Sommerpost-Finissage

Heft an Heft – So viel wunderschöne Post!

Das Ende des Sommers möchten wir selbstverständlich nicht einläuten. Und die Sommerpost ist zwar abgeschlossen und flattert nicht mehr in unseren Briefkästen herum, … jedoch für unsere Hefte, geht das kreative Leben jetzt erst mal so richtig los. Oder?

Michaela: Ich habe nichts dagegen, dass der Sommer vorbei ist. Wenn es jetzt noch schöne Herbsttage gibt, darf es ruhig kuschelig und kreativ werden. Die ganzen Sommer-Impressionen müssen ja verarbeitet werden.

Wir konnten viele neue Vogelarten entdecken

Tabea: Meine erste Version des Gummibandbuches war ein voller Erfolg. Die meisten von euch haben mein Ostseereisebuch auf Instagram schon gesehen. Als ich es gebunden habe, befand ich mich im Material- und Werkzeugparadies bei Michaela. Und weil bei mir im Atelier die Bedingungen für die Entstehung eines Gummibandbuches wenig günstig sind, träume ich noch davon. Jedoch ein paar Hefte sind bereits ausgewählt. Und da ich eine puristische Veranlagung habe, überlege ich gerade, wie ich mir so ein Teil mit sehr einfachen Mitteln gestalten kann.

Mit »Gummibandbuch auf Probe« an der Ostsee

Michaela: Das Schöne am Gummiband-Buch ist, dass du es mit unterschiedlichsten Materialien herstellen kannst. Dein Sommerbuch mit festem Pappdeckel und Leinenrücken, das wir in meinem Studio gebunden haben, war schon die aufwändigere Variante. Es geht auch einfacher, aus Filz oder aus Leder.

Tabea: Ich finde das nun interessant und muss auf der Stelle loslegen – mal sehen wie es klappt mit dem, was ich hier habe:

Spontan im Atelier gefunden: Korallenrotes Gummiband (frisch per Post eingetroffen) von Maike. Ein Probestück SnapPap von Michaela, leider zu klein für den Rücken. Daher noch Leder zur Ergänzung. Und Karton bereits grundiert.
SnapPap gestückelt aufs Leder (12 x 22 cm) geklebt und Karton auf 15 x 22 cm zurechgeschnitten
Schön biegsam und stabil
4 cm vom Leder an die Pappen geleimt, ergibt einen Rücken von 4 cm Breite. Das ging jetzt aber verdächtig schnell.
Dieses tolle Stanzwerkzeug habe ich heute eingeweiht, es ist auch ein Geschenk von der lieben Maike (oh Danke!!!) Die Löcher wirken sehr stabil, ausfransen kann nichts, keine Metallösen nötig.

Michaela: Das ist ja ein cooles Teil, das habe ich nicht im meinem Studio-Paradies!

Gummiband reingezurrt und per Hand verknotet, drei Hefte und einen schönen Umschlag eingespannt. Juchu – fertig! Kein Nähen, Ösen und Nieten.
Oh wie schön!
Ich bräuchte 10 Stück davon, um alle tollen Hefte unterzubringen.

Tabea: Ich fühle mich nun komplett, denn nein: 9 Stück werde ich mir nicht zusätzlich binden. Aber vielleicht eins, zwei, drei … Was meinst Michaela?

Michaela: Ja, mach noch welche! Geht doch flott. Ich wollte noch zeigen, wie man mehr als zwei Hefte in einen Umschlag einhängen kann, ohne zusätzliche Löcher. Du hast das auch gemacht, sehe ich beim genauen Hinschauen. Das geht ganz einfach, indem man je zwei Hefte mit einem zusätzlichen Gummiband verbindet und dann erst in das Gummiband im Umschlag einhängt …

Das Fotografieren ist nicht so einfach, weil ich das Gummiband auseinanderziehen musste.

und dann noch zwei und noch zwei … natürlich muss der Rücken dann dementsprechend breit sein und es ist auch schöner, wenn die Deckel etwas länger sind, damit die Hefte vorne nicht herausgucken.

Tabea: Ja das stimmt, die Maße nicht zu knapp berechnen. Mit meinen Maßen kam ich sehr gut hin. Außer bei der Höhe würde ich vielleicht 2 mm mehr nehmen, da ja die gestanzten Löcher sehr weit am Rand sitzen. Ich habe das zusätzliche Gummiband nicht um ein Heft geschlungen, sondern nur um die Gummibänder (oben und unten, links und rechts) der anderen Hefte herumgewickelt und gleich wieder zurückgeschlauft, so konnte ich Platz für zwei weitere Hefte schaffen. Ich habe mich jedoch für nur 3 Hefte entschieden und das 4. Gummi mit einem schönen Briefumschlag aus der Frühlingspost versehen. Der Rücken wäre tatsächlich zu schmal gewesen für 4 Hefte.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmerinnen der Sommerpost! Ihr habt es, wie immer, so kreativ und liebevoll belebt! Nun könnt ihr den Herbst genießen und wenn ihr mögt, sehen wir uns, wenn alle Blätter von den Bäumen gefallen sind, zur Adventskalenderpost.

Die Sommerpost-Liste

Die Sommerpost-Adressen-Listen sind verschickt, die Vögel können losfliegen! In diesem Sommer machen 128 Brieffreundinnen und unser Quotenmann in 18 Gruppen mit und werden über sieben Wochen (zwei Gruppen über acht Wochen) Brieffreude verschicken.

Noch einmal für alle Neulinge: Vor deinem Namen steht die Kalenderwoche, in der deine Post bei den anderen Teilnehmerinnen ankommen soll. Du verschickst alle Hefte auf einmal, behälst ein Heft für dich und bekommst Woche für Woche Post von den anderen deiner Gruppe.

Alles klar? Dann zeig mal, was du schon gemacht hast, hier in dieser Sammel-Liste und gerne auf Instagram unter #sommerpost2019
aber denkt nochmal daran: Fotos von Briefumschlägen mit lesbaren Adressen dürfen nicht auf Social-Media-Kanälen gepostet werden.

You are invited to the Inlinkz link party!

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Anmeldung zur Sommerpost 2019

Die Anmeldung ist abgeschlossen. Wir sortieren jetzt die Listen und dann kann es losgehen!

Der Sommer ist da! Endlich ist es wieder warm, wir laufen leichtfüßig zwischen all dem satten Grün herum und können die ersten Früchte genießen. Die Lebensgeister sind geweckt! Was haben wir vor? Lasst uns kreativ sein! Wohin mit all den Ideen und schönen Erlebnissen?

Sommer-Journal

Ein Gummiband-Buch für deine Sommer-Momente

Man kennt sie als Travellers Notebook, als Kreativbuch oder als Fauxdori. Es sind Buchhüllen mit eingebauten Gummibändern, in die austauschbare Hefte eingehängt werden können. Die Cover können aus Leder, textilen Materialien oder auch aus festen Karton sein. Wie nennen sie Gummiband-Buch. Wichtig ist die Füllung, die ist in diesem Jahr unsere Sommer-Post:

Gemeinsam gestalten wir kreative Blanko-Hefte, die wir flexibel in unser eigenes Cover einhängen können. Praktisch zum Austauschen und Ergänzen! Perfekt zum Einfangen all der schönen Erlebnisse, die uns in diesem Sommer begegnen.

6 Hefte im Format DIN A5 gehen auf die Postreise, während du eins für dich behältst. Woche für Woche bekommst du ein Heft von einer Postkünstlerin zugeschickt, sodass du schon bald deine Kreativität in deinem Travellers Notebook, Kreativbuch oder Künstlerbuch einfangen kannst. Am Ende der Aktion hast du 7 Hefte  erhalten. Das Gummiband-Buch, in das du diese Hefte einklemmen kannst, gestaltest du für dich selbst. Dazu unten mehr.

Die Blanko-Heft bestehen aus 5 Bögen + Umschlag, die in einer Lage gebunden werden. Blättern kannst du dann durch 20 Innenseiten pro Heft. Das Material ist frei: Stoff, Papiersorten, Vintage- und Collagenmaterial … sei vielfältig und gern exotisch. Gestalte die Lagen so, dass sie zum Weitermachen und Ergänzen einladen. Finde die Balance zwischen der eigenen Gestaltung und dem Freiraum, die ein Journal braucht, damit die Ideen der anderen einziehen können. Es bietet sich an, den Umschlag des Heftes besonders schön zu gestalten. Hier geben wir euch ein Motiv-Thema zur Hand:


Vögel dürfen flattern, fliegen, brüten und gackern!


Der Schwerpunkt liegt, wie immer bei unseren Post-Kunst-Projekten, auf dem Entwickeln eigener Ideen für Stempel, Muster, Figuren und Farbzusammenstellungen. Verzichte bitte auf fertige und gekaufte Vorlagen. Lies dir gern noch mal unsere Philosophie durch! Selbstverständlich kannst du, wenn du Collagieren möchtest, Vintagematerial verwenden. Dieses Projekt eignet sich sehr gut, um Schnipsel aus vorherigen Aktionen zu verwerten oder die Lieblingstechnik frei anzuwenden, zu vertiefen oder neu zu entdecken.

Wir möchten es uns zur Gewohnheit machen, Bonusmaterial herzlich willkommen zu heißen. Wer Lust, Zeit und schöne Ideen hat, kann sich in Sache Brieffreundschaft austoben und Extras mit in die Briefe packen. Schau in unsere Inspirationsliste, es gibt viele Möglichkeiten Täschchen, Umschläge, Laschen und Co in unser Gummiband-Buch einzuhängen.

Eure Ergebnisse sammeln wir, wie gewohnt, in einer Link-Liste und auf Instagram wird es wieder einen regen Ausstausch geben. Wir freuen uns darauf!


Das Prinzip
7 Teilnehmerinnen gestalten 7 Hefte und senden 6 davon an Tag x per Post an die Teilnehmerinnen ihrer Liste. Die Liste versenden wir per Mail an dich. Vor deinem Namen auf der Liste steht die Woche, in der deine Post bei allen anderen ankommen sollte. Du verschickst deine 6 Briefe also gleichzeitig und achtest darauf, dass sie noch in »deiner« Woche bei den anderen landen. Im Gegenzug erhälst du 6 Wochen lang schöne Post von deinen »Kolleginnen«.

Projektdaten
Format: ca. DIN A5 Hochformat (leichte Abweichungen durch Beschneiden sind nicht schlimm)
Technik, Farbe, Material: frei
Umfang: 7 Stück
Heft: 1 Lage gebunden aus 5 Bögen, also 20 Seiten, + Umschlag
Motiv: Vogel
Bonus: gern
Porto: 6 x 1,55 Euro
(je nach Aufwand, kann sich durch Teilnehmer aus dem Ausland erhöhen)

Zeitrahmen
Anmeldung: 24. bis 30. Juni 2019
Listen verschicken bis: 7. Juli 2019
Start: 22. Juli 2019

Anmeldung
Unser Anmeldetool sortiert die Teilnehmerinnen nach dem Zeitpunkt der Anmeldung chronologisch. Leider können wir terminliche Sonderwünsche nicht berücksichtigen. Bitte frag uns nicht, ob wir dich umsortieren können. Melde dich an, warte auf deine Liste und tausche gegebenenfalls mit Teilnehmerinnen in deiner Gruppe. Dies klappt wunderbar! Wenn du merkst, dass du deinen Termin nicht einhalten kannst, informiere bitte ebenso deine Gruppe, ihr könnt tauschen und euch unterstützen.

Inspiration
Unser Pinterestboard
Rachel Hazell • The Travelling Bookbinder • Instagram
live it love it make it • Anleitung Fauxdori • Blog
Mnemori • Instagram
#junkjournal • Instagram
Mia Vibes • Journaling • Instagram
Sophie Decort • Books & Journals • Instagram
Birds Magazine • Instagram
Birgit Farmer • Viele Vögel • Instagram
Reisebuch-Ideen • archzine.com
Travellers Notebook aus Leder Anleitung • You Tube
DIY Midori Style Travelers Notebook • You Tube
How to Add 5 Inserts Into a „Midori,“ • You Tube

Frühlingspost-Finissage

Finissage, das klingt nach Abschluss und Ende, dabei ist uns viel eher nach: »Herzlich willkommen!« oder: »Leg los!« oder nach: »Schreib mal wieder!« Denn dies strahlt unsere Frühlingspost aus! Wie wäre es, wir verschicken ein paar liebevoll gestaltetet Briefsets an gute Freunde oder an die Familie? Die Kärtchen, Umschläge und Etiketten sehen so einladend aus und sind noch unbeschrieben. Finissage bedeutet in diesem Frühling also nicht, dass Ruhe in den Briefkästen einkehrt.

Tabea: Da mir die Winterpost so gut gefallen hat, durfte sie sehr lange auf dem Fensterbrett liegen bleiben. Doch eines Tages, bei Sonnenschein, fand der Wechsel von Schwarz zu Pastell statt. Was für ein Kontrast! Anfangs dachte ich noch, es könnte mir gelingen, die wunderschönen Briefumschläge und Karten einlagig abzulegen. Brief um Brief trudelte ein, ich öffnete sie staunend und stand dann vor der langen Fensterbank und habe überlegt, welches Kunststück nun welches Kunststück überlagern darf. Mittlerweile wölbt sich in einem Farb- und Musterrausch die liebliche Post und bildet Hügel, Haufen und Stapel. Und bei dir? Wie ging es an deiner Magnetwand zu?

Michaela: Nix Magnetwand, die hat auch mal Alltagsdienst und muss in diesem Frühjahr Büchereifristzettel, Arzttermine, Kalender, Einladungskarten, Fische und einfach nur private Post tragen. Außerdem wären die dicken Umschlagspäckchen zu schwer für die Wand. Ich habe mir im Wohnzimmer einen Frühlingspost-Altar eingerichtet. Als Hintergrund dient an der Wand ein tolles nepalesisches Blumenpapier in Frühlingsfarben, alles andere kam nach und nach dazu, zum Beispiel die Wimpelkette! Aber ich muss zugeben, dass ich einige Postpäckchen noch gar nicht richtig auseinander gerissen habe. Die viele Post sammelt sich einfach in der Schachtel, die schon viel zu voll ist.

Tabea: »Altar« ist gut! Und toll, wie manche mit dem »Bonus« gespielt haben! Es gab viele Extras in Form von Kärtchen, Etiketten, Stanzereien, Aufklebern, Lesezeichen und Anhängern. Es wurde verziert, gestempelt und gestanzt. Im Grunde waren das Liebesbriefe. Ich würde sagen, unser Thema »Brieffreundschaft« ist wunderbar aufgegangen! Vielen Dank allen, die sich so auf das Thema eingelassen haben! Ich habe noch nicht entschieden, welche Sets bei mir bleiben und von welchen ich mich trennen kann …

Ein wunderschönes Gesamtwerk von Heike @buntewerkelei

Michaela: Oh, der Bleistift! Den habe ich nicht bekommen. Dafür einen Magneten und ein Briefmarken-Sammelbuch. Ja, das ist echte Brieffreundschaft und wird hoffentlich den Briefstrom nicht mehr abreißen lassen. Ganz entzückt war ich auch von diesen ausgewöhnlichen Briefumschlägen innen und außen:

Umschlag-Variationen von Katharina Kucharek @katharinakucharek
Umschlag-Variationen von Katharina @katharinakucharek

Tabea: Ja, diese Umschläge sind mir auch aufgefallen. Es gibt viele schöne Ideen, denen ich gern nachgehen möchte. Immer wieder interessant, wie aus der Grundidee, bestehend aus Technik und Farbe, so viele unterschiedliche Dinge entstehen können. Allein die Kleisterei! Beim Kleistern musste ich mich sehr konzentrieren, denn schnell wurde klar, wie viel Potenzial diese Technik hat. Um mich nicht zu verzetteln, habe ich mich – nach einigen Experimenten – auf das Wesentliche konzentriert: Pastell und Läusekamm. Manchmal gab es einen Ausrutscher in Schwarz, auch hatte ich plötzlich eine Version in Magenta vor mir liegen und ich fragte mich, wie wäre es wohl, wenn ich Weiß auf Eierschalen-Weiß teste? Selbstauferlegt brauchte ich jedoch eine Menge Papier in Pastell und dachte mir, das gelingt mir nur, wenn ich mir zwischendurch auf die Finger klopfe und alle Versuche (jenseits der Projekt-Palette) auf später verlege. Am Ende hatte ich dann gerade so viele Bögen, dass ich genau 9 Sets zusammenbekommen habe.

Michaela: Meinen Kleisterprozeß habe ich ja schon in meinem Blogpost beschrieben. Meine Papiervorräte reichten auch so gerade eben. Ein paar einzelne Umschläge und Karten aus meiner Produktion sind noch da, die verschicke ich nach und nach. Eine Karte aus dem nun großen Brieffundus habe ich auch schon als Geburtstagskarte verschickt. Aber ich als notorische Selbermacherin stecke jetzt in einem Dillema. Irgendwie habe ich immer den Anspruch, meine Post selbst zu gestalten. Und jetzt habe ich eine Kiste voll mit tollen Karten und Umschlägen der anderen. Wenn ich die nun verschicke, denken dann meine Adressaten, die Karte hätte ich gemacht? Also schreibe ich am besten immer einen Abschnitt dazu, der die Postkunst erklärt. Wir sollten uns ein Post-Kunst-Label ausdenken, das wir dann darauf kleben: „Diese Karte ist im Rahmen der Frühlingspost-Aktion 2019 von XXX entstanden“, oder so ähnlich. Was meinst du dazu?

Tabea: Daran habe ich auch schon gedacht. Bei mir ist es ähnlich, wenn ich private Post verschicke, verwende ich schon seit Jahren nur eigene Gestaltungen. Würde ich diese wunderschönen Post-Kunst-Werke verschicken, wäre ein Info-Zettelchen sehr hilfreich. Lass uns ein Label gestalten!

Michaela: Das machen wir, wenn wir nächste Woche an einem Tisch sitzen!


Wir melden uns schon bald mit einem 100%-Vollformat-Sommer-Post-Teaser per Newsletter bei unseren Unterstützerinnen.
Bleibt dran, es geht ganz bald weiter!
Und sind sehr gespannt auf eine neue Runde!

Bis dahin in aller Frische:

Tabea und Michaela

Willkommen im Frühling

Tabea: Der Holunder hat ausgetrieben! Unfassbar, welch Wunder: echte, zarte, grüne Blätter! Geht es euch auch so, dass ihr jedes noch so kleines Lebenszeichen besingt? Die Natur ist schlau und hat einen eigenen Rhythmus mit Pausen und Zeiten des Zurückziehens. So machen wir es mit der Postkunst auch, das haben wir uns direkt beim Jahreszeitenmanager abgeguckt, nicht wahr Michaela? Wir nutzen die graue, triste, karge Winterbühne für unser frühlingshaftes Erblühen in den Briefkästen!

Michaela: Oh ja, es geht los. In den letzten Wochen keimte es noch unter der Erde und nun explodiert es bald. Im Garten und im Briefkasten. Die ersten Frühlingspöste sind schon angekommen und die karge Zeit hat ein Ende. Schön zu sehen, wie es überall bunt wird! Ich selbst hatte an den Karnevalstagen etwas Zeit mich in die Technik einzuarbeiten, aber fertig bin ich noch lange nicht. Immerhin weiß ich jetzt, wie ich arbeiten will.

Tabea: Meine ersten Versuche waren, wie bei vielen anderen auch, viel zu grell und farbintensiv. Jedoch bin ich auf diesem Wege auf eine gute Technik des Umfärbens gestoßen. Ich habe die grundierten Blätter mit Weiß oder Schwarz bestrichen und mit einem Läusekamm wieder freigestreift. Meine Vorstufe war ein selbstgemachter Kamm, der ging auch gut, war aber bei weitem nicht so filigran.

Michaela: So schön zart! Da hat der Läusekamm wirklich einen guten Zweck, auf Kinderköpfen funktioniert er ja eh nicht. Mir juckt es schon wieder auf dem Kopf, wenn ich nur daran denke. Wenn ich deine Bilder sehe, juckt es aber in den Fingern, sofort wieder loszukleistern. Das sollte ich echt gleich machen. Kleister ist noch angerührt. Ich habe übrigens im ersten Versuch einmal mit Speisestärke und einmal mit Tapetenkleister gearbeitet. Im Eifer des Gefechts vermischte sich beides und dann war mehr vom Tapetenkleister übrig, der gut funktionierte. Also mache ich nun auch damit weiter. Mir hat es am besten gefallen, räumliche Strukturen mit Flaschendeckeln zu mustern, da bleibe ich dran.

Tabea: Sieht toll aus! Irgendwie kompliziert im Aufbau und es erinnert mich an 50er Jahre Tischplattenmuster. Michaela, deine niedlichen kleinen Bücher (von denen ich zwei stolz im Regal stehen habe) haben mich inspiriert. Ich habe sogleich meinen Kleisterpapier Fundus ins echte Leben geschickt. So schnell war ich noch nie damit, eine neue Post-Kunst-Technik frei anzuwenden. Ich liebe kleine selbstgebundene Bücher. Was mich bisher oft abgehalten hat, war die aufwendige Bindung und das Einhängen in den Umschlag. Wobei sich bei mir oft herausstellte, dass die Buchdeckel zu schmal bemessen waren. Mit der Möglichkeit die einzelnen Heftchen an den Umschlag zu binden, geht alles viel leichter und es ist absolut förderlich für das Arbeiten aus dem Bauch heraus.

Michaela: Fein, das ist gut, dass ich dich inspirieren konnte. Ich bin in meinen Workshops mittlerweile ganz zu dieser Technik übergangen. Die festen Bucheinbände mit Vorsatzpapier und Heftung auf Bändern sind zu aufwändig und ja, sie passen oft am Ende nicht. Und dann kann man nichts mehr retten. Ich hatte zwar immer alle Materialien vorbereitet und trotzdem wurde jedes Buch unterschiedlich dick. Erfahrungsgemäß hat dann auch kaum eine Kursteilnehmerin je solch ein Buch alleine zuhause gebunden. Aber die Heftung direkt in den Leinenrücken macht man mal eben so.

Tabea: Die Postkunst verbindet eben auch Bücher 🙂

Michaela: In meine Workshops kommen ja immer wieder auch Frauen, die an der Post-Kunst teilnehmen und ich freue mich immer so, wenn diese dann den Ahnungslosen vorschwärmen, wie toll diese Aktionen sind. Ich muss erst immer ganz viel erklären, wie es funktioniert, aber dann sind alle ganz begeistert. Mich selbst begeistert sehr, dass sich mittlerweile lokale Treffen von Postkünstlerinnen ergeben haben. Im Februar gab es eins in Süddeutschland im Wintergartenatelier bei Carmen. Susanne hat davon berichtet. Und jetzt hörte ich von einem Treffen in NRW. Das ist doch so fein, das nicht nur echte Post durch die Gegend reist, sondern in Rahmen der Postkunst auch echte Menschen sich wirklich treffen und mitteinander kreativ sind. Wenn ihr so etwas plant, lasst es uns wissen und erzählt davon auf Instagram und in den Mail-Verteilern euer Gruppen. Vielleicht können wir auch helfen, euch zusammen zu bringen.

Tabea: Ihr trefft euch in NRW? Mein Zuhause. Schade, dass es so weit weg ist. Auf Instagram habe ich mich lose verabredet für ein Treffen in Geringswalde. Ein kleines. Würde mich sehr freuen, es käme zustande! Denn da stimme ich Michaela zu, es macht um so mehr Freude, wenn man sich an einen Tisch setzen kann, zum Austauschen und Kreativ sein. Doch nun laufe ich erstmal zum Briefkasten … und wünsche euch allen viel Freude an der Frühlingspost.


Es kam auch noch die Frage auf, wann die Post zu verschicken ist: In der Woche, die dir zugeteilt ist, sollte deine Post bei den anderen ankommen. Du schickst deine Umschläge alle in einem Schwung los. Das hatten wir doch klar erklärt, oder? Falls nicht, ist es heute vielleicht noch nicht zu spät.

Übrigens wird in dieser Woche auf Instagram schon viel pastellige Frühlingspost gezeigt, aber die Sammelliste hier im Blog füllt sich nur langsam. Bitte verlinkt doch auch gerne eure Instabilder hier.