Über Schrift und Adressen – Brush Lettering Ausflug

Der schöne Brief ist wieder aktiv. Er klopft an unsere Briefkästen und verbreitet gute Laune. Bei mir schmückt er den Schreibtisch und macht meine Wand BLAU. Dankeschön! Die Sommerpost gesellt sich zum Rest meiner Postkunstgehänge. Ich hoffe, ihr seid guter Dinge und habt ebenso Freude an der Kunstwurfsendung.


»kugel pflaster kugel« von mano, »Sommer Kalligraphie« von Moni, »Druckfische« von Michaela,
»Hand Art« von Katrin, »Octopus« von Swig

»Sommerpost« von Silke, »Druckfisch« von Andiva, »Briefumschlag« von Annette
»Sommerpost« von Martina, »Druckkarte« von Silke, »Tubengeheimnis« von mano
»Enjoy« von Eva, »Mandala« von Martina, »Fischpost« von Marja, »Hündchen« von Selma, »Mail-Art« von Moni
Es landen nicht nur eure Postkünste an meinen Wänden, sondern mitunter auch Briefumschläge und Beikarten. Da ich mich über die positive Entwicklung eurer Handschriften zur Gestaltung der Adressen auf den Briefumschlägen sehr freue, hab ich heute was für euch. Ein paar Gedanken und ABC-Inspirationen zum Tintenschweifen, Tuschetreiben, Schwungwörteln und Buchstabenziehen.
Eure Briefumschläge sind bestempelt, bedruckt und mit Schönschrift versehen. Briefmarkencharme, feine Papiere und Farben … ein Gesamtkunstwerk.

Das spricht mich sehr an ;o)
Postkarte von Angelika

Handschrift, Schreiben, Schönschrift. »Schönschrift« klingt für manche nach Schule. Nach verklecksten Heftseiten, eingefärbten Fingern und Pein. Früher hätte man nun auch die »Kalligraphie« erwähnt, denn wer es besonders gut meinte mit der Handschrift, griff zu Feder und Tintenfass. Mach ich sehr gern – geht natürlich auch heute noch prima. Hat einen klassischen Charme und wirkt auf manche etwas eingestaubt. Klassisch lasse ich gelten.

Handschriftentechnisch war in Sache Neuerung lange Pause – Kalligraphie begegnet man im Alltag eher selten und in den Schulen möchte man die verbundene Schreibschrift am liebsten gleich abschaffen. Oder schön wärs: soll ich mutig sagen »mochte«. Denn da kommt die Rettung vorbei »Brush Lettering« ist in aller Munde, schön und modern gestaltete Handschrift per Pinsel.

Da wünsche ich mir von Herzen, dass sich die in Mode geratenen Buchstaben halten. Nicht lange, sondern für immer. Vom Wühltisch würde ich sie dann zwar retten und in all meine Schubladen und Regale verstauen – aber viel lieber sehe ich sie in den Herzen der Menschen und auf ihren Briefen und Drucksachen. Bitte auch in den Schulheften.

Noch vor einiger Zeit suchte ich Pinsel- und Plakatschriften-Alphabete verzweifelt in verstaubten alten Typobüchern. Ich hätte mir die ABCs gern »beigebracht« – per Pinsel. Und jetzt sieht man sie auf nahezu jeder Drucksache, auf jeder Homepage und sogar mein Rechner ist voll von ihnen. Wir leben in einer gesättigten Brush-Lettering-Lösung. Also zack! Alphabete wieder raus aus dem Rechner:

Schöne Brush-Filzer gibt es mittlerweile von vielen Anbietern. Ich bevorzuge die wasserfesten Sorten. Für die Beschriftung von Briefen und Marmeladengläsern vorteilhaft. Außerdem benutze ich sie eher sparsam, wenn eben keine Zeit ist, um den Farbkasten vorzukramen. Natürlich auch praktisch für unterwegs. Aquarell-Filzstifte erschließen sich mir nicht. Ich investiere lieber in Horadam. Die Filzer sind nämlich ganz schön preisintensiv und dafür auch schnell verbraucht. Dies sind freilich persönliche Erfahrungen.
Am liebsten schreibe ich mit wasserfesten Flüssigkeiten in meinen Lieblingsfarben. Die bedeutendsten Pinsel in meiner Sammlung sind die borstigen – für Spezialeffekte. Bei den Farben lohnt es sich, auf die kleinen Symbole zu achten, die auf der Farbkarte vermerkt sind. So könnt ihr bewusst wählen, ob die Farbe eher deckend oder lasierend sein soll. Ist euch Lichtechtheit wichtig? Die Ecoline Farben liebe ich, jedoch sind diese leider nicht besonders lichtbeständig. Für Kunstwerke hinter Glas also eher nicht das richtige. Für den Alltag im Skizzenbuch und im Brief jedoch absolut in Ordnung.
Tusche ist natürlich meine Basis. Olle Pinsel und eine schlichte Feder reichen mir als Werkzeug. Meine Federn kaufte ich vor 30 Jahren auf einem Flohmarkt und sie werden für den Rest meines Lebens halten. Ein Glücksgriff. – Alte Pinsel hinterlassen schöne Spuren am Staben. Ist nun nicht jederfraus Arbeitsweise, ich mag es aus dem Bauch heraus und eher ohne Pingelei. Mit der bin ich durch. Wenngleich es für den Anfang von Vorteil ist, es sorgfältig angehen zu lassen. Hab ich auch. Damals. Ihr findet euren eigenen Weg.
Einkaufen muss man zum Schönschreiben nicht unbedingt. Im Grunde eignet sich auch jede Art von Wasserfarbe, sowohl für Pinsel als auch für die Feder. – Oben links seht ihr mein Schnäppchen, eine »SOENNECKEN SÜTTERLIN-FEDER Kiste. Für mich die perfekte Feder. – Wassertankpinsel sind voll IN. Ehrlich gesagt konnte ich noch keine Technik dafür entwickeln. Kommt vielleicht noch. Wobei es ja praktisch anmutet, ein chronisch gewässerter Pinsel. Vielleicht was für unterwegs?

Meine erste Brush-Lettering-ABC-Vorlage seht ihr auf dem ersten Foto: Classy & Chic. Sie lag immer ansehnlich auf meinem Schreibtisch. Für erste Übungen sind die Filzstifte gut geeignet, da sie leichter zu bändigen sind als Pinsel. Hier arbeiten wir mit Druck. Wer gut im Zeichnen ist, ist im Vorteil. Denn auf den Duktus kommt es an, zarte Linien und satte Linien im Wechsel. Die Verbindungen zwischen dick und dünn können herausfordern.

Wer sich längere Texte noch nicht zutraut, kann auch mit schönen Initialen beginnen. Anfangs ist es sinnvoll, den Charakter der Schrift genau treffen zu wollen. Versucht, die Besonderheiten einer Schrift herauszufinden und ahmt sie nach. Denn dadurch entsteht dann das typische Schriftbild. Ähnlich wie beim Mustern, kommt es hier darauf an, die Merkmale des einen Buchstaben zu wiederholen.

Hier (PDF, 611 KW) habe ich euch (auf einer Seite) eine kleine Sammlung an Brush Lettering ABCs zusammengestellt. Wer mag, kann sie sich herunterladen, ausdrucken und loslegen. Natürlich könnt ihr unter dem Begriff »Brush Lettering ABC« auch selber im Internet auf die Suche gehen. Die meisten der Pinselschriften für den Computer sind nicht besonders ausgefeilt und verfügen nur über einen Schriftschnitt. Vielen fehlen Sonderzeichen, Zahlen oder Umlaute. Von der schönen Handschrift kann uns das nicht abhalten, wir denken uns das eine oder andere einfach dazu. Gell!

Viel Freude wünscht euch . Tabea
KLICK auf Bild führt euch zum DOWNLOAD PDF (611 KB)

Sommerpost 2017

 

Aufruf Sommerpost • NEU: Online-Anmeldung • Verlosung

Sonnendruck, das ist das Thema unserer diesjährigen Sommerpost. Passend zur warmen Jahreszeit wählen wir eine neue Technik, wir möchten euch herauslocken ans Licht. Lasst uns Wärme und Sonne einladen, Stoffe zu gestalten.

Es gibt unterschiedliche Verfahren mit Hilfe von Sonne und Wärme, Muster und Motive auf Stoff zu bannen: Cyanotypie ist eine fotografische Edeldrucktechnik. Mit ihr können wunderbare Abbilder und Muster in einem typischen Cyanblau auf Stoff gebannt werden. Einladen möchten wir euch aber auch zu einfacheren Varianten ohne Chemie, nur mit handelsüblicher Seidenmalfarbe, wie z.B. dem sogenannten Sunprint. Oder wie wäre es mit Inkodye, einer lichtempfindlichen Farbe?
Findet eigene Lösungen und experimentiert herum. Unten haben wir euch wieder einige Ispirationsquellen bereitgestellt. … Und eine Verlosung von tollen Materialien!

Wir sind gespannt auf eure vielfältigen Ideen und Ergebnisse. Muster klein- und großteilig, Strukuren abstrakt und figürlich, Bilder gezeichnet und fotografiert, … das Spektrum dieser Technik ist groß. Einige Techniken sind zwar auch in anderen Farben möglich, aber damit alles schön zusammenpasst, machen wir diesen Sommer nur Blau! Am Ende halten wir eine kleine, sehr individuelle Stoffkollektionen in den Händen, die vielfältig eingesetzt werden kann. Wir sind gespannt, was ihr daraus macht!

Bevor du dich anmeldest, lese doch bitte unsere Post-Philosophie durch. Und ganz wichtig: Achte auf deine Gesundheit beim Hantieren mit Chemie. Nicht nur für Anfänger empfehlen wir, fertige Sets zu verwenden.

Auf einen sonnigen blauen Sommer mit Euch,

freuen sich Michaela und Tabea

Das Prinzip
8 Teilnehmer gestalten 8 Sonnendrucke und senden 7 davon am Tag X per Post an die anderen Teilnehmer des Projektes. So bekommen wir in der Sommerzeit wöchentlich schöne Post.

Projektdaten
Format: 250 x 250 mm (Layer Cake)
Technik: Sonnendruck in Blau
Material: Baumwollstoff
Umfang: 8 Exemplare
Porto: Brief bis 50 Gramm; 7 x 85 Cent = 5,95 Euro

(kann sich durch Teilnehmer aus dem Ausland erhöhen)


Zeitrahmen
Versenden der Listen: bis 2. Juli 2017
Projektdauer: 19. Juni bis 10. September 2017

Anmeldung
Per Mail: 19. bis 25. Juni 2017
Die Anmeldung ist abgeschlossen!


Zubehör
Post-Philosophie
Unser nagelneues Pinterest Board
»Anleitung für den Sonnendruck« Kunstdrucke und Textildruck
»Cyanotypie: Achtung Ansteckungsgefahr« Kristina Schaper
»Den preußischen Himmel einfangen« Nahtzugabe
»Chemiefrei« Lynda Heines
»Make It 44« Design Love Fest
»Cyanotype« Christina McFall (YouTube)
»Inkodye« machwerk
»Tipps zu Inkodye« rundherum
»Per Folie« frifris
»Per Negativ« How About Orange
»Tipps, Tricks, Anleitungen« Wolfgang Autenrieth
»Rosen.Sonnendruck« Müllerin Art

Verlosung
Unter allen Teilnehmerinnen der Sommerpost 2017 verlosen wir:

2 x Blue-Print-Sets aus dem Hause Jeromin. 
(Für alle Sommerpost-Teilnehmerinnen gibt es im Jeromin-Shop das Set zum Sonderpreis von 12,-€)

und

3 x Inkodye Blau (ca. 240 ml), das uns freundlicherweise von www.patchworkshop.de zur Verfügung gestellt wurde.

Buttons zum Mitnehmen:

 

 

Herzlich Willkommen!

Hallo im neuen Blog! Herzlich Willkommen Freunde des schönen Briefes! Jahrelang saß die Postkunst auf zwei Stühlen. Das war sehr bequem und es war eine wunderbare Erfahrung. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen fürs dabei sein, fürs kreativ sein, fürs mitwachsen. Sind die Zahlen da oben nicht unglaublich? 11.273 mal reiste, bis Ende 2016, Kunst per Post durch die Lande und darüber hinaus.
Nun haben wir eine Weile gesammelt, konzeptet und gestaltet und der Postkunst ein eigenes Werk eingerichtet. Wir wünschen uns frohes Weiterwerkeln und viel Freude an immer neuen Postkunstprojekten. Es macht uns einfach viel Spaß an der Idee, uns mit so vielen kreativen und interessanten Damen zu vernetzen, weiterzuarbeiten. Wir möchten die eine und andere Rubrik noch einführen und uns darauf einlassen was kommt. Wir schwelgen nahezu in all den Möglichkeiten …
Ihr könnt uns unterstützen, in dem ihr einfach weiter dabei seid. Wir haben lange darüber nachgedacht, wie sich unser Projekt tragen kann, auch finanziell. Den Stein der Weisen haben wir noch nicht entdeckt und legen heute einfach los.

Worüber wir uns sehr freuen würden: bitte nehmt das Post-Kunst-Werk in eure Blogrollen auf.