause. Leider liegen Geringswalde und Bergisch Gladbach über 500 km auseinander. Am Sonntag gab es bei Tabea eine echte Ausstellung im Haus, zu der ich leider nicht kommen konnte.

Wir kommunizieren fast nur über E-Mail und ein bischen über Whatsapp, ein fast täglicher Austausch über Projekte, Ideen und Privatkram. Ein Email-Ping-Pong, bei dem meist was Gutes herauskommt. So wollen wir heute auch den Abschluss der Sommerpostkunst gemeinsam schreiben und euch zeigen, wie es bei uns so läuft.

Tabea, zeig mal Bilder deiner Ausstellung!

Spontan. Eine kleine Post-Kunst-Werk Sonderausstellung konnte ich für Sonntag in unserer bestehenden Ausstellung integrieren. Es wurden zum »Tag des offenen Denkmals« Aquarelle aus dem Nachlass Eberhard Heinicker gezeigt. Dank meiner prallen Postkunstkisten waren die Vitrinen schnell gefüllt. Es hat Freude gemacht, die Themen der Aktionen zu drapieren.

Für mich eine wunderbare Vernissage-Finissage zum Ausklang der Sommerpost. Umzingelt von Werken der letzten Jahre, hängen die blauen Stoffläppchen in bester Gesellschaft.
 

Schön, dass du alles nochmal rausgekramt und herrlich beschriftet hast.
Was ist das da unten rechts denn für ein Bild? Das ist aber keine Postkunst?

Noch ein bisschen Kinderkunst von der Ausstellung davor. Der Zeitpunkt, wenn die kleinen Menschen noch nicht professionell alphabetisiert wurden, ist der beste für ganz große Kunst.
Liebe Michaela, was hast du denn so vor mit deiner Sommerpost?
Ach, Kinderkunst-Zeit, die schönste Zeit, genieß sie mit deinen noch Kleinen.

Die Sommerpost? Ein paar feine Sonnendrucke habe ich ins Wohnzimmer in Stickrahmen gehängt …

und mir eine passende Sonnendruck-Vase aus Snappap dazu gesonnendruckt. Auf dem Material funktioniert die Technik mit der verdünnten Seidenmalfarbe auch gut.
Der Großteil der Stoffe hängt noch im Arbeitszimmer an der großen Pinnwand, die dafür zu klein ist. In den langen Wintermonaten sollte ich mir daraus einen Sommerquilt nähen, oder ganz viele Bücher damit beziehen, oder jede Menge Taschen nähen. Mal sehen …
Ich weiß auch noch gar nicht, worum sich dieses Jahr die Adventspost drehen wird. Es gab schon Anfragen. Aber ich weiß, wir hecken wieder was schönes aus, nicht wahr, Tabea?
Aber nicht so öffentlich, und es dauert noch ein bischen.

Ja. Ich hab Ideen für den Advent! Ehrlich gesagt sogar was tolles für Frühling und Sommer und den nächsten Winter …

Gern können wir und könnt auch ihr die Linky-Listen nutzen, um Ergebnisse zu zeigen. Ihr könnt euch Zeit lassen, die Listen bleiben einfach dauergeöffnet. Vielleicht finde ich bei euch noch Inspirationen für meine Stöffchen. Ich bin schon glücklich, wenn sie Kante auf Kante in meinem Regal liegen. Ich werfe ihnen dann hin und wieder verliebte Blicke zu. So wie ich es mit den Fisch-Stoffen zu halten pflege.

Blaue Wiese im Wellengang

Der Sonnendruck-Sommer hat Halbzeit, die blaue Welle schwappt durchs Land. Mindestens vier Stöffchen sollten bei allen Teilnehmerinnen angekommen sein. Bei Tabea und mir kommt ja seltsamerweise immer viel mehr Post an. Vielen Lieben Dank, dass ihr euch auf dieses Experiment eingelassen habt.
Der Sommer zeigt sich in diesen Wochen ja nicht immer von seiner besten Seite, was die Sonnendruck-Experimente erschwert und sicher die eine oder andere Verspätung entschuldigt. Der Faktor Wetter spielt zum ersten Mal so eine entscheidende Rolle und auch das ist eine spannende Erfahrung. Überhaupt strotzen alle Berichte, die ihr in der stetig wachsenden Liste verlinkt habt von spannenden Erfahrungen mit den unterschiedlichen Techniken. Wir denken ja bei jeder Aktion, dass es sich nicht mehr steigern lässt und das nun die allerbeste von allen war, aber es wird jedes Mal nochmal besser, unglaublich.


Besonders schön sind immer die Geschichten hinter den Erfahrungen. Viele davon werden auf den Blogs erzählt, aber nicht alle Teilnehmerinnen sind Blogger. Andie ist ganz aktiv auf Instagram, hat aber keinen Blog. Deshalb hat sie ihrer Gruppe diesen analogen Blogbeitrag beigelegt, den wir hier mit ihrer Erlaubnis veröffentlichen. Ich habe so gelacht, als ich mir die Damen auf der blauen Wiese vorgestellt habe.

Andie macht so unglaublich feine Stempel (sogar unsere Sommerpost-Marke hat sie als Stempel geschnitzt) und mit der gleichen Hingabe hat sie sich der Sommerpost gewidmet. Aber lest einfach selber, was sie schreibt (jetzt nicht mehr ganz un-virtuell)…

Liebe Sommerpost-Gruppe-1-Damen,

nachdem ich ja keine Bloggerin bin, schicke ich Euch zum Sommerstöffchen quasi einen kleinen snailmail-Blogeintag mit. Ganz einmalig und vollständig un-virtuell.

Vom Thema Sonnendruck der diesjährigen Sommerpost war ich von Sekunde eins an begeistert – komplettes Neuland für mich, klang aber sehr spannend. Stoff hat’s reichlich im Hause, allerhand wasserlösliche Farben und Stoffdruckfarben sowieso und das Wetter war grad außer sonnig und heiß nur wolkenlos und noch heißer. Perfekte Bedingungen, so schien mir. Ich hab getestet. Und geschwitzt. Raus in den Garten, Tisch in die Wiese, damit die Terrasse nicht blau wird, rein ins Haus, Stoffe zurechtschneiden, Schablonen suchen, selber schneiden…
Stoffe schneiden war kein Problem, die hinterher blaue Wiese eigentlich auch nicht (hat nicht jeder!) und die ersten Versuche mit Sonnendruck und schon vorhandenen Schablonen überaus vielversprechend. Der Sog war da. Die Sucht im Rollen und die Ansteckungsgefahr groß. Die Nachbarinnen waren gegen Abend ganz aus dem Häuschen, bewunderten meine Stoffstückchen, die des hübschen Anblicks wegen auf der Leine quer durch den Garten hingen, hockten sich mit Prosecco auf meine blaue Wiese, tranken selbigen aus blauen Gläsern und blieben. Bis spät in die Nacht.

Dann waren Inkodye-Versuche dran. Und später auch noch Cyanotypie. Alles sehr interessant, alles nicht schlecht, aber mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Mal blau, mal richtig blau, mal weniger blau. Und bei der Cyanotypie auch mal fleckiges Blau. Schwierigkeit eins: Die Dauer der Belichtung. Es macht einen Mörderunterschied, ob es wolkenlos und 12 Uhr mittags ist, oder schon 16.35 Uhr und sich vielleicht ein Wölkchen zwischen Sonne und Stoff schiebt. Schwierigkeit zwei: Das geeignete „Dings“ zum Auflegen auf den Stoff. Pflanzendrucke funktionieren fast mit Erfolgsgarantie – mein Favorit ist der Farn vom Nachbarn. Der liegt flach auf – also der Farn, nicht der Nachbar – bedeckt den Stoff vernünftig, hält das Licht ab und gut isses. Je mehr die Pflanze in die dritte Dimension geht, desto unsicherer wird das Ergebnis. Merke: Wassermelone taugt nicht!
Auch mit Folien hab ich gehadert. 25 mal 25 Zentimeter kann ich mit meinem Drucker nicht bedienen, also habe ich aus meinen geschnitzten Stempelchen ein Mandala auf ein großes Stück Folie gestempelt. Aber die Stempelfarbe (schwarze Rangers Archival Ink) ließ zu viel Licht durch, ein enttäuschendes Ergebnis. Ich hatte doch etwas knackig Blaues mit weißem Muster erwartet. Das Ergebnis war eher dunkelblau mit nicht ganz so dunkelblauem Mandala. Da muss man schon sehr genau hinsehen, wenn man da was erkennen will. Kurioserweise wird das Mandala wieder besser sichtbar, wenn der Stoff nass ist. Ich hab das mehrmals getestet mittlerweile, sobald der Stoff trocknet, ist das Muster fast unsichtbar und nass kann man es ganz gut erkennen. Irgendwie mysteriös und eventuell hab ich da eine Knallergeheimschriftmethode entdeckt. Sollte jemand von Euch dieses chemische Geheimnis erklären können, bitte gerne. Lasst es mich wissen. Ich wär sehr gespannt.
Kurzum – mit Inkodye und Cyanotypie brauche ich noch mehr Versuche und experimentelle Erfahrungswerte. Für mich fast interessanter waren meine Sonnendruckereien. Ich habe mich langsam an einen Mehrfach-Sonnendruck herangearbeitet. Viel Wasser, wenig Pigmente – in mehreren Arbeitsgängen. Die Wellen und Blumen sind selbstgeschnittene Schablonen. Und dann Schicht für Schicht. Erster Wellengang, bügeln und fixieren, zweiter Wellengang, bügeln und fixieren… zum Schluss die Blumenschablone.

Jeder Stoff ist ein bissl anders geworden, mal mehr blau, mal mehr türkis –
ich hoffe, Ihr mögt, was ich Euch schicke. Ich hatte jedenfalls eine große Freude beim Gestalten.
Meine Wiese ist noch immer blau. Und noch immer schaut jemand zur blauen Stunde auf der blauen Wiese auf ein Gläschen Prosecco vorbei…

Kippis, die Damen und einen schönen Sommer für Euch!

Andie

Und das hier ist Andies Stoff in der ganzen Pracht:

Allen, die noch an ihren Sonnendrucken arbeiten wünsche ich sonnige August-Tage und wunderschöne blaue Stoffe!
Michaela

Blaues Sonnendruckbuch

Blaues Sommerbuch ©Müllerin Art

Habt ihr schon blau gemacht?  Die Listen eurer Gruppen habt ihr ja mittlerweile erhalten und die Gewinner haben ihre Materialien bekommen. In der Linkliste sammeln sich die ersten Erfahrungsberichte, während sich die Sonne in den letzten Tagen rar gemacht hat.
Mein Cyanotypie-Set liegt noch unangetastet hier. Ich glaube auch kaum, dass ich vor dem Urlaub erste Versuche starten kann. Dafür habe ich aber meine ersten Sunprint-Stoffe schon weiterverarbeitet, einfach nur, um zu zeigen, was aus den Stoffen auch entstehen könnte, wenn ihr nicht nähen wollt.

Blaues Sommerbuch ©Müllerin Art Entstanden ist ein kleines blaues Büchlein in koptischer Bindung. Dafür habe ich zwei Stoffstücke auf dünnes Papier aufgezogen und damit die Pappen bezogen und von der Innenseite mit einem blumigen Papier kaschiert.

Blaues Sommerbuch ©Müllerin Art Sechs Lagen, jeweils mit einem blauen oder gemusterten Bogen außen, mit koptischer Bindung zusammengefasst. Der offene Rücken gibt den Blick frei auf die blauen Lagen. Diejenigen, die im letzten Jahr die Paradies-Sommerpost mitgemacht haben, wissen natürlich, wie diese Bindung funktioniert. Letztes Jahr hatten wir dazu auch einige Links zusammen getragen.

Blaues Sommerbuch ©Müllerin Art

Auch ein Stück Stoff habe ich anstelle eines Papiers mit eingeheftet, das gibt einen Überraschungseffekt und eine schöne Verbindung von Stoff und Papier.

Blaues Sommerbuch ©Müllerin Art

Das Büchlein könnte ich nun gut nutzen, um meine Sonnendruck-Ideen zu sammeln, ich selber weiß nämlich noch gar nicht, welche Muster oder Motive ich mit Hilfe der Sonne auf Stoff bringen will
Und ihr, wie weit seid ihr mit euren Sonnendruck-Vorbereitungen?

Ich wünsche euch viele blaue und sonnige Ideen
Michaela

Sommerstart!

Der blaue Sommer kann losgehen. 65 Frauen haben sich angemeldet, das ergibt 8 Gruppen, eine davon mit 9 Teilnehmerinnen. Die Listen sind geschrieben, die Gewinner ausgelost. Schaut in eure Mail-Postkästen, eure persönliche Adresslisten sind verschickt. Und dann ist auch bald was schönes blaues im echten Postkasten!

Die ersten Versuche sind schon in der Linkliste zu sehen. Schön, wie mit der einfachen Sonnendrucktechnik experimentiert wird. Für die etwas Anspruchsvolleren gibt es Cyanotypie

und Inkodye. Wir haben diese Techniken selber auch noch gar nicht ausprobiert, deshalb können wir heute nur die etwas schmucklosen Plastikflaschen zeigen. Aber jetzt geht es ja los und wir sind alle hochmotiviert, bestimmt besonders die Gewinner:

Herzlichen Glückwunsch an Liliane und Corinna, die das Blueprint-Set von Jeromin gewonnen haben,

 

und an Katina, Karen und Annette, die je ein Fläschchen Inkodye bekommen!

Macht was tolles damit.